Russland Mehr als 40 Menschen nach Explosionsserie auf Militärstützpunkt gerettet

Nahe der zentralrussischen Stadt Uljanowsk sind mindestens zwei Menschen bei einer Serie von Explosionen in einem Munitionsdepot getötet worden. Mehr als 40 Arbeiter, die zunächst als vermisst galten, konnten gerettet werden. Tausende Anwohner wurden aus der Region evakuiert.

REUTERS

Moskau - Turmhohe Flammen loderten Augenzeugen zufolge am Freitag über dem Munitionsdepot, das nahe der russischen Wolga-Stadt Uljanowsk auf einem freien Feld steht. An dem Militärstützpunkt der russischen Marine waren über Stunden schwere Explosionen zu hören. Über die Ursache herrschte zunächst Unklarheit.

Bei dem Großbrand gut 700 Kilometer östlich von Moskau, wurden mindestens zwei Soldaten getötet und rund 20 Menschen verletzt. Mehr als 40 Arbeiter, die zunächst als vermisst galten, hätten lebend von Rettungskräften aus einem Schutzkeller befreit werden können, sagte der Sprecher der Gebietsverwaltung, Sergej Dawydow, nach Informationen der Nachrichtenagentur Interfax. Gouverneur Sergej Morosow hatte zuvor mitgeteilt, für die Vermissten bestünde kaum mehr Hoffnung. Es würden aber nach Ausbruch des Feuers am Mittag immer noch Menschen vermisst, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte. Die genaue Zahl sei unklar.

"Im Moment kann der Tod von zwei Menschen bestätigt werden", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums laut Interfax. Bei ihnen handelte es sich demnach um Mitglieder der militärischen Feuerwehr, die den Brand nach der Explosion löschen wollten.

Artilleriegranaten und konventionelle Munition

Die Verwaltung sprach von einem Unfall und schloss einen Anschlag aus. In dem Depot würden keine chemischen Waffen gelagert, sagte ein Behördensprecher. Nach Angaben Morisows soll es sich um Artilleriegranaten und konventionelle Munition handeln. Etwa 20 Menschen erlitten Brandverletzungen oder wurden durch herumfliegende Splitter verwundet. Die Behörden hätten außerdem am Nachmittag etwa 3000 Anwohner aus der unmittelbaren Umgebung in Sicherheit gebracht. In den Straßen nahe dem Depot gab es nach Angaben des Bürgermeisteramts "starke Erschütterungen". Mehrere Fensterscheiben gingen zu Bruch.

Der Unglücksort wurde im Umkreis von sieben Kilometern abgeriegelt. Die Staatsbahn stellte den Regionalverkehr vorerst ein. Zeitweise waren 15 Löschzüge sowie 68 Einheiten mit schwerer Technik und mit mehr als 200 Mitarbeitern der Rettungskräfte vor Ort. Der Oberbefehlshaber der Marine, Admiral Wladimir Wyssozki, wurde noch am Abend vor Ort erwartet. Kremlchef Dmitrij Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin ließen sich laufend über die Rettungsarbeiten informieren.

wit/AFP/Reuters/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.