US-Torhüterin Hope Solo wirft Ex-Fifa-Präsident Blatter sexuelle Belästigung vor

Die US-Fußballnationalspielerin Hope Solo hat dem früheren Fifa-Präsidenten Sepp Blatter sexuelle Belästigung vorgeworfen. Der Funktionär habe ihr an den Po gefasst. Blatter dementiert.

US-Torhüterin Hope Solo
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US-Torhüterin Hope Solo


Die US-Torhüterin Hope Solo hat im Interview mit der portugiesischen Zeitung "Expresso" schwere Vorwürfe erhoben: Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter soll während der Verleihung des Ballon d'Or 2013 übergriffig geworden sein.

Blatter habe sie an den Hintern gefasst, sagte die dreimalige Olympiasiegerin und Weltmeisterin mit den USA. Sie sei schockiert gewesen, habe sich aber zusammenreißen müssen, weil sie kurz danach die Bühne betreten musste. Sexuelle Belästigung im Sport sei weit verbreitet. "Es passiert nicht nur in Hollywood", so die 36-Jährige.

Blatter wies die Vorwürfe umgehend zurück. "Diese Behauptung ist lächerlich", ließ der 81-Jährige dem britischen "Guardian" auf Anfrage ausrichten - "so lächerlich wie der Penalty für die Schweizer Nationalmannschaft am Donnerstag", sagte Blatter-Sprecher Thomas Renggli der Boulevardzeitung "Blick".

Solo wünscht sich, dass noch mehr Sportlerinnen öffentlich über ihre Erfahrungen redeten. Normalerweise wende sie sich persönlich an übergriffige Personen und wehre sich direkt. Blatter allerdings habe sie nach der Preisverleihung nie wiedergesehen und daher keine Möglichkeit gehabt, ihn zu konfrontieren.

Blatter war von 1998 bis 2015 Präsident des Welt-Fußballverbandes Fifa. Zusammen mit dem früheren Uefa-Präsidenten Michel Platini wurde er 2015 von der Ethik-Kommission des Weltverbandes Fifa gesperrt. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte die von der Fifa-Berufungskommission von acht auf sechs Jahre reduzierte Sanktion Ende 2016 bestätigt.

Netflix distanziert sich von US-Comedian Louis C.K.

Zuletzt hatte es in Hollywood diverse Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegeben, unter anderem gegen den mächtigen Filmproduzenten Harvey Weinstein, aber auch Stars wie Kevin Spacey oder Dustin Hoffman.

Der wegen sexueller Belästigung in Bedrängnis geratene US-Comedian Louis C.K. ("Saturday Night Live") hat entsprechende Vorwürfe von fünf Frauen bestätigt und sich entschuldigt. "Es gibt nichts daran, für das ich mir vergebe", sagte der 50-Jährige. Er soll sich bei Treffen in Hotelzimmern und Büros vor den Frauen entkleidet und masturbiert haben. Unter den Betroffenen sind Kolleginnen, die Vorfälle seit Ende der 1990er-Jahre bis 2005 schilderten.

Der Streamingdienst Netflix sagte daraufhin ein geplantes Comedy-Special mit dem Komiker ab. Die Vorwürfe seien "verstörend", teilte der Streamingdienst mit. Auch die anstehende Veröffentlichung seines Filmes "I Love You, Daddy" wurde abgesagt. In dem Comedy-Drama mit den Darstellern Chloë Grace Moretz und John Malkovich spielt Louis C.K. eine Hauptrolle und führt auch Regie.

Der US-Pay-TV-Kabelsender FX Network und FX Productions wollen ebenfalls ihre Zusammenarbeit mit dem US-Komiker beenden. "Wir kündigen den gesamten Deal zwischen FX Productions und seiner Produktionsfirma, Pig Newton, auf", teilte der Sender in einer Stellungnahme mit. Er werde nicht mehr als Produzent der vier Sendungen - "Better Things", "Baskets", "One Mississippi" und "The Cops" - tätig sein, an denen man derzeit zusammenarbeite. Das Kabelnetzwerk, für das Louis C.K. seit acht Jahren tätig war, ließ verlauten, es habe zuvor nicht von den Vorwürfen gewusst.

Staatsanwaltschaft in Los Angeles setzt Sonderermittler ein

Die Staatsanwaltschaft in Los Angeles kündigte unterdessen an, zur Aufklärung der möglichen Fälle von sexueller Belästigung in Hollywood ein Sonderermittlerteam einzusetzen. Die Einheit werde als Konsequenz der vielen Belästigungsvorwürfe in der US-Filmbranche gegründet, teilte Bezirksstaatsanwältin Jackie Lacey mit. Ziel sei eine vollständige juristische und faktische Aufarbeitung.

"Ich habe ein Ermittlerteam aus Staatsanwälten beauftragt, die auf Sexualverbrechen spezialisiert sind", sagte Lacey. Sie habe dafür Kontakt mit der Polizei in Los Angeles und Beverly Hills aufgenommen, die gegen den US-Produzenten Harvey Weinstein ermitteln. Ihm werden von Dutzenden Frauen zahlreiche Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung vorgeworfen.

ala/dpa/AFP/sid



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