Seltsamer Vogel Weißes Kiwi-Küken verzückt Neuseeland

Das passiert äußerst selten: In Neuseeland ist ein weißes Kiwi-Küken geschlüpft, vermutlich das erste in Gefangenschaft. Jetzt sorgt das flauschige Knäuel bei Ornithologen für Begeisterung - und es trägt einen großen Namen.


Wellington - Das Kiwi-Junge wurde in der Maori-Sprache der Ureinwohner "Manukura" getauft - auf Deutsch etwa: von der Statur eines Häuptlings. Das berichtete das staatliche Brutprogramm am Pukaha-Mount-Bruce-Zentrum rund 130 Kilometer nördlich der neuseeländischen Hauptstadt Wellington am Dienstag.

Manukura ist am 1. Mai geschlüpft. Der Vogel sei kein Albino, so das Zentrum. Weiße Vögel kämen in der Natur vor, seien aber äußerst selten. "So weit wir wissen, ist es das erste weiße Küken, das in Gefangenschaft geschlüpft ist", sagte Bob Francis, Vorsitzender des Aufsichtsrats des Brutzentrums.

Die Ornithologen feiern mit dem Küken die bislang erfolgreichste Brutsaison. Insgesamt kamen in dieser Saison in dem Zentrum bereits 14 Küken auf die Welt. In den fünf Jahren davor waren es insgesamt nur zehn. Die Forscher versuchen seit 2003, das Überleben der vom Aussterben bedrohten Kiwi-Arten zu sichern. Dafür bringen sie Kiwi-Eier aus der Wildnis in das Zentrum, brüten sie aus und päppeln die Küken auf, bis sie stark genug sind, um sich in freier Wildbahn vor Angreifern zu schützen.

Die Kiwis werden wieder ausgesetzt, wenn sie etwa ein Kilogramm schwer sind. Das dauert in der Regel vier bis sechs Monate. Auch Manukura, derzeit etwa 250 Gramm schwer, soll wieder in die Freiheit entlassen werden. "Ein weißer Kiwi fällt natürlich auf und ist deshalb angreifbarer", sagte Chris Lester, beim Umweltamt zuständig für das Zentrum.

Kiwis können nicht fliegen. Sie sind Nachttiere und leben in Höhlen am Boden. Die größte Art erreicht eine Körpergröße von ungefähr 45 Zentimetern. Das Umweltamt schätzt ihre Zahl auf gut 70.000 Tiere. Vor Ankunft der weißen Siedler gab es in Neuseeland außer Fledermäusen keine Säugetiere, Kiwis hatten keine natürlichen Feinde. Heute bedrohen vor allem Hermeline und Hunde ihr Überleben.

wit/dpa

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