"Sanchi"-Katastrophe Gesunkener Öltanker bleibt auf Meeresgrund

Mehr als 30 Seeleute kamen beim Untergang des Öltankers "Sanchi" ums Leben, nun haben die chinesischen Behörden über den weiteren Umgang mit dem Wrack entschieden: Es soll nicht geborgen werden.

Brennender Tanker "Sanchi" (am 14. Januar)
AFP / TRANSPORT MINISTRY OF CHINA

Brennender Tanker "Sanchi" (am 14. Januar)


Der nach einer Kollision mit einem anderen Frachter vor der Küste Chinas gesunkene iranische Öltanker "Sanchi" soll nicht geborgen werden. Aufgrund seiner Position, des Gewichts und der Strömungen sei es unwahrscheinlich, dass das Schiff jemals an die Oberfläche gehoben werden könne, sagte Zhi Guanglu, der für die Bergungsarbeiten zuständige Direktor des chinesischen Transportministeriums.

Wenn die Bedingungen es zulassen, könnten jedoch Taucher geschickt werden, die den gesunkenen Tanker weiter untersuchen. Vage blieben die offiziellen Angaben zum Umfang der Umweltschäden. Die Ölpest habe eine "gewisse Auswirkung" auf das Meeresleben in der Region gehabt, hieß es.

In Chinas Küstengewässern seien aber keine Verschmutzungen festgestellt worden, sagte Zhi Guanglu. Aufgrund von Reinigungsarbeiten, aber auch wegen hoher Wellen und Winde, sei ein zuvor etwa 300 Quadratkilometer großer Ölteppich auf 30 Quadratkilometer geschrumpft.

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Harvarie auf Hoher See: Untergang der "Sanchi"

Die "Sanchi" war Anfang Januar auf hoher See im Ostchinesischen Meer mit einem chinesischen Frachter zusammengestoßen und sofort in Brand geraten. Nach mehreren Explosionen sank der Tanker am 14. Januar. Das Schiff hatte den jüngsten amtlichen Angaben zufolge 113.000 Tonnen Ölkondensat - ein besonders hochwertiges Leichtöl - geladen und bis zu tausend Tonnen Schweröl als Treibstoff an Bord. Die "Sanchi" sank, bevor die Ladung komplett verbrannt war.

Im Video: Der Untergang der "Sanchi"

REUTERS

Bei der Katastrophe waren vermutlich alle 32 Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Bislang wurden nur die Leichen von drei Personen gefunden.

Die "Sanchi" liegt laut dem chinesischen Verkehrsministerium in 115 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. Chinesische Umweltexperten warnten vor den Folgen des Unglücks. Das Kondensat ist für Meereslebewesen hochgiftig.

mxw/dpa

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