Schweiz In Höhle eingeschlossene Touristen sind wieder zu Hause

Tagelang saß eine Gruppe von Urlaubern im Schweizer Höhlensystem Hölloch fest, weil Hochwasser den Rückweg versperrte. Nun sind die Touristen und ihr Höhlenführer befreit worden.

Trekking Outdoor Team/dpa

Die nach Hochwasser tagelang in einer Schweizer Höhle eingeschlossenen Touristen sind frei. Die sieben Männer und ihr Höhlenführer wurden in der Nacht sicher aus dem Hölloch geführt, teilte die Polizei mit.

Mitte der Woche hatte sich die Gruppe noch auf eine Rettung erst zum Wochenende eingestellt. Doch der Wasserpegel sank schließlich schneller als erwartet. Die Männer wurden von erfahrenen Höhlenspezialisten zurück an die Oberfläche geführt.

Sie mussten dabei auf dem Rückweg durch einen sogenannten Syphon, einen fast bis zur Decke mit Wasser vollgelaufenen Gang. An der kritischsten Stelle waren nur etwa 40 Zentimeter Luft über der Wasseroberfläche, sagte Einsatzleiterin Regula Höhn von Speleo-Secours, der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung.

Touristen sind wohlauf

Die Männer hätten aber nicht bis zum Hals durch das Wasser waten müssen, sagte einer der Retter. Es gehe um ein sehr kleines Stück, und dort könne man sich in Hockstellung an der Wand entlanghangeln.

Alle hätten das gut gemeistert und seien - nach einer zweieinhalbstündigen Kletterpartie zurück an die frische Luft - wohlauf, berichteten die Höhlenretter. Die Männer äußerten sich zunächst nicht. Sie seien nach einer ärztlichen Untersuchung nach Hause gegangen, hieß es.

Die sieben Touristen im Alter von 25 bis 55 Jahren waren vergangenen Samstag mit ihrem Höhlenführer zu einer eigentlich zweitägigen Expedition mit einer unterirdischen Übernachtung aufgebrochen. Plötzlich sammelte sich in einem Gang aber so viel Wasser, dass ihnen der Ausgang versperrt war.

Erst mal unter die Dusche

Profi-Kletterer konnten das Biwak, in dem sich die Männer rund 300 Meter tief unter der Erde aufhielten, über einen Zugang erreichen, der für die Touristen selbst aber zu anspruchsvoll gewesen wäre. Die Profi-Kletterer brachten Essensnachschub und Batterien sowie Nachrichten von den Angehörigen, sagte ein Sprecher der Firma, die die Tour organisiert hatte.

Der erste Akt nach der Rettung war eine Dusche. "Nach einer Woche ohne Duschen war das ein willkommenes Angebot für die Männer", sagte Einsatzleiterin Höhn.

Das Hölloch im Muotathal im Kanton Schwyz ist mit mehr als 200 erforschten Kilometern eines der größten Höhlensysteme der Welt. Der Winter eignet sich wegen des niedrigen Wasserstands am besten für Expeditionen. Dabei werden immer wieder Höhlenbesucher eingeschlossen.

wit/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.