US-Bundesstaat Colorado: Sechsjähriger wird sexueller Belästigung beschuldigt
Im US-Bundesstaat Colorado ist ein Erstklässler für drei Tage der Grundschule verwiesen worden. Man wirft dem Sechsjährigen sexuelle Belästigung vor - er hatte die Titelzeile eines bekannten Popsongs zitiert.
Aurora/Colorado - Ein sechsjähriger Junge ist in den USA wegen sexueller Belästigung für drei Tage von seiner Schule suspendiert worden. Der Junge hatte nach Angaben der Schule zu einem Mädchen gesagt: "I'm Sexy and I Know It." Es ist die Titelzeile eines bekannten Popsongs vom Electro-Duo LMFAO, zu deutsch: "Ich bin sexy und ich weiß es."
Dafür wurde der Junge am Mittwoch nach Hause geschickt. In einem Brief an die Mutter wird der Sechsjährige der sexuellen Belästigung und des Störens der Mitschüler beschuldigt.
Die betroffene Grundschule aus der 320.000-Einwohner-Stadt Aurora im US-Staat Colorado wollte sich nicht zu dem Fall äußern. Eine Sprecherin verwies aber auf eine Regel, in der sexuelle Belästigung als jeder unerwünschte sexuelle Annäherungsversuch definiert werde. Eine Altersgrenze gebe es dafür nicht.
"Man wird meinen Sohn als Perversling anschauen"
Die Mutter des Jungen betonte im Lokalfernsehen, ihr Kind verstehe nicht einmal, was sexuelle Belästigung überhaupt bedeute. "Man wird ihn wie einen Perversling anschauen." Sie sagte auch, dass ihr Sohn schon einmal Ärger bekommen habe, weil er die Liedzeile gesungen habe.
Der Elektro-Pop-Hit "Sexy and I Know It" stand lange Zeit auf Platz eins der amerikanischen Single-Charts. Auch in Deutschland war das Lied erfolgreich. Im Video zum Song ist tatsächlich viel nackte Haut zu sehen und es wird mit eindeutigen Gesten getanzt.
Der skurrile Fall aus Aurora hat einen ernsten Hintergrund: Das Parlament in Colorado berät in diesen Wochen über eine Initiative, die den Schulverwaltungen mehr Freiheit geben würde, wie mit Problemfällen unter Schülern umzugehen ist. Das diskutierte Gesetz soll die Null-Toleranz-Politik reformieren, die der Bundesstaat nach dem Amoklauf an der Columbine High School im Jahr 1999 eingesetzt hatte.
Viele Abgeordnete hatten am dem noch existierenden Null-Toleranz-Gesetz kritisiert, dass es oft zu harte Konsequenzen bei leichten Vergehen nach sich ziehen würde. Der Fall in Aurora dürfte ihre Argumente anschaulicher machen.
fab/AP
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