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Saudi-Arabien: König Abdullah hebt Peitschenstrafe für Autofahrerin auf

Die von einem Gericht verurteilte saudi-arabische Autofahrerin wird nun doch nicht ausgepeitscht. König Abdullah hat das Urteil nach massiven Protesten aufgehoben - im ganzen Land hatten sich Frauen demonstrativ hinters Steuer gesetzt.

Saudi-arabischer Regent Abdullah: "Ein Dank an unseren geliebten König" Zur Großansicht
AP

Saudi-arabischer Regent Abdullah: "Ein Dank an unseren geliebten König"

Riad - Das umstrittene Peitschenhieb-Urteil gegen eine Autofahrerin in Saudi-Arabien wird nicht vollstreckt. König Abdullah hat die wegen unerlaubten Autofahrens verurteilte Frau vor der drakonischen Strafe bewahrt. Das teilte Prinzessin Amira Tawil, die Frau eines Neffen des Monarchen, über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der arabische Nachrichtensender "al-Arabija" meldete, der Monarch habe die Aussetzung des Urteils und die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen die Frau angeordnet.

Am Montag hatte ein Gericht Schajma Dschastania für schuldig befunden und eine Strafe von zehn Peitschenhieben verhängt.

Die Aufhebung der Strafe wurde von Prinzessin Amira Tawil über Twitter geradezu euphorisch kommentiert: "Dank Gott wurde die Geißelung von Schajma aufgehoben. Ein Dank an unseren geliebten König", schrieb sie. "Ich bin sicher, dass alle saudi-arabischen Frauen glücklich sein werden. Ich bin es", hieß es in der Botschaft weiter.

Das Körperstrafen-Urteil hatte weltweit Unmut erregt. Auch in Saudi-Arabien rebellierten Frauen im ganzen Land gegen das Fahrverbot - indem sie sich nun erst recht an das Steuer setzten. In Saudi-Arabien regt sich seit langem Widerstand gegen die Regelung. Das Urteil gegen die Autofahrerin erfolgte zudem kurz nachdem König Abdullah angekündigt hatte, Frauen künftig mehr Rechte einzuräumen. So erhalten sie unter anderem das aktive und passive Wahlrecht bei den Kommunalwahlen.

fdi/AFP/dapd

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1. Das ist die schönste Nachricht...
BallastStoffel, 28.09.2011
Zitat von sysopDie von einem Gericht verurteilte saudische Autofahrerin wird nicht ausgepeitscht werden. König Abdullah hob das Urteil nach massiven Protesten auf - im ganzen Land hatten sich Frauen demonstrativ hinter das Steuer gesetzt. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,788973,00.html
die ich seit langem gelesen habe! Heute stoße ich darauf an!
2. ...
irina25 29.09.2011
Auf der einen Seite schlimm zu sehen, dass überhaupt irgendwo Peitschenhiebe verordnet werden ,geschweige denn, für sowas. Auf der anderen Seite umso ermutigender zu sehen, was durch konsequenten Protest - gerade seitens der Frauen - erreicht werden kann. Gerade in den entsprechenden Ländern wäre es wichtig, dass sich die Frauen formieren, nicht nur gegen Unrecht, was sie selbst betrifft, sondern auch gegenüber den Unsäglichkeiten, die ihre Männer veranstalten...
3. Damit hat sich Saud-Arabien auf jeden Fall
atherom 29.09.2011
Zitat von sysopDie von einem Gericht verurteilte saudische Autofahrerin wird nicht ausgepeitscht werden. König Abdullah hob das Urteil nach massiven Protesten auf - im ganzen Land hatten sich Frauen demonstrativ hinter das Steuer gesetzt. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,788973,00.html
seinen (ständigen?) Platz in der Menschenrechtskommission mehr als verdient.
4. Oh wie großzügig
mohsensalakh 29.09.2011
Wie großzügig von diesem despotischen, diktatorischen, menschenverachtenden Drecksack! Vielleicht ist er auf Grund seines Charakters ein guter Freund von Westen und Israel. Netanjahu nannte ihn einen "ein guter Beispiel für die nahen Osten"!
5. Proteste
hoffnungsvoll 29.09.2011
Zitat von sysopDie von einem Gericht verurteilte saudische Autofahrerin wird nicht ausgepeitscht werden. König Abdullah hob das Urteil nach massiven Protesten auf - im ganzen Land hatten sich Frauen demonstrativ hinter das Steuer gesetzt. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,788973,00.html
Die wirklichen Proteste werden erst noch losgehen, wenn die Frauen mitbrkommen, wie sich die arabische Führung das Wahlrecht für Frauen vorstellt: http://www.der-postillon.com/2011/09/saudi-arabien-verlegt-wahllokale-100.html
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