Saarland Amokläufer nach Blutbad auf der Flucht

Die Polizei fahndet auf Hochtouren nach dem Todesschützen von Dillingen. Der 36 Jahre alte Günter Hermann Ewen steht in dringendem Verdacht, am Sonntag im Saarland und in Frankreich insgesamt fünf Menschen erschossen und elf mit Schüssen verletzt zu haben.


Die französische Polizei versucht anhand von Fahndungsfotos festzustellen, ob Ewen auch in Sierck-les-Bains einen Einwohner erschossen hat
DPA

Die französische Polizei versucht anhand von Fahndungsfotos festzustellen, ob Ewen auch in Sierck-les-Bains einen Einwohner erschossen hat

Dillingen/Metz - Auch in der Nacht zum Montag ist die Fahndung nach dem fünffachen Todesschützen von Dillingen erfolglos geblieben. Trotz einer großangelegten Suche der Polizei im deutsch-französischen Grenzgebiet sei der verdächtige Günter Hermann Ewen aus Beckingen weiterhin verschwunden, sagte eine Polizeisprecherin in Saarbrücken. Die Beamten wollen ihre Großfahndung bei Tagesanbruch weiter intensivieren. Die Spur des mutmaßlichen fünffachen Mörders verliert sich beim französischen Sierck-les-Bains nahe der deutschen Grenze. Über Motive und Hintergründe der Mordserie machte die Polizei keine Angaben.

Unter Tatverdacht: Günter Hermann Ewen
REUTERS

Unter Tatverdacht: Günter Hermann Ewen

Der 36 Jahre alte Ewen steht in dringendem Verdacht, am Sonntag in Dillingen (Kreis Saarlouis) und in Frankreich insgesamt fünf Menschen erschossen und elf angeschossen zu haben. Am frühen Morgen tötete er in einer Diskothek den 42 Jahre alten Geschäftsführer und einen 40 Jahre alten Türsteher. Er schoß um sich und verletzte acht Gäste.

Eine halbe Stunde später drang er in die Wohnung eines ihm bekannten Ehepaares in der Nähe ein, tötete den 41jährigen Franzosen und seine 37 Jahre alte britische Frau. Die elfjährige Tochter des Paares überlebte schwer verletzt. Auf seiner Flucht, die ihn nach Frankreich führte, erschoß der Täter in Sierck-les-Bains einen 39jährigen Familienvater in dessen Haus. Er raubte hintereinander mehrere Autos und schoß dabei erneut zwei Menschen an.

Spurensicherung nach dem Amoklauf in der Diskothek "Xanadu" in Dillingen
REUTERS

Spurensicherung nach dem Amoklauf in der Diskothek "Xanadu" in Dillingen

Am Sonntag nachmittag vermutete die Gendarmerie, Ewen habe sich in einer leerstehenden Kaserne bei Sierck-les-Bains versteckt. An der Kaserne hatte er das erste Fluchtfahrzeug abgestellt. Doch der Todesschütze wurde bei der Durchsuchung des Gebäudes nicht gefunden. Sein letztes Fluchtauto entdeckte die Polizei nur wenige Kilometer entfernt auf einem Weg bei der grenznahen Ortschaft Montenach. Nach Erkenntnissen der Polizei verfügt der Mann noch über einen Revolver mit Munition. Ewen ist wegen mehrerer Gewaltdelikte vorbestraft und gilt als äußerst rücksichtslos.



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