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11. September 2018, 16:20 Uhr

Zeichnung über Serena Williams

Rassismusvorwurf gegen Karikaturist

Wegen seiner Darstellung von US-Tennisstar Serena Williams steht der australische Karikaturist Mark Knight in der Kritik. Auf Twitter wurde die Zeichnung rassistisch und sexistisch genannt.

Am Montag veröffentlichte die australische Zeitung "Herald Sun" eine Karikatur, die die Tennisspielerin Serena Williams zeigt. Seitdem steht Karikaturist Mark Knight in der Kritik. "Harry Potter"-Autorin Joanne K. Rowling nannte die Darstellung der Ausnahmespielerin auf Twitter "rassistisch und sexistisch". US-Bürgerrechtler Jesse Jackson nannte die Karikatur "verachtenswert". Rassismus in jeder Form sei nicht hinnehmbar.

Die Karikatur zeigt Williams als Frau mit wulstigen Lippen und einem großem Hinterteil, wie sie wütend ihren Schläger zertrampelt. Im Hintergrund sagt der Schiedsrichter zu ihrer Gegnerin: "Können Sie sie nicht einfach gewinnen lassen?".

Die Tennisspielerin hatte dem Schiedsrichter Carlos Ramos nach ihrem verlorenen Finale gegen die Japanerin Naomi Osaka bei den US Open in New York am Wochenende Sexismus vorgeworfen. Der Portugiese hatte die 36-Jährige dreimal verwarnt und ihrer Gegnerin den Regeln entsprechend zuerst einen Punkt und dann ein Spiel zugesprochen.

Williams, die - wie so manche Männer auch - ihren Schläger auf den Boden gepfeffert hatte, hatte Ramos als "Dieb" und "Lügner" bezeichnet. Die 23-malige Grand-Slam-Siegerin wurde für ihr Verhalten auch mit einer Geldbuße in Höhe von 17.000 Dollar belegt.

Insgesamt kommentierten rund 22.000 Menschen Knights Zeichnung auf Twitter. Die meisten kritisierten die Darstellung des Tennisstars. Einige verglichen die Zeichnung mit rassistischen Darstellungen von Schwarzen zur Zeit der Rassentrennung in den USA. Die "New York Times" schrieb, Australien habe seine Geschichte des Rassismus nie komplett aufgearbeitet.

Knight hielt dagegen, dass es bei der Karikatur nicht um Rassismus, sondern um Verhalten gehe, und zeigte auf Twitter, dass er auch männliche Tennisstars karikiert. Später war sein Twitter-Konto nicht mehr verfügbar. Die Zeitung "Herald Sun" stellte sich hinter den Zeichner. Der Vorstandsvorsitzende der "News Corp Australia", zu der die "Herald Sun" gehört, sagte, dass die Kritik gegen Knight "zeigt, dass die Welt zu politisch korrekt geworden ist".

mal/AFP

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