Satanisten-Prozess Mordauftrag vom Teufel

Sie töteten ihr Opfer mit Messerstichen und Hammerschlägen. Unter großem Medienandrang wurde nun in Bochum der Prozess gegen zwei Satanisten eröffnet, Vorwurf Mord. Der Teufel habe sie zur Tat getrieben, hatte das Paar erklärt.


Satanisten-Paar: Mord mit Hammer und Machete
AP

Satanisten-Paar: Mord mit Hammer und Machete

Jena - Die ganz in schwarzes Leder gekleidete Angeklagte Manuela R., 23, kündigte ein umfassendes Geständnis an. Ihr Mann, der 26-jährige Daniel R., werde dagegen nicht weiter aussagen, erklärte der Verteidiger zum Auftakt des Prozesses. Die Staatsanwaltschaft Bochum hatten dem angeklagten Satanisten-Paar heimtückischen Mord und niedere Beweggründe vorgeworfen. Gleichzeitig geht die Anklage jedoch von verminderter Schuldfähigkeit aus, da bei beiden eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vorliege, sagte Staatsanwalt Dieter Justinsky. Es sei bei beiden mit weiteren gleich gelagerten Taten zu rechnen, daher sei im Falle einer Verurteilung zusätzlich eine Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie unerlässlich.

Tatauslösend war laut Justinsky "der Glaube an Satan, der ihnen die Tat befohlen" habe. Allerdings sei sich das Paar durchaus bewusst gewesen, dass es sich um "eine verwerfenswerte Tat auf niedrigster Stufe" gehandelt habe.

Manuela R.: "Im Auftrag des Teufels"
AP

Manuela R.: "Im Auftrag des Teufels"

Beide sollen in ihrer Wittener Wohnung einen Mann mit 66 Messerstichen und Hammerschlägen umgebracht haben. Die Leiche des Opfers wurde neben einem Eichensarg gefunden. Das Paar war mittlerweile mit ihrem mit Ornamenten und dem Schriftzug "Kadaververwertungsanstalt" bemalten Auto quer durch Deutschland geflohen. Erst in der Nähe von Jena fielen sie einem Autofahrer auf, der die Polizei verständigte.

"Wir haben im Auftrag des Teufels gehandelt", erklärten sie später bei den Vernehmungen. Für die Verhandlung vor dem Landgericht Bochum sind sechs Tage angesetzt. Das Urteil wird für den 28. Januar erwartet.



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