"Sexuelle Diskriminierung" Gorilla-Pflegerinnen sollten Brust entblößen

Sie sollten ein "persönliches Verhältnis" zu ihrem Pflegekind aufbauen: Weil sich zwei ehemalige Pflegerinnen eines Gorilla-Weibchens jedoch weigerten, aus wissenschaftlichen Gründen ihre Brüste vor dem Tier zu entblößen, wurden sie entlassen. Jetzt haben sie die verantwortliche Stiftung auf Schadenersatz verklagt.


Gorilla-Intelligenz: Handzeichen zum Striptease?
DDP

Gorilla-Intelligenz: Handzeichen zum Striptease?

San Francisco - Die beiden Frauen betreuten eine illustre Vertreterin der Menschenaffen: Die 33-jährige Gorilla-Dame Koko soll über 2000 englische Wörter verstehen und mit rund 1000 Handzeichen und Gesten ihre Wünsche ausdrücken können. Eine dieser Gesten wurde von der leitenden Wissenschaftlerin einer Gorilla-Stiftung im kalifornischen Woodside, Francine Patterson, so interpretiert, dass der Affe menschliche Brustwarzen sehen wollte. Um ein "persönliches Verhältnis" zu dem Tier aufzubauen, habe sie die Frauen aufgefordert, sich doch bitte freizumachen, berichteten die Betreuerinnen.

Die Affenpflegerinnen weigerten sich allerdings, dem skurrilen Wunsch der Trainerin nachzukommen. Patterson soll den beiden Mitarbeiterinnen daraufhin signalisiert haben, dass ihre Anstellung in Gefahr sei, wenn sie Kokos "Brustwarzen-Fetisch" nicht nachkommen würden. Weil sie auf ihrer Weigerung beharrten, seien die Frauen im vergangenen Sommer dann entlassen worden, hieß es.

Wie der "San Francisco Chronicle" gestern berichtete, haben die beiden Ex-Pflegerinnnen jetzt die Gorilla-Stiftung in Woodside wegen sexueller Diskriminierung verklagt. Sie verlangen über eine Million Dollar Schadenersatz. Sie beschwerten sich unter anderem über mangelnde Hygiene am Arbeitsplatz. So hätten sie ihre Essens-Pakete in einem Eisschrank aufbewahren müssen, wo auch Gorilla-Urin kühl gestellt wurde. Ein Rechtsvertreter der 1976 gegründeten Gorilla-Stiftung wies die Anschuldigungen als haltlos zurück.



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