Sachsen Acht Inder bei Stadtfest angegriffen

Bei einem Altstadtfest im sächsischen Mügeln haben Dutzende deutsche Jugendliche acht Inder attackiert und in einer regelrechten Hetzjagd durch die Straßen getrieben. Alle Inder, vier Angreifer und einige Polizisten wurden verletzt.


Mügeln - Nach einem Streit im Festzelt waren die Inder nach Polizeiangaben aus dem Festzelt in eine nahe gelegene Pizzeria geflüchtet. Dorthin verfolgte sie eine Gruppe von etwa 50 zumeist jungen Deutschen. Die Angreifer traten die Tür der Gaststätte ein. Rund 70 Polizeibeamte drängten die Angreifer dann ab. Bei den handgreiflichen Auseinandersetzungen wurden acht Inder und vier Deutsche verletzt. Einer der indischen Festbesucher und ein Deutscher mussten im Krankenhaus behandelt werden. Auch zwei Polizisten erlitten Verletzungen. Zahlreiche Schaulustige hatten sich den Überfall mit angesehen.

"Ein fremdenfeindliches Motiv wird nicht ausgeschlossen", sagte
Landespolizeipräsident Bernd Merbitz der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei ermittele aber in alle Richtungen. Die "Leipziger Volkszeitung" berichtete in ihrer Montagausgabe, die deutschen Angreifer hätten ausländerfeindliche Parolen gebrüllt. Dies konnte der Leiter des Direktionsbüros bei der Polizei Westsachsen, Reinhard Böttcher, nicht direkt bestätigen. "Zeugenaussagen zufolge könnte es solche Parolen gegeben haben", sagte er.

Was den Streit ausgelöst hat, ist noch offen. Bisher sei auch
noch unklar, ob die Schaulustigen zustimmend applaudiert "oder
einfach nicht eingegriffen" hätten. "Fakt ist: Der Alkohol hat um
diese Zeit eine Rolle gespielt - und außerdem war plötzlich mal was los", sagte Böttcher.

kai/dpa

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