Sex-TV: "Liebe Sünde" vor dem Aus

Von Oliver Gehrs

Das dienstälteste Erotikmagazin im deutschen Fernsehen "Liebe Sünde" steht nach über sechs Jahren kurz vor dem Aus. Themen wie Schamhaar-Friseure und Swinger-Clubs sind offenbar ausgereizt.

"Liebe Sünderin" Mo Asumang
DPA

"Liebe Sünderin" Mo Asumang

Der Sender Pro Sieben verlängerte den im August ausgelaufenen Vertrag mit der Kölner Produktionsfirma Brainpool nicht mehr wie üblich um ein weiteres Jahr, sondern nur noch bis zum Ende 2000. Von Januar nächsten Jahres an wird auf dem "Liebe-Sünde"-Sendeplatz (Mittwoch, 22.15 Uhr) Stephan Raabs Comedy-Show "TV-Total" ausgestrahlt, die dann viermal pro Woche läuft. Ob das Sex-Magazin später gesendet wird, ist eher zweifelhaft - da die Werbeerlöse nach 23 Uhr sinken, und "Liebe Sünde" dann möglichweise zu teuer würde. Derzeit verhandelt die Produktionsfirma Brainpool noch mit Pro Sieben über ein rettendes Konzept und ein Finanzierungsmodell. "Es gibt allerdings eine Schmerzgrenze", heißt es bei Brainpool, "unter der die Produktion keinen Sinn mehr macht."

Ein Grund für die drohende Absetzung könnte das schwindende Interesse der Werbewirtschaft an Erotik-Formaten sein, auch gelten die Themen als ausgereizt. "Irgendwann ist jeder Schamhaar-Friseur abgeschwenkt und jeder Swinger-Club besucht", sagt ein Mitarbeiter der Berliner Brainpool-Tochter Mea Culpa, die "Liebe Sünde" produziert. Die Zuschauer allerdings scheint die Monotonie nicht zu stören. Durchschnittlich halten "Liebe Sünde" rund 2,5 Millionen Erotomanen die Stange.

Mit "Liebe Sünde" würde die Gebärmutter aller Erotikformate vom Schirm verschwinden. Die erste Sendung mit einer Mischung aus Aufklärung und Sex wurde im Juli 1994 ausgestrahlt, damals moderiert von Matthias Frings. Mittlerweile wird die Sendung von Mo Asumang präsentiert. Vor Wochen hatte bereits RTL2 mitgeteilt, dass die Erotik-Show "Peep!" eingestellt wird.

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