Serengeti-Park Charly das Nashorn ist tot

Der Serengeti-Park trauert um Nashorn Charly: Der Bulle ist im biblischen Alter von 53 Jahren gestorben, so viel Lebenserfahrung hatte sonst keiner auf dem Horn. Bis zuletzt blieb er ein umtriebiger Geselle, Dutzende Kinder sind das Ergebnis seines erfüllten Lebens.

Charly: "Ein eigenwilliger, aber angenehmer Nashornbulle"
dapd

Charly: "Ein eigenwilliger, aber angenehmer Nashornbulle"


Hodenhagen - Nashorn Charly hatte 43 Kinder, doch er war nicht für seine Umtriebigkeit bekannt, sondern für sein Alter. 53 Jahre wurde er alt, nach Angaben des Serengeti-Parks im niedersächsischen Hodenhagen war er damit der älteste Vertreter seiner Art, der von Menschen gehalten wird. Sonst gelten Nashörner schon mit Mitte 40 als Methusalems.

Ein Breitmaulnashorn war er, um genau zu sein. Er brachte es nicht zum Ruhm des Eisbären Knut, dafür war er nicht niedlich genug. Schielen tat er auch nicht, so blieb ihm das Rampenlicht verwehrt, in dem sich das Opossum Heidi einst sonnte. Aber auch so hatte er ein erfülltes Leben.

Geboren wurde er 1958 in Südafrika und kam 1974 ins Aller-Leine-Tal. Dort war er der heimliche Star im Serengeti-Park. "Er war ein eigenwilliger, aber angenehmer Nashornbulle", sagte Tierparksprecherin Juliane Gunkel. Tierparkleiter Fabrizio Sepe schwärmte gar: "Er hatte seinen Charakter."

Charly habe es besonders geliebt, wenn er an Hals und Kopf gekrault oder mit einer Harke am Rücken gekratzt wurde. Gerne habe er auch den Safari-Bus besucht und die Gäste mit seinem 2,5 Tonnen schweren Körper begeistert. "Wir alle werden ihn vermissen", sagte Gunkel.

In die Trauer mische sich "tiefe Dankbarkeit", sagte Sepe. Immerhin habe Charly die Herde, die inzwischen elf Nashörner umfasst, lange Jahre gut angeführt und für den Zusammenhalt gesorgt. Nun sei er friedlich eingeschlafen, gestorben an Herz-Kreislauf-Versagen.

Das Tier hatte bereits in den vergangenen Wochen wegen einer Wucherung im Rachenraum Schwierigkeiten beim Atmen. Die Tierärztin habe alles getan, um Charly wieder fit zu machen, aber keine der Therapien habe angeschlagen. "In den letzten Tagen hat er dann immer weniger gegessen und getrunken", sagte Gunkel.

Doch Charly blieb aktiv bis ins hohe Alter: Bis zuletzt habe er großes Interesse an den Damen der Herde gezeigt, sagte Gunkel.

bim/dpa



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