SeaTac-Airport in Seattle Flugzeug nach unerlaubtem Start abgestürzt

Ein Flughafenangestellter in Seattle hat eine leere Passagiermaschine gekapert und ist kurz nach dem Start über der Meeresbucht Puget Sound abgestürzt.

Flugzeug-Stau während der Sperrung des SeaTac-Airports
AP

Flugzeug-Stau während der Sperrung des SeaTac-Airports


Ein Angestellter des internationalen Flughafens Seattle-Tacoma im US-Staat Washington hat am Freitagabend ein leeres Passagierflugzeug ohne Erlaubnis gestartet und ist damit kurz nach dem Abheben abgestürzt. Das berichteten die US-Flugbehörden.

Nach unbestätigten Angaben amerikanischer Medien handelt es sich um eine zweimotorige Bombardier-Turbopropmaschine der Fluggesellschaft Horizon Air, einer Tochtergesellschaft von Alaska Air. Wie der Flughafen mitteilte, wurde der Flugbetrieb nach dem Vorfall kurzzeitig unterbrochen. Mittlerweile läuft demnach aber alles wieder normal.

Augenzeugen sollen laut Nachrichtenagentur AP berichtet haben, die Maschine sei unmittelbar nach dem Start von Kampfflugzeugen verfolgt worden. Die US-Küstenwache gab an, man habe in der Region Puget Sound eine Rauchwolke gesichtet und sei zum Einsatz ausgelaufen.

Bombardier Q400 der Horizon Air (Archivbild)
Getty Images

Bombardier Q400 der Horizon Air (Archivbild)

Der Sheriff von Pierce County meldete auf Twitter zunächst, vorläufige Ermittlungen hätten ergeben, dass ein Mechaniker das Flugzeug gestohlen habe und offenbar bei einem gewagten Manöver, oder weil er nicht über ausreichende Kenntnisse verfügte, abgestürzt sei. Die Polizei geht nicht von einem "terroristischen Vorfall" aus.

Auf einem Handyvideo eines Augenzeugen ist zu sehen, wie das Flugzeug einen waghalsigen Looping macht und dann sehr tief über der Meeresbucht fliegt. Anderthalb Stunden nach dem Kapern der Maschine stürzte sie auf einer spärlich besiedelten Insel ab. Der Absturz löste einen Waldbrand aus, verletzt wurde nach Behördenangaben niemand auf der Insel.

Das Büro des Sheriffs teilte später mit, der 29-jährige Mann habe sich offenbar das Leben nehmen wollen. Er habe allein gehandelt und sei den Behörden bekannt. Nach dem unerlaubten Start wurde die Maschine nach Polizeiangaben von zwei Militärflugzeugen vom Typ F-15 verfolgt. An dem Absturz seien diese aber nicht beteiligt gewesen.

oka/AP/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
jjcamera 11.08.2018
1.
Flugzeuge, die ohne Genehmigung im US-Luftraum unterwegs sind, werden seit 9/11 mit allen dafür geeigneten Maßnahmen heruntergeholt.
jojack 11.08.2018
2. Gibt es keine Sicherung?
Jedes Auto hat einen Zündschlüssel - Flugzeuge nicht? Also kann jedermann, der Zugang zum Cockpit einer Maschine hat, damit losfliegen?
frenchie3 11.08.2018
3. @2 Ja
Kann jeder.
marcus.w 11.08.2018
4. @JoJack
Genau wie die meisten Arbeitsmaschinen gibt es keinen "Zündschlüssel" per sé. Es gibts Schlösser und Schlüssel - aber nicht um die Maschine zu starten. Um ein Flugzeug, ganz gleich ob Turboprop oder Düsenstrahltriebwerk zu starten, benötigt es einen bestimmten Ablauf, der an sich schon zeitaufwändig ist. Normalerweise bleibt da dem Personal genug Zeit um einzugreifen. Und wenn das ein Angestellter war - hätte er auch im Fall eines Zündschlüssels zugriff darauf bekommen, wenn er es gewollt hätte.
syracusa 11.08.2018
5.
Zitat von jojackJedes Auto hat einen Zündschlüssel - Flugzeuge nicht? Also kann jedermann, der Zugang zum Cockpit einer Maschine hat, damit losfliegen?
Tatsächlich hat auch nicht jedes Auto einen Zündschlüssel. Viele Sportwagen werden per Knopfdruck gestartet, und nicht durch Schlüsseldrehen. Bei Flugzeugen wäre ein Zündschlüssel ziemlich absurd.
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