Seychellen Costa-Kreuzfahrtschiff treibt nach Brand auf offener See

Nur wenige Wochen nach der Havarie vor der Insel Giglio ist erneut ein Schiff der Reederei "Costa Crociere" in Not geraten: Etwa 260 Seemeilen vor den Seychellen brach auf der "Costa Allegra" ein Feuer aus. 


Hamburg - Auf dem Kreuzfahrtschiff "Allegra" der umstrittenen Reederei "Costa Crociere" ist ein Feuer ausgebrochen. Dies meldete als erste die internationale Schifffahrtszeitung "Lloyd's List". Das Schiff treibe etwa 260 Seemeilen von den Seychellen entfernt auf offener See. Der Brand sei inzwischen gelöscht worden, hieß es.

"Costa Crociere wurde um 10.39 Uhr darüber informiert, dass ein Feuer an Bord des Schiffes Costa Allegra ausgebrochen sei, im Maschinenraum, bei den Elektro-Generatoren, die sich im Heck befinden", hieß es in einer Erklärung der Reederei vom Nachmittag.

Ein Sprecher der Italienischen Küstenwache in Rom bestätigte noch vor der Reederei, dass es an Bord gebrannt habe. Von den 627 Passagieren sei niemand verletzt. Auch die 413 Besatzungsmitglieder seien unversehrt. Ein in der Nähe befindliches Handelsschiff sei unterwegs zum Schiff, außerdem zwei Schlepper von den Seychellen sowie ein Flugzeug.

Bei Windgeschwindigkeiten von 25 Knoten (rund 46 Stundenkilometer) treibt die "Costa Allegra" derzeit bei abgeschaltetem Motor auf offener See. Sämtliche Kommunikationsmittel funktionierten einwandfrei, hieß es. Das Schiff war auf dem Weg von Madagaskar zu den Seychellen. Der Kapitän teilte der Küstenwache mit, sämtliche Passagiere seien bei bester Gesundheit. Alle seien rechtzeitig über die Situation in Kenntnis gesetzt worden und hätten sich dann an den Sammelpunkten zusammengefunden.

Maschinenausfälle und Passagierproteste in der Vergangenheit

Die knapp 188 Meter lange "Costa Allegra" wurde 1969 als Containerfrachter gebaut und in den neunziger Jahren zu einem Kreuzfahrtschiff mit verglastem Heck umgebaut. An Bord gibt es 399 Kabinen für maximal 1000 Passagiere.

Im April 2006 kam es im Hafen von Colombo auf Sri Lanka zu Protesten unter Passagieren, nachdem die Klimaanlage des Schiffes und zahlreiche Toiletten ausgefallen waren. Einige der Kabinen standen unter Wasser. Im Juli desselben Jahres kam es auf der ersten Kreuzfahrt in Südostasien zu mehreren Ausfällen der Maschinenanlage, so dass die Reiseroute geändert werden musste.

Am 13. Januar dieses Jahres war das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" derselben Reederei vor der italienischen Insel Giglio mit mehr als 4200 Menschen an Bord auf einen Felsen gelaufen und gekentert. Bei dem Unglück kamen 32 Menschen ums Leben.

ala

insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Bundeskanzler20XX 27.02.2012
1. Lizenzen entziehen?!
Zitat von sysopimagoNur wenige Wochen nach der Havarie vor der Insel Giglio ist erneut ein Schiff der Reederei "Costa Crociere" in Not geraten: Etwa 260 Meilen vor den Seychellen brach auf "Costa Allegra" ein Feuer aus. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,817883,00.html
Dem US-Amerikanischem Mutterkonzern mit sämmtlichen Tochtergesellschaften sollte man die Lizenzen entziehen und solange einbehalten, bis das personal geschult und die Schiffe gewartet sind. ich meine, Unglücke können passieren, allein der Grund dafür ist entscheident.
hdudeck 27.02.2012
2. Ich verstehe Ihre
Zitat von Bundeskanzler20XXDem US-Amerikanischem Mutterkonzern mit sämmtlichen Tochtergesellschaften sollte man die Lizenzen entziehen und solange einbehalten, bis das personal geschult und die Schiffe gewartet sind. ich meine, Unglücke können passieren, allein der Grund dafür ist entscheident.
Kritik nicht. Sie schreiben selbst "ich meine, Unglücke können passieren, allein der Grund dafür ist entscheident.". Entweder wissen Sie mehr als im Artikel geschrieben steht oder der Satz "sollte man die Lizenzen entziehen und solange einbehalten" wiederspricht dem von mir als erstes zitierten.
manschu 27.02.2012
3. Abwarten
Zitat von Bundeskanzler20XXDem US-Amerikanischem Mutterkonzern mit sämmtlichen Tochtergesellschaften sollte man die Lizenzen entziehen und solange einbehalten, bis das personal geschult und die Schiffe gewartet sind. ich meine, Unglücke können passieren, allein der Grund dafür ist entscheident.
Erst einmal abwarten. Aufgrund dieser Meldung kann man noch nichts sagen. Ein Feuer kommt leider immer wieder mal vor. Carnival bzw. Costa ist ein sehr großer Player und deshalb ist die Wahrscheinlichkeit bei einem Fehler recht groß, dass ein Schiff dieser Reederei betroffen ist. Wenn wirklich ein Missmanagement vorliegt, dann müssen andere Maßnahmen gefunden werden als die Lizenz zu entziehen. Das würde nichts bringen. Strafen und vorüberliegende Stillegungen wären ein denkbares Element. Aber noch kann das nicht beurteilt werden. Zumindest nicht aufgrund der Informationen aus der Presse.
milhouse_van_h. 27.02.2012
4.
Zitat von manschuErst einmal abwarten. Aufgrund dieser Meldung kann man noch nichts sagen. Ein Feuer kommt leider immer wieder mal vor. Carnival bzw. Costa ist ein sehr großer Player und deshalb ist die Wahrscheinlichkeit bei einem Fehler recht groß, dass ein Schiff dieser Reederei betroffen ist. Wenn wirklich ein Missmanagement vorliegt, dann müssen andere Maßnahmen gefunden werden als die Lizenz zu entziehen. Das würde nichts bringen. Strafen und vorüberliegende Stillegungen wären ein denkbares Element. Aber noch kann das nicht beurteilt werden. Zumindest nicht aufgrund der Informationen aus der Presse.
... und wäre das Unglück mit der Costa Concordia nicht gewesen, hätten wir von diesem Vorfall ggfs. nichts erfahren. Aber die Medien sind natürlich sensibilisiert.
turo 27.02.2012
5. ohne Titel
Natürlich Einlaufverbot in die wichtigsten Seegebiete und Häfen. So wie es bei Fluggesellschaften, die die Sicherheitsbestimmungen nicht einhalten Landeverbote in Europa und in anderen Ländern verhängt werden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.