Schweizer Bergsiedlung Schlammlawine rauscht nur knapp an Häusern vorbei

Eine Schlammlawine hat eine Schweizer Bergsiedlung überrascht. Der Erdrutsch verlief glimpflich, richtete jedoch einen erheblichen Sachschaden an. Nun wurde bekannt, was die Lawine auslöste.

Schlammlawine in Chamoson
MAXIME SCHMID / EPA-EFE / REX / Shutterstock

Schlammlawine in Chamoson


Am Dienstagabend wälzte eine gewaltige Schlammlawine durch den Ortsteil Grugnay der Schweizer Berggemeinde Chamoson. Mehrere Videos des Ereignisses sorgten kurz darauf in den sozialen Medien für Aufsehen.

Darauf war zu sehen, wie die Lawine aus Geröll, Schlamm und Gesteinsbrocken mit großer Geschwindigkeit Büsche und Bäume mitgerissen hatte und dabei nur knapp an den Häusern der Siedlung vorbeigerauscht war. An Brückenpfeilern bildeten sich meterhohe Fontänen aus Schlamm und Geröll. Verletzte hatte es bei dem Vorfall nicht gegeben.

REUTERS/Francois Voeffray/Nathan Coudray

Auch die Sachschäden fallen offenbar geringer aus, als die Bilder zunächst vermuten ließen. "Sieben Autos wurden beschädigt", sagte der Gemeindepräsident Claude Crittin. Die Häuser hingegen müssten lediglich vom Schlamm gereinigt werden.

Als Auslöser nannte Crittin einen Hagelsturm. "Solche Lawinen kommen hier vielleicht zwei, drei Mal in einem Menschenleben vor", sagte er. Normalerweise würden die Erdmassen durch den Kanal ablaufen, der auch in den Videos zu sehen ist. In diesem Jahr sei dessen Kapazität aber etwa um das Siebenfache übertroffen worden, sagte Crittin.

Lawine in Chamoson
DPA

Lawine in Chamoson

Bis der Schlamm, der nun wie erkaltete Lava in der Gemeinde liegt, abgetragen ist, kann es noch dauern - mindestens bis Ende nächste Woche. In Zukunft will der Ort sich besser auf die Lawinengefahr vorbereiten. "Wir wollen den Kanal vertiefen", sagte Crittin.

Schlammlawinen entstehen meist, wenn starker Regen den trockenen Boden an Hängen aufweicht und dadurch vom Untergrund löst. Sie können Geschwindigkeiten von bis zu 60 Stundenkilometern erreichen.

fek/dpa

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