Sachsen-Anhalt Stromausfall - 117.000 Hühner verendet

Ein Stromausfall hat Zehntausende Hühner das Leben gekostet. In einem Mastbetrieb bei Haldensleben war die Lüftung ausgefallen, die Tiere erstickten. Die Polizei prüft nun, welche Schuld den Betreiber trifft: Hat er zu wenige Notstromaggregate bereitgestellt?

Masthühner (Archivbild): Ein Stromausfall wurde Zehntausenden Tieren zum Verhängnis
DPA

Masthühner (Archivbild): Ein Stromausfall wurde Zehntausenden Tieren zum Verhängnis


Haldensleben - In einer Mastanlage in Sachsen-Anhalt sind nach einem Stromausfall rund 117.000 Hühner verendet. Nach ersten Erkenntnissen ist die Lüftung in dem Betrieb in Bülstringen im Landkreis Börde in sechs Hallen ausgefallen, teilte die Polizei in Haldensleben mit. Sie schloss eine Straftat aus. Der Schaden wurde auf 350.000 Euro geschätzt.

Im Umspannwerk Haldensleben hatte es nach Angaben des Stromanbieters E.on Avacon Störungen gegeben, vermutlich aufgrund eines Gewitters. Diese hätten dann bereits am Samstag zu dem Ausfall der Lüftung in dem Mastbetrieb geführt.

Die Polizei informierte Gewerbeaufsicht und Veterinäramt. Dieses hat bereits am Wochenende den Abtransport der Tiere angeordnet und eine veterinärmedizinische Untersuchung durchgeführt. Laut Polizei wurden dabei Krankheiten wie die Geflügelpest ausgeschlossen.

Notstromaggregat sprang nicht an

Außerdem wird geprüft, ob ausreichend Notstromaggregate vorhanden und diese auch funktionstüchtig waren. Ein Polizeisprecher sagte der "Mitteldeutschen Zeitung", es habe zwar ein Notstromaggregat gegeben, es sei allerdings nicht angesprungen.

Bereits 30 Minuten ohne Belüftung sollen ausgereicht haben, damit die Tiere in der Anlage erstickten.

"Offenbar hat die Sicherheit in dem Unternehmen versagt. Mir ist unverständlich, wieso es in einem so großen Stall offenbar keinen Bereitschaftsdienst und auch keine Alarmanlage gegeben hat", sagte die Geschäftsführerin des Naturschutzbundes Nabu Sachsen-Anhalt, Annette Leipelt.

bim/dpa

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insgesamt 241 Beiträge
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Seite 1
olli08 16.08.2011
1.
Ohne Werbung machen zu wollen empfehle ich die Lektüre des Buches "Tiere essen" von Jonathan Safran Foer. Was hier und anderswo empfindungsfähigen Geschöpfen angetan wird, nur damit wir es möglichst BILLIG haben, geht auf keine geschundene Kuhhaut.
wilde Socke 16.08.2011
2. Seltsam
Wenn sie getötet und gegessen werden, regt sich keiner auf. Was soll die Heuchlei?
aaaaaaaaaa 16.08.2011
3. Die Bundeskanzlerin ist schuld für die Stromausfälle
Zitat von sysopEin Stromausfall hat Zehntausende Hühner das Leben gekostet. In einem Mastbetrieb bei Haldensleben war die Lüftung ausgefallen, die Tiere erstickten. Die Polizei prüft nun, welche Schuld den Betreiber trifft: Hat er zu wenige Notstromaggregate bereitgestellt? http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,780428,00.html
Laut Angaben des Bundesnetzagentur, fehlen uns 3.600 km Stromnetz, um den Windstrom aus dem Norden aufzunehmen: http://strom.idealo.de/news/6970-bundesnetzagentur-3600-kilometer-stromnetz-fehlen-fuer-den-atomausstieg/ Nach fast zwei Amtszeiten, hat unsere Kanzlerin keinen einzigen Kilometer Stromnetz gebaut. Die Sache spricht für sich.
Rodelkoenig 16.08.2011
4. Besucht mehr Museen!
Zitat von sysopEin Stromausfall hat Zehntausende Hühner das Leben gekostet. In einem Mastbetrieb bei Haldensleben war die Lüftung ausgefallen, die Tiere erstickten. Die Polizei prüft nun, welche Schuld den Betreiber trifft: Hat er zu wenige Notstromaggregate bereitgestellt? http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,780428,00.html
Tja, billig, billig, billig. Das ist die Ursache für sowas. Da verwundert es nicht, dass nachts nichtmal jemand auf die Hallen aufpasst ... von einem Hof kann man da schon garnicht mehr sprechen. Und selbst die, die da tagsüber arbeiten, werden wahrscheinlich nur zu Billigst-Löhnen beschäftigt. An solchen Zuständen sind wir alle mit dran schuld, denn jedesmal wenn er einkaufen geht, gibt der Durchschnittsdeutsche mit seinem Kaufverhalten zu verstehen, wieviel Würde er solchen Nutztieren zugesteht. Viele Grüße
rwin 16.08.2011
5. eben Massentierhaltung
Zitat von sysopEin Stromausfall hat Zehntausende Hühner das Leben gekostet. In einem Mastbetrieb bei Haldensleben war die Lüftung ausgefallen, die Tiere erstickten. Die Polizei prüft nun, welche Schuld den Betreiber trifft: Hat er zu wenige Notstromaggregate bereitgestellt? http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,780428,00.html
Das Perverse ist doch, dass die Tiere ohne aufwändige Belüftungstechnik gar nicht überleben können (apropos überleben: leben?). Überprüfen? Schuld? Wir sollten alle überprüfen, warum wir Massentierhaltung brauchen/wollen. Die Schuld liegt bei uns allen.
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