Salmonellen Aldi ruft Schokolade zurück

Das süße Vergnügen hatte böse Folgen. Nach dem Naschen von Aldi-Schokolade sind schon 230 Menschen an Salmonellen erkrankt. Wie jetzt bekannt wurde, waren die ersten Fälle des seltenen Salmonellentyps schon im Oktober aufgetreten.


Aldi-Schokolade: Wie kamen die Salmonellen-Erreger in die 200-Gramm-Tafeln?
DPA

Aldi-Schokolade: Wie kamen die Salmonellen-Erreger in die 200-Gramm-Tafeln?

Halle/Düsseldorf - Die Quelle wurde erst durch Zufall in der vergangenen Woche entdeckt: Ein Mädchen aus Nordrhein-Westfalen war an der seltenen "Salmonella Oranienburg" erkrankt. "Bei der Familie wurde eine angebrochene Tafel der Schokolade gefunden, in der eindeutig Salmonellen dieses Typs nachgewiesen wurden", berichtete der Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in Düsseldorf, Leo Boston.

Die Ware wird ausschließlich von Aldi verkauft. Nach Unternehmensangaben standen die 200-Gramm-Tafeln von Mitte September bis Oktober in den Regalen. Die betroffenen Sorten sind "Chateau Alpensahne", "Chateau Rahm- Mandel" und "Choceur Rahm-Mandel" mit der Chargennummer "45". Hersteller ist ein Berliner Betrieb der zur Storck-Gruppe gehörenden Firma WIHA, die ihren Sitz in Halle in Westfalen hat, so Boston weiter.

Auch im benachbarten Dänemark wurden in den vergangenen Wochen Erkrankungen des Salmonellentyps bekannt. Ein Zusammenhang mit der deutschen Schokolade kann nicht ausgeschlossen werden. Die Europäische Kommission wurde nach Ministeriumsangaben informiert. Typische Symptome sind Übelkeit, Brechreiz und Schwäche.

Die Bestände seien bereits aus den Regalen genommen worden und durch einwandfreie Schokolade ersetzt worden. Wer noch Tafeln zu Hause hat, erhält bei Rückgabe den Kaufpreis erstattet. Die anderen Schokoladen-Chargen von "Chateau" und "Choceur" seien einwandfrei und nicht von dem Rückruf betroffen, hieß es in einer Firmenmitteilung.

Auf welche Weise der seltene Erreger "Salmonella Oranienburg" in die Schokolade oder an die Verpackung gekommen sei, müsse noch geklärt werden. Die Temperaturen bei der Schokoladeherstellung seien so hoch, dass normalerweise kein Krankheitserreger überlebe.



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