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Für 350.000 Dollar: Safari-Club versteigert Nashorn-Jagdlizenz

Nashorn-Jagdlizenz: Proteste gegen Auktion in Dallas Fotos
REUTERS

Der Erlös ist enorm, die Kritik gewaltig: Ein texanischer Safari-Club hat die Genehmigung versteigert, in Namibia ein Spitzmaulnashorn erlegen zu dürfen. Die Lizenz brachte 350.000 Dollar ein - und soll angeblich dem Tierschutz dienen.

Dallas - Tierschützer sind entsetzt. Der Dallas Safari Club aus dem US-Bundesstaat Texas hat eine Lizenz zur Tötung eines Spitzmaulnashorns in Namibia versteigert. Ein unbekannter Bieter ersteigerte die Genehmigung für 350.000 Dollar. Die Auktion fand unter großen Sicherheitsvorkehrungen und hinter verschlossenen Türen statt. Die Bundespolizei FBI hatte zuvor mitgeteilt, sie gehe Morddrohungen gegen mehrere Clubmitglieder nach.

Clubchef Ben Carter verteidigte die umstrittene Versteigerung, die sein Verein in Kooperation mit der namibischen Regierung organisierte. Der gesamte Erlös werde in den Schutz der bedrohten Spitzmaulnashörner fließen. Die Jagd helfe der klammen Regierung des afrikanischen Landes im teuren Kampf gegen Wilderer, so Carter. Fünf dieser Lizenzen werden jährlich versteigert. Die Auktion in Dallas soll jedoch die erste gewesen sein, die außerhalb Namibias stattfand.

Die Lizenz gestattet es dem Käufer, in Begleitung namibischer Wildhüter ein altes, männliches Spitzmaulnashorn zu erlegen, das nicht mehr fortpflanzungsfähig ist. Das Tier wäre ohnehin ins Visier der Wildhüter geraten, sagte Carter. "Ältere Spitzmaulnashörner sind sehr aggressiv und eine Gefahr für andere Wildtiere."

"Das macht das Töten einer gefährdeten Tierart zum Spektakel"

Tierschützer ließen sich von dieser Argumentation jedoch nicht besänftigen. Mehr als 75.000 Menschen hatten eine Online-Petition unterzeichnet, die die Auktion verhindern sollte. Nashörner könnten nicht geschützt werden, indem man eine Lizenz für ihre Erlegung versteigere. Zudem sende die Erlaubnis zur Nashornjagd eine fatale Botschaft an die Öffentlichkeit. "Das macht das Töten einer gefährdeten Tierart zum Spektakel", kritisierte US-Tierschützer Jeffrey Flocken.

Vor der Auktionshalle in Dallas versammelten sich rund 40 Demonstranten. Sie hielten Transparente hoch und skandierten Parolen gegen die Versteigerung. "Es gibt nur noch ein paar tausend Spitzmaulnashörner auf der Welt", sagte Jim Ries, einer der Demonstranten. "Und wenn unsere Kinder noch Nashörner in freier Wildbahn erleben möchten, dann kann man nicht jedes abknallen, das man vor die Flinte bekommt, und sagen, es sei ohnehin zu alt."

Schätzungen zufolge leben in Afrika rund 25.000 Nashörner in freier Wildbahn, etwa 20.000 von ihnen sind Breitmaulnashörner. Laut Dallas Safari Club ist Namibia einer der wichtigsten Lebensräume für Spitzmaulnashörner. Rund 1800 der insgesamt 5000 Exemplare dieser Spezies seien dort zu Hause. In den sechziger Jahren betrug die Population in Afrika noch gut 70.000.

Es gibt jedoch auch Lob für den Weg Namibias. Tom Milliken ist in einem internationalen Netzwerk zur Überwachung des Handels mit Wildtieren zuständig für ein spezielles Programm für Elefanten und Nashörner. Die Nashornpopulation in Namibia habe sich in den vergangenen Jahren stabilisiert, sagte er. "Namibia hat eine solide Schutzpolitik für seine Nashörner betrieben."

wit/Reuters/AP

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1. Wenn man es durchdenkt, ist es eine gute Sache.
frank_w._abagnale 12.01.2014
Auch wenn es viele Mitforisten, die Tiere naiverweise vermenschlichen, nicht gefallen wird. Das ist ein wirklicher Beitrag zum Tierschutz. 350.000 Dollar müssen erstmal auf anderem Wege gesammelt werden. Indes warte ich jetzt hier auf die polemischen Beiträge der "fanatischen" Tierschützer.
2.
peddersen 12.01.2014
Sollte man das nicht einfach den Namibiern überlassen, wie sie Details ihres Tierschutzprogrammes regeln? Wenn da im Jahr 5 überaltete Männchen geschossen werden und es Bescheuerte gibt, die SOLCHE Summen dafür hinlegen, kann damit wirklich viel Sinnvolles mit anfangen. Bei uns im Wald ist auch nicht alle Gold, was das veranstaltet wird. Kommt hier der Namibier an und protestiert? Nein. Irgendwann sollte man mal einfach Respekt vor anderen Leuten ihren Angelegenheiten haben und für die Art und Weise, wie DIE was regeln.
3. Artenschutz braucht Geld
Fügner 12.01.2014
Diese Hetze der Tierschutzorganisationen ist völlig unbegründet. Wer sich intensiv mit dem Artenschutz auseinandersetzt, wird zugeben müssen, dass dort und NUR DORT, wo in Afrika die Jagd professionell und behördlich kontrolliert abläuft, der Artenschutz funktioniert. Überall dort, wo Jagdverbot herrscht, fehlen Einnahmen aus dem Jagdtoursmus, um Personal zum Schutz der Tiere zu bezahlen. Liebe Tierschützer, bitte beachten sie, dass kein Wesen auf der Welt das ewige Leben hat, auch ein Nashorn muss irgend wann sterben. Ob es aber an Altersschwäche jämmerlich zugrunde geht oder mit einer großkalibrigen Waffe schnell erlegt wird , macht einen Unterschied. 1. Der Tod durch die Jagd ist schnell und schmerzlos und 2. Der Jagdtourismus bringt Geld in die Kasse, um die anderen Tiere zu schützen. Die Wilderei und das fehlende Geld, um sie zu unterbinden , ist das Problem des Artenschutzes, nicht die kontrollierte Jagd!! Diesen Unterschied sehen Außenstehende nicht. Zudem ist darauf zu achten, dass des Geld aus der versteigerung ausschließlich zum Artenschutz in das jeweilige Land fließen mus. Transparenz ist das oberstes Gebot eines modernen Jagdtourismus, der dem Artenschutz dient. Stefan Fügenr Herausgeber des Jagdblog
4. eine sehr gute sache
ziegenzuechter 12.01.2014
Zitat von sysopREUTERSDer Erlös ist enorm, die Kritik gewaltig: Ein texanischer Safari-Club hat die Genehmigung versteigert, in Namibia ein Spitzmaulnashorn erlegen zu dürfen. Die Lizenz brachte 350.000 Dollar ein - und soll angeblich dem Tierschutz dienen. http://www.spiegel.de/panorama/safari-club-versteigert-nashorn-jagdlizenz-fuer-350-000-dollar-a-943070.html
von dem geld koennen viele nashoerner im zoo ordentlich futter gekauft bekommen. die texaner verstehen eben was von wirklich wirkungsvollem tierschutz, anders als die selbstdarstellerorganisationen wie Green Peace usw die nur darauf aus sind naiven gutglaeubigen menschen das geld aus der tasche zu ziehen.
5. merkwürdig
skade 12.01.2014
die Amis haben schon immer merkwürdige Methoden gehabt. Krieg für den Frieden und jetzt ein Spitzmaulnashorn für den Schutz der Spitzmaulnashörner zu töten. Ich empfehle noch Tiger und Schneeleoparden abzuschießen, die sind auch vom Aussterben bedroht.
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