Bondo in Graubünden Erneut Felsstürze in den Schweizer Alpen

Häuser wurden zerstört, eingeschlossene Bewohner mit Hubschraubern gerettet: Nur eine Woche nach dem verheerenden Bergsturz im Süden der Schweiz sind erneut Geröllmassen in zwei Alpendörfer gedonnert.

Straßensperre in Casaccia
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Straßensperre in Casaccia


In der Schweiz haben eine Woche nach dem zerstörerischen Felssturz erneut zwei Bergstürze Häuser im Kanton Graubünden zerstört. Ein Felssturz am späten Donnerstagabend erreichte die Dörfer Bondo und Promontogno und zerstörte dort mehrere Häuser, wie die Nachrichtenagentur SDA meldete.

Berichte über Verletzte oder Vermisste gibt es bislang nicht. Die Lage in Bondo sei allerdings noch unübersichtlich, hieß es. Im Nachbarort Spino wurden zwei in einem Gebäude eingeschlossene Menschen mit einem Helikopter in Sicherheit gebracht.

Am Morgen verschüttete zudem eine Geröll- und Schlammlawine die Bergstraße in der Nähe der Orte Bondo und Bregaglia auf einer Länge von mehreren hundert Metern. Verletzte gebe es nicht, sagte ein Sprecher der Gemeinde Bregaglia, die Straße werde aber für längere Zeit nicht passierbar sein.

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Schweiz: Bergsturz in Graubünden

Vor gut einer Woche waren vier Millionen Kubikmeter Gestein ins Bondasca-Tal und den dort liegenden Ort Bondo gekracht. Seit dem Unglück werden acht Wanderer vermisst, darunter vier Deutsche aus Baden-Württemberg. Am vergangenen Wochenende hatten die Rettungskräfte die Suche nach den mutmaßlich Verschütteten eingestellt.

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Paul Walser

Fachleute hatten vor weiteren Bergstürzen gewarnt. Der Geologe Andreas Huwiler vom Graubündner Amt für Wald und Naturgefahren warnte schon kurz nach dem Unglück in der vergangenen Woche vor möglichen weiteren Murgängen. "Die größte Gefahr ist, wenn es in der Gegend mehrere Tage lang heftig regnet oder gewittert", sagte er der "Neuen Zürcher Zeitung". "Unter diesen Umständen rechnen wir mit weiteren Murgängen."

Auch wenn große Bergstürze sehr selten vorkommen, sind Experten sicher, dass der Klimawandel die Steinschlaggefahr in den Alpen erhöht. Der Fels wird instabil, wenn Permafrost auftaut und Gletscher zurückgehen. Beides haben Forscher des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung in Davos seit Jahren dokumentiert.

mxw/dpa



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