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Seltenes Naturereignis: Erdbeben ließ in Hamburg Gebäude zittern

Ein leichtes Erdbeben hat am Morgen die Menschen in Norddeutschland in Aufregung versetzt. Die Erdstöße brachten Gebäude in Hamburg geringfügig ins Wanken, richteten aber nach ersten Erkenntnissen keine Schäden an.

Hamburg und seine St.Michaelis-Kirche: Plötzlich zitterte die Erde
DDP

Hamburg und seine St.Michaelis-Kirche: Plötzlich zitterte die Erde

Hamburg - Wenige Minuten vor neun Uhr machten viele Bewohner der Hansestadt eine ungewöhnliche Erfahrung: Die Erde unter ihren Füßen zitterte. Ein Erdbeben der Stärke 4,5 auf der Richterskala mit Epizentrum bei Neuenkirchen im Kreis Soltau-Fallingbostel schickte seine Stoßwellen durch Niedersachsen und Teile Norddeutschlands.

Das Erdbeben sei noch in einem Umkreis von 40 bis 50 Kilometern bis nach Hamburg zu spüren gewesen, bestätigte Manfred Henger, der Leiter der Seismologie bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover. Nach Angaben der Bundesanstalt handelte sich um das stärkste Beben in Norddeutschland seit Beginn der seismologischen Aufzeichnungen Anfang des 19. Jahrhunderts. Das zuvor größte Erdbeben Norddeutschlands hatte sich 1977 in Soltau ereignet.

Schäden haben die Erdstöße ersten Berichten zufolge nicht angerichtet. Bei mehreren Polizeidienststellen meldeten sich jedoch zahlreiche besorgte Bürger. Eine Polizeisprecherin im niedersächsischen Kreis Rotenburg (Wümme) berichtete, es hätten Häuser gewackelt. Mehrere Menschen seien erschreckt aus ihren Häusern auf die Straße geflüchtet.

Auch in den Redaktionsräumen von SPIEGEL ONLINE in der Hamburger Ost-West-Straße waren die Erschütterungen zu spüren. "Ein leichtes Schlingern" sei es gewesen, beschreibt Panorama-Redakteurin Annette Langer das Naturphänomen. "Es war, als würde man auf einem Ponton im Hamburger Hafen sitzen." Nach etwa 30 Sekunden sei der Spuk aber wieder vorbei gewesen.

"Ich dachte zuerst, mein Kreislauf sackt durch, so ein schwummeriges Gefühl war das", berichtet Thomas Hillenbrand, Redakteur im Wirtschaftsressort von SPIEGEL ONLINE. Dann habe er bemerkt, dass die Deckenfluter leicht wankten und die Zeitungsstapel gezittert hätten.

Norddeutschland liege mitten auf einer tektonischen Platte, sagte der Seismologe Gernot Hartmann. Deswegen sei diese Region eigentlich ein ungefährdetes Gebiet. Zwar habe es in der Vergangenheit bereits leichtere Beben gegeben, die aber so wie heute keine Schäden angerichtet hätten.

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