Anflug auf San Francisco Nur wenige Meter Abstand an einem verheerenden Unglück vorbei

Beinahe wäre es im Juli 2017 in San Francisco zur schlimmsten Katastrophe der Luftfahrtgeschichte gekommen. Laut Abschlussbericht der Behörden erkannten die Piloten in letzter Sekunde ihren - fast fatalen - Fehler.

Der internationale Flughafen von San Francisco
AP

Der internationale Flughafen von San Francisco


Die Piloten einer Air-Canada-Maschine hätten im vergangenen Sommer auf dem Flughafen von San Francisco beinahe ein verheerendes Unglück ausgelöst. Das geht aus dem Abschlussbericht der US-Verkehrsbehörde NTSB zu dem Zwischenfall hervor. "Nur ein paar Meter Abstand haben verhindert, dass sich der zweifellos schlimmste Unfall der Luftfahrtgeschichte ereignet", erklärte NTSB-Vizepräsident Bruce Landsberg.

Demnach erhielt der Air-Canada-Flug 759 mit 140 Menschen an Bord am 7. Juli 2017 kurz vor Mitternacht die Erlaubnis, auf der Landebahn 28-Rechts zu landen. Die Piloten steuerten mit ihrem Airbus A320-211 jedoch die parallel dazu verlaufende Rollbahn C an. Dort warteten vier Linienflugzeuge darauf, starten zu können.

"Das Flugzeug ist auf eine Höhe von 30 Meter heruntergegangen und hat das erste Flugzeug auf der Rollbahn überflogen", erklärte die Verkehrssicherheitsbehörde. Dann sei die Besatzung des Airbus durchgestartet. Mit einer Flughöhe von höchstens 20 Metern habe die Maschine das zweite auf der Rollbahn wartende Flugzeug überflogen und dann erst wieder an Höhe gewonnen.

Verwechslung der Rollbahn als Ursache

Von den 135 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern an Bord sei niemand verletzt worden. Auch das Flugzeug sei nicht beschädigt worden.

Die mutmaßliche Ursache für diesen Pilotenfehler sei die Verwechslung der Rollbahn mit der Landebahn gewesen, erklärten die Ermittler. Die Crew habe nicht gewusst, dass die übliche Landebahn ab 23.00 Uhr geschlossen war, weil sie die Mitteilungen für Flugpersonal vor dem Flug und kurz vor der Landung nicht gründlich genug durchgesehen hätten.

Der Kapitän der Maschine, der den Flughafen noch nicht oft nachts angeflogen hatte, hatte später eingeräumt, die Rollbahn und die Landebahn verwechselt zu haben. Aus dem Abschlussbericht des NTSB geht außerdem hervor, dass der Erste Offizier zum Zeitpunkt des Zwischenfalls seit über zwölf Stunden wach gewesen war, der Kapitän sogar seit über 19 Stunden. Die Arbeits- und Ruhezeiten des Flugkapitäns deckten sich zwar mit kanadischen Vorschriften, allerdings nicht mit denen für US-Piloten. Das NTSB empfahl den Behörden Kanadas deshalb, die Regelungen zu überarbeiten, um mögliche Erschöpfung bei Piloten auszuschließen.

ene/AFP

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