+++ "Sandy"-Minutenprotokoll +++: Romney schaltet wieder auf Wahlkampf

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney nimmt nach dem Durchzug von "Sandy" den Wahlkampf wieder auf. Wegen des Sturms erhält New York zehn Millionen Dollar Soforthilfe, am Mittwoch soll der Alltag in der Stadt zurückkehren.

Hurrikan "Sandy": Verheerende Sturmschäden Fotos
AP/ The Philadelphia Inquirer

Montagabend, 20 Uhr Ortszeit: "Sandy" prallt auf die US-Ostküste. Der Hurrikan richtet verheerende Schäden an. Nach letzten Angaben vom Mittwoch starben mindestens 43 Menschen. Am schlimmsten traf es den US-Bundesstaat New Jersey sowie die Metropole New York. Die Südspitze Manhattans war komplett überflutet, das öffentliche Leben stand still.

Am Dienstag beruhigte sich die Lage. Zwar waren weiterhin mehrere Millionen US-Amerikaner ohne Strom und in New York könnten die U-Bahnen auch in den kommenden Tage stillstehen. Aber New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg kündigte an, dass am Mittwoch wieder die Normalität in das Leben der Menschen einkehren werde. US-Präsident Barack Obama wird dann auch nach New Jersey reisen und die Katastrophengebiete besuchen.

Lesen Sie die Einzelheiten im Minutenprotokoll:

[04.21 Uhr] New York erneut ohne Strom

Ab der 41. Straße bis hinunter zur Wall Street liegen große Teile Manhattans wegen des Stromausfalls auch diese Nacht im Dunkeln. "Nichts funktioniert mehr, es ist ein einziges Desaster", sagt ein Anwohner, "kein Licht, kein Internet, kein Handyempfang". Nur die Scheinwerfer weniger Autos erhellen die Szenerie. In den Stadtvierteln oberhalb der dunklen Zone vibriert dagegen wieder das New Yorker Leben, auf den Straßen herrscht die übliche nächtliche Rushhour, die Restaurants sind voll. Die lokalen TV-Kanäle senden Lobeshymnen auf das Krisenmanagement von New Jerseys Gouverneur Chris Christie.

Nach Angaben des TV-Senders CNN sind gut 24 Stunden nach Durchzug von "Sandy" an der US-Ostküste sieben Millionen Menschen ohne Strom. In New York sind es 750.000 Menschen.

[03.48 Uhr] Zahl der Todesopfer steigt auf mindestens 43

Die Zahl der Toten durch "Sandy" in den USA und Kanada ist auf mindestens 43 gestiegen. Allein in New York kamen 18 Menschen ums Leben.

[03.12 Uhr] Flughäfen JFK und Newark sollen eingeschränkt arbeiten

Die Port Authority of New Jersey and New York hat angekündigt, dass der Betrieb am John F. Kennedy International Airport und am Flughafen Newark am Mittwoch um 7 Uhr morgens eingeschränkt wieder aufgenommen werden soll. Der Flughafen La Guardia bleibt noch geschlossen.

[02.31 Uhr] New York Marathon soll wie geplant stattfinden

Trotz der Zerstörungen in der Stadt soll der New York Marathon am kommenden Sonntag wie geplant stattfinden. Der Veranstalter New York Road Runners (NYRR) äußerte sich am Dienstag zuversichtlich, das größte Massenlauf-Spektakel der Welt wie geplant ausrichten zu können. Die Vorbereitungen dazu würden vorangetrieben, sagte NYRR-Präsidentin Mary Wittenberg.

Vor allem die rechtzeitige Anreise der 20.000 Läufer aus dem Ausland stellt angesichts der durcheinandergewirbelten Flugpläne ein großes Problem dar. Aber auch die Anfahrt für die rund 30.000 Läufer aus den USA dürfte wegen der Schäden im öffentlichen Nahverkehr nicht einfach werden. Denn die durch den Sturm lahmgelegte New Yorker U-Bahn, die werktags 5,3 Millionen Menschen befördert, kann laut Bürgermeister Michael Bloomberg auch noch am Wochenende ausfallen.

[02:16 Uhr] Behörden nehmen Atomreaktoren vom Netz

Die US-Behörden haben wegen "Sandy" drei Atomreaktoren kurzzeitig ausgeschaltet. Zwei Reaktoren rund 25 Kilometer nördlich von New York und ein Meiler in New Jersey wurden aufgrund von Komplikationen in Zusammenhang mit dem Sturm am Montag vom Netz genommen. Den Angaben zufolge gab es Probleme mit dem Kühlwasser und mit Stromleitungen. Die Behörden teilten indes mit, die Sicherheit sei nicht gefährdet. "Sandy" stelle die robuste Bauweise der Atomkraftwerke unter Beweis, sagte Marvin Fertel, der Chef des Instituts für Atomenergie.

[02.04 Uhr] NBA-Chef verwechselt Hurrikan "Sandy" mit "Katrina"

Peinlicher Fehler von David Stern, dem Commissioner der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA. Bei der Saisoneröffnung vor dem Spiel von Meister Miami Heat gegen die Boston Celtics verwechselte Stern in seiner Rede Hurrikan "Sandy" mit Hurrikan "Katrina", der 2005 in New Orleans gewütet hatte.

[01.46 Uhr] Romney nimmt Wahlkampf wieder auf

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney konzentriert sich wieder voll auf den US-Wahlkampf. Am Dienstag nahm Romney kurzfristig einen Wahlkampftermin in Ohio wahr, den er zuvor abgesagt hatte. Am Mittwoch plant er zudem drei Auftritte in Florida. Zunächst will Romney in Tampa auftreten, dann in Coral Gables und schließlich in Jacksonville. Dabei werden Floridas Gouverneur Jeb Bush und der Kongress-Abgeordnete Connie Mack den republikanischen Präsidentschaftskandidaten unterstützen.

Präsident Barack Obama sagte unterdessen alle für Mittwoch geplanten Termin ab. Stattdessen will er in den von "Sandy" schwer getroffenen Staat New Jersey reisen, um die Schäden zu inspizieren und den Menschen Mut zu machen. Vom republikanischen Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, hatte Obama am Dienstag unerwartetes Lob für sein Krisenmanagement erhalten. Der Präsident habe im Schnellverfahren die Ausrufung des Notstands für den Staat angeordnet - ohne die üblichen bürokratischen Hürden, erklärte Christie. "Ich kann ihm nicht genug dafür danken", sagte er.

[01.30 Uhr] Schwere Schäden vor allem in der Karibik

Nicht nur in den USA, sondern vor allem in der Karibik hat "Sandy" verheerende Schäden angerichtet. Im Süden Haitis wurden 70 Prozent der Ernte zerstört, viele Nutztiere starben. Haitis Landwirtschaftsminister Jean Debalio Jean-Jacques sagte, er könne für sein Land noch keine Schadenssumme nennen. Viele Bauern auf der Insel Hispaniola hätten wegen "Sandy" kein Essen. Das Zentrum des Sturms passiert den westlichen Teil Haitis bereits am 24. Oktober. 52 Todesfälle in dem Land wurden bislang bestätigt. In Jamaika betragen die Schäden mindestens 16,5 Millionen Dollar, auf der Insel starb ein Mann.

[01.09 Uhr] Broadway-Stücke sollen am Mittwoch wieder aufgeführt werden

Bürgermeister Michael Bloomberg hatte angekündigt, dass New York am Mittwoch wieder zur Normalität zurückkehre. Nun sollen auch die meisten Stücke am Broadway wieder aufgeführt werden. Einige der beliebtesten Shows, darunter "Jersey Boys" und "The Book of Mormon", würden in Matinees oder abends gespielt werden, teilte der Verband der Broadway-Theater mit. Die Theater hatten am Sonntag angesichts des herannahenden Wirbelsturms geschlossen.

[00.50 Uhr] New York erhält zehn Millionen Dollar Soforthilfe

Das US-Verkehrsministerium gibt New York zehn Millionen Dollar (umgerechnet rund 7,7 Millionen Euro) Soforthilfe für Reparaturen an Straßen, Brücken und U-Bahn-Tunneln, die durch den Sturm "Sandy" beschädigt worden sind. Weitere drei Millionen Dollar erhält der Staat Rhode Island. Laut Verkehrsministerium bekommen beide Staaten voll die von ihnen angeforderten Sofortmittel - und mehr Gelder, auch für andere betroffene Staaten, würden folgen. Präsident Barack Obama hatte zuvor alle zuständigen Behörden aufgerufen, rasch und unbürokratisch zu helfen.

[00.37 Uhr] Leben in New York soll am Mittwoch wieder normal verlaufen

"New York ist morgen wieder im Geschäft", sagte Bürgermeister Michael Bloomberg. Für den Großteil der Bürger der Stadt soll das Leben dann wieder halbwegs normal verlaufen. Allerdings schränkte Bloomberg ein: "Das gilt zumindest da, wo Strom ist." Etwa 750.000 Menschen waren zu der Zeit noch von der Elektrizität abgeschnitten. In den 76 Notunterkünften der Stadt würden noch 6400 Menschen ausharren. "Wir tun alles, um Ihr Los zu erleichtern."

Die Börse solle nach zwei unplanmäßigen Ruhetagen am Mittwoch wieder öffnen. Die Schulen würden aber auch am Mittwoch geschlossen bleiben, betroffen sind mehr als eine Million Kinder. Auch die Vereinten Nationen hatten ihren dritten unplanmäßigen Ruhetag, zudem viele Behörden.

[00.18 Uhr] Austragung des Basketball-Stadtduells in New York unsicher

Die New Yorker Sportfans fiebern schon seit Tagen dem Duell der beiden NBA-Clubs der Stadt zum Saisonstart entgegen. Doch die Partie zwischen den Brooklyn Nets und den New York Knicks in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga am Donnerstagabend (Ortszeit) muss möglicherweise abgesagt werden. Besonders das Erreichen der Arena Barclays Center in Brooklyn könnte sich als schwierig erweisen. Die NBA teilte mit, dass sie die Situation abwäge.

[23.23 Uhr] Bloomberg wünscht keinen Besuch Obamas in New York

Präsident Obama hat angekündigt, am Mittwoch den von "Sandy" schwer getroffenen Bundesstaat New Jersey zu besuchen. Das kommt New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg offenbar gelegen - laut "New York Times" hat er kein gesteigertes Interesse an einer Visite des Präsidenten. Bloomberg sagte, man hätte Obama zwar gerne als Gast, aber man habe sehr viel zu tun. "Ich versuche nicht, ihn zu dissen." Obama solle lieber nach New Jersey gehen und das Land repräsentieren. Bloomberg gehörte früher den Demokraten an, ehe er zu den Republikanern wechselte. Inzwischen agiert er als Parteiloser.

[23.11 Uhr] Vorläufige Bilanz: 18 Tote in New York City

In New York sind laut Bürgermeister Michael Bloomberg durch "Sandy" 18 Personen ums Leben gekommen. Insgesamt stieg die Zahl der Toten in den USA nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press auf 40. Es wird erwartet, dass die Zahl weiter steigt.

[22.50 Uhr] "Sandy" macht sich in Chicago bemerkbar

Die Wucht von "Sandy" ist auch in der Metropole Chicago im Mittleren Westen zu spüren. Am Lake Michigan peitschte der Sturm meterhohe Wellen über den See in Richtung Ufer. Nach Angaben des Senders CBS wurden Teile eines Radfahrweges überflutet, die Einwohner wurden aufgerufen, sich vom Ufer fernzuhalten. Der Nationale Wetterdienst gab eine Flutwarnung für die Strandgebiete heraus. Von einer ernstlichen Bedrohung für die Stadt war in den Berichten aber keine Rede. Der Flugverkehr ist dagegen stark beeinträchtigt: Laut CNN wurden am O'Hare International Airport in Chicago fast 500 Flüge abgesagt.

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Wirbelsturm "Sandy": Das Ausmaß der Zerstörung
[22.32 Uhr] Kommission prüft Verlegung von Wahllokalen

"Sandy" könnte Auswirkungen auf die Präsidentschaftswahl am 6. November haben. Möglicherweise müssen neue Wahllokale eingerichtet werden, berichtet die "New York Times". Die Wahlkommission des Bundesstaates New York prüft demnach in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, ob die Folgen des Sturms die Stimmabgabe in manchen Bezirken einschränken könnten. Unter anderem geht es darum, ob in betroffenen Gebieten am Wahltag die Stromversorgung gewährleistet ist, ob Wahllokale einfach zugänglich sind und ob Maschinen zur Stimmabgabe dorthin gebracht werden können. Wenn die Prüfung abgeschlossen ist, soll entschieden werden, ob Wahllokale verlegt werden müssen.

[22.01 Uhr] Washington entgeht großen Schäden

Die US-Hauptstadt Washington ist von schweren Schäden durch Wirbelsturm "Sandy" verschont geblieben. Zwar gab es vereinzelt Stromausfälle, umgestürzte Bäume und gesperrte Straßen, aber das große Chaos blieb aus. Entwarnung geben die Behörden dennoch noch nicht - sie fürchten die schlimmsten Überschwemmungen entlang des Potomac River seit mehr als 15 Jahren. Davon könnte auch der historische Stadtteil Georgetown betroffen sein.

[21.43 Uhr] Halloween-Parade in New York fällt aus

"Sandy" bringt den New Yorker Veranstaltungskalender durcheinander. Die Parade zu Halloween ist laut dem Sender ABC News abgesagt worden - zum ersten Mal seit 39 Jahren.

[21.28 Uhr] Experten warnen vor neuen Überflutungen

Sturm "Sandy" könnte auf seinem Kurs Richtung Kanada Überflutungen des Lake Michigan im nördlichen Mittelwesten USA verursachen. Das sagte der Direktor des Nationalen Hurrikan-Zentrums, Rick Knabb. Auch an der Küste des Bundesstaates Maine könne es wegen starker Winde zu Hochwasser kommen. Teilweise seien in bereits betroffenen Staaten weiter südlich neue Überflutungen möglich. "Ich will nicht, dass irgendjemand denkt, dass das Wetter-Ereignis vorbei ist", sagte Knabb. In Bergregionen in West Virginia müsse zudem weiter mit starken Schnefall gerechnet werden.

[21.15 Uhr] Bundesbehörden in Washington öffnen am Mittwoch

Zwei Tage lang legte "Sandy" das Leben in Washington lahm - am Mittwoch sollen Bundesbehörden in der US-Hauptstadt wieder arbeiten. Allerdings hieß es, für Mitarbeiter bestehe die Möglichkeit, außerplanmäßig der Arbeit fernzubleiben.

[21.07 Uhr] Erste Gemeinden in Neuengland beginnen mit Aufräumarbeiten

Bewohner von Küstengebieten in Neuengland haben begonnen, die von "Sandy" verursachten Schäden zu beseitigen. In den Bundesstaaten Massachusetts und Rhode Island machten sich Helfer daran, die Trümmer zerstörter Häuser und Strommasten wegzuräumen. In der Gegend hatte "Sandy" - anders als etwa in New York - vor allem durch starken Wind, nicht aber durch Überflutungen Verwüstungen angerichtet.

[20.51 Uhr] Teilen Manhattans droht tagelanger Stromausfall

Bewohner von Manhattan müssen sich auf mehrere Tage ohne Stromversorgung einstellen. Der Energieversorger Consolidated Edison teilte mit, fast jede Straße südlich des Times Square sei betroffen. Allein in Manhattan waren fast 250.000 Haushalte und Firmen ohne Strom, mehr als in Brooklyn, Queens und der Bronx zusammen.

[20.19 Uhr] Zahl der Toten in den USA steigt auf 39

Immer mehr von "Sandy" verursachte Todesfälle werden bekannt. Laut der Nachrichtenagentur AP sind in den USA 39 Personen gestorben, viele davon wurden offenbar von umstürzenden Bäumen erschlagen.

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1. der überwiegende teil ...
spargel_tarzan 30.10.2012
Zitat von sysopDPANew York kämpft gegen die Folgen des Sturms "Sandy", vor allem der Nahverkehr ist betroffen. Bis die überflutete U-Bahn wieder den Betrieb aufnimmt, wird es laut Bürgermeister Bloomberg einige Tage dauern. Verfolgen Sie die Nachrichten im Liveticker. http://www.spiegel.de/panorama/wirbelsturm-sandy-new-yorker-u-bahn-faellt-mehrere-tage-aus-a-864332.html
der amerikanischen stromversorgung erfolgt mittels überlandleitungen, die logischerweise bei sturm gerne zusammen brechen und dann ein schönes feuerwerk veranstalten. trafostationen explodieren, hossa. erdleitungen würden dieses thema zu den akten legen, doch es würde auch den profit mildern und das die mehrzahl der amerikanischen kraftwerke nicht das gelbe vom ei sind, pfeifen die spatzen von den dächern. blöd, das diesmal ein wirbelsturm auf eine arktische kaltfront traf.
2. Immer dieses ekelhafte Patos der Amis....
zensorsliebling 30.10.2012
Natürlich ist es schlimm, wenn eine so stark bevölkerte Gegend von einem schweren Unwetter getroffen wird. Aber unvorstellbare Zerstörungen gab es sicher nicht. Die Tsunamis im indischen Ozean und Japan hatten eine viel größere Zerstörungskraft und haben viel mehr Menschen getötet als der Sturm. Von daher ist es mal wieder eine unerträgliche Dramatisierung des alltäglichen, so wie wir sie regelmäßig auf Discovery Channel erleben können.
3. Wann kehrt die Vernunft ein?
iks-hessen 30.10.2012
Wann erkennen die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen, und wir alle anderen, von was wir unser (Über-) Leben abhängig gemacht haben. Von unstabilen sehr anfälligen Technologien und Infrastrukturen. Wenn Naturkatastrophen wie diese, schon solche Auswirkungen zeigen: Lebensnotwendige Energieversorgungen, ganze Verkehrssysteme und Verkehrswege, wichtige Rechenzentren für lange Zeit lahmlegen bzw. zerstören können, dann sollten wir, die Bürgerinnen und Bürger, explizit die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen sich fragen und Gedanken machen: Sind die heutigen Technologien und Infrastrukturen den zukünftigen Anforderungen – Stichwort: Klimawandel, Energieträgerverknappung, überhaupt noch gewachsen. Wie gesagt, dass (Über-) Leben vieler Menschen hängt von der einwandfreien Funktion dieser Technologien und Infrastrukturen ab. Eckhard Bock IKS Hessen
4.
Thomas Kossatz 30.10.2012
Zitat von iks-hessenWann erkennen die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen, und wir alle anderen, von was wir unser (Über-) Leben abhängig gemacht haben. Von unstabilen sehr anfälligen Technologien und Infrastrukturen. Wenn Naturkatastrophen wie diese, schon solche Auswirkungen zeigen: Lebensnotwendige Energieversorgungen, ganze Verkehrssysteme und Verkehrswege, wichtige Rechenzentren für lange Zeit lahmlegen bzw. zerstören können, dann sollten wir, die Bürgerinnen und Bürger, explizit die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen sich fragen und Gedanken machen: Sind die heutigen Technologien und Infrastrukturen den zukünftigen Anforderungen – Stichwort: Klimawandel, Energieträgerverknappung, überhaupt noch gewachsen. Wie gesagt, dass (Über-) Leben vieler Menschen hängt von der einwandfreien Funktion dieser Technologien und Infrastrukturen ab. Eckhard Bock IKS Hessen
Sorry, das ist Geschwurbel. U-Bahnen wären auch vor 100 Jahren vollgelaufen. Und das in den USA die billig verlegten oberirdischen Leitungen gern mal reißen, ist auch nicht neu. Im übrigen war das ein Hurrycan Stufe 1, herabgestuft zum Tropensturm, der mit dem Klimawandel wenig zu tun hat. Man kommt nicht weiter, wenn man auf der Basis falscher Annahmen Behauptungen aufstellt, ohne einmal kurz innezuhalten. Nicht die Hochtechnologieländer verzeichnen bei solchen Ereignissen viele Opfer, sondern die Dritte Welt, Wenn aber in Bangladesh die Deiche Brechen, gibt es bei SPON keinen Live-Ticker, denn die haben dort kein Internet.
5. Man muss es mal
eisbaerchen 30.10.2012
Zitat von spargel_tarzander amerikanischen stromversorgung erfolgt mittels überlandleitungen, die logischerweise bei sturm gerne zusammen brechen und dann ein schönes feuerwerk veranstalten. trafostationen explodieren, hossa. erdleitungen würden dieses thema zu den akten legen, doch es würde auch den profit mildern und das die mehrzahl der amerikanischen kraftwerke nicht das gelbe vom ei sind, pfeifen die spatzen von den dächern. blöd, das diesmal ein wirbelsturm auf eine arktische kaltfront traf.
klar sagen, was da für ein Bruch in den Staaten gebaut wird, da ist es kein Wunder wenn solch ein Sturm schwere Auswirkungen hat. Typisch dass die soliden Betonbauten kaum Folgen zeigen, aber die in Leichtbauweise gebauten Häuschen auseinanderfallen. Die Umspanntrafos auf Masten, für einzelne Strassenzüge. Teilweise wie ein Entwicklungsland! Also das Gejammer ist zum Teil hausgemacht.
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Was die Hurrikan-Stärken bedeuten
Hurrikans werden nach der sogenannten Saffir-Simpson-Skala je nach Intensität in Kategorien von 1 bis 5 eingestuft. Wichtige Merkmale zur Einordnung sind Windgeschwindigkeit und Zerstörungskraft.
Windgeschwindigkeiten von 119 bis 153 Kilometer pro Stunde - minimale Schäden an Bäumen und schlecht verankerten Gebäuden.
Windgeschwindigkeiten von 154 bis 177 Kilometer pro Stunde - Bäume werden entwurzelt und Schilder umgerissen, auch können Hausdächer, Fenster und Türen beschädigt werden. Küstenstraßen werden überflutet, kleinere ungeschützte Schiffe aus der Verankerung gerissen. Bewohnern an Küstenstreifen wird empfohlen, sich in Sicherheit zu bringen.
Windgeschwindigkeiten von 178 bis 209 Kilometer pro Stunde - mobile Häuser werden zerstört, ebenso leichtere Bauwerke in Küstennähe. Der Wind drückt Fenster ein und deckt Dächer ab. Große Bäume werden entwurzelt oder knicken einfach um. Die Überflutungen werden stärker. Ein Küstenstreifen von etwa 400 Metern Breite sollte geräumt werden.
Windgeschwindigkeiten von 210 bis 249 Kilometer pro Stunde - extreme Schäden an Gebäuden. Wohnwagen werden zerstört oder weggeweht. Bauwerke an der Küste werden durch Wind und Wellen schwer beschädigt oder zerstört, tiefer liegende Gebiete überflutet. Massive Evakuierungen sind notwendig. Menschen können zu Schaden kommen oder getötet werden.
Windgeschwindigkeiten ab 250 Kilometer pro Stunde - die Zerstörungen sind katastrophal. Es gibt schwere Überschwemmungen, Häuser werden zerstört oder fortgeblasen. Es gibt massenweise abgedeckte Dächer, zertrümmerte Türen und Fenster. In Küstengebieten sind manchmal große Evakuierungsaktionen erforderlich. Wer sich nicht in Sicherheit bringt, kann verletzt oder getötet werden.

Orkan, Hurrikan, Zyklon und Taifun
Entstehung
Orkan, Hurrikan, Zyklon und Taifun sind im Grunde das gleiche Wetterphänomen. Bei allen vieren handelt es sich um Wirbelstürme, die entstehen, wenn sich um ein großes Tiefdruckgebiet ein Sturmfeld bildet. Je nach Stärke und Größe kann es erhebliche Verwüstungen anrichten.

Ein Orkan entsteht, wenn kalte Luft vom Nordpol auf warme Luft aus dem Süden trifft. An der Grenze, der sogenannten Polarfront, ziehen die Luftmassen aneinander vorbei. Dabei können Drehbewegungen entstehen, in deren Zentrum der Luftdruck stark abfällt und Tiefdruckwirbel mit starken Winden ausgelöst werden.

Tropische Wirbelstürme entstehen dagegen über aufgeheizten Wassermassen im Ozean. Die aufsteigende Luft erzeugt einen Unterdruck, der Luft aus der Umgebung ansaugt. Dieser Kamineffekt wird durch das warme Wasser weiter befeuert. Die Luftmassen werden durch die sogenannte Corioliskraft, die aus der Erdrotation entsteht, in Drehung versetzt.
Unterscheidung
Von Orkanen sprechen Seefahrer und Meteorologen ab Windstärke zwölf, dem höchsten Wert auf der nach dem britischen Admiral Francis Beaufort benannten Beaufort-Skala. Sie entspricht einer Geschwindigkeit von 117,7 Kilometern pro Stunde oder 64 Knoten. Solche Winde können nicht nur in Tiefdruckgebieten wie etwa "Kyrill", sondern auch örtlich begrenzt in Tornados auftreten.

Während der Begriff Orkan früher zusammenfassend für alle diese Phänomene benutzt wurde, bezeichnet er heute meist nur noch die Windstärke bei Stürmen in Europa. Ein tropischer Wirbelsturm wird dagegen Hurrikan oder Taifun genannt - je nachdem, ob er sich im Atlantik, dem Nordpazifik oder in der Karibik entwickelt und so zum Hurrikan wird oder aber im nordwestlichen Pazifik wütet und dann als Taifun gilt. Im Indischen Ozean wiederum wird ein Wirbelsturm auch Zyklon genannt.

Tropische Wirbelstürme entwickeln höhere Windgeschwindigkeiten als Winterstürme. Letztere besitzen dagegen breitere Sturmfelder und bewegen sich schneller fort, manchmal bis zu 2000 Kilometer pro Tag.
Gefahren
Wirbelstürme können die See zu Wellenhöhen von bis zu 20 Metern aufpeitschen. Im Binnenland sind sie wegen größerer Reibung am Boden dagegen selten, weshalb es dort meist nur zu Orkanböen kommt. Sie können selbst starke Bäume entwurzeln und schwere Verwüstungen verursachen. Der Hurrikan "Katrina" etwa, der im August 2005 New Orleans verwüstete und mehreren tausend Menschen das Leben kostete, wurde aus einem tropischen Tief geboren. In Asien lösen Taifune regelmäßig Katastrophen mit Hunderten Toten aus.

Zu vergleichbar schweren Katastrophen kam es in Europa noch nicht. Aber auch hier richteten Winterorkane schon erhebliche Schäden an und töteten Dutzende Menschen. Ende 1999 etwa zog der Orkan "Lothar" von der Biskaya kommend über Frankreich, die Schweiz und Süddeutschland und richtete einen Schaden in Milliardenhöhe an. Der Sturm traf mittags mit voller Wucht auf den Schwarzwald, mit Spitzengeschwindigkeiten von 272 km/h. Selbst in dem im tiefen Rheingraben gelegenen Karlsruhe wurden Werte von bis zu 151 km/h registriert. Mehr als 60 Menschen wurden europaweit durch den "Jahrhundertsturm" getötet.