Shell-Studie Die Generation "Ego"

Junge Menschen in Deutschland sind "Ego-Taktiker". Sie interessiert nur, was ihnen selbst nutzt - das ist zumindest eine Erkenntnis der 14. Shell-Jugendstudie.


Ehrgeizige Mädchen: In der Schule haben sie die Jungs längst überholt
GMS

Ehrgeizige Mädchen: In der Schule haben sie die Jungs längst überholt

Hamburg - Die 12 bis 25-Jährigen seien sehr selbstbezogen und auf den eigenen Vorteil bedacht, sagte Klaus Hurrelmann, Leiter der Studie, gegenüber dem "Stern". Die typische Frage der "Ego-Taktiker" sei: "Was bringt mir das", sagte Hurrelmann dem Magazin.

Auch an der Politik hätten die jungen Menschen nur wenig Interesse. Engagiert zeigten sie sich nur, wenn sie selbst betroffen seien: "Gegen Studiengebühren, Lehrermangel oder Sparmaßnahmen gehen sie auf die Straße", so der Bielefelder Soziologe. Von den großen politischen Themen blieben sie aber unberührt. Diese Einstellung drücke sich auch im Wahlverhalten aus. "Wir müssen damit rechnen, dass nur 60 Prozent der Erstwähler bei der Bundestagswahl an die Urnen gehen werden", sagte Hurrelmann.

Wichtig sei den jungen Leuten der Spaß. Genau wie ihre Eltern setzten sie aber auch auf Sicherheit und Leistung. Besonders auffällig sei der Wandel bei den Mädchen: Für sie sei es selbstverständlich, voll in Ausbildung und Beruf zu investieren. Der Ehrgeiz, es einmal zu etwas bringen zu wollen, ziehe sich durch alle Gesellschaftsschichten. Praktisch keine junge Frau wolle mehr ausschließlich Hausfrau und Mutter sein. Zum Teil sei es sogar bereits zum Rollentausch mit den Jungs gekommen: "An den Realschulen und am Gymnasium haben die Mädchen die Jungs längst überrundet - in den Noten wie in den Abschlussquoten", berichtet Hurrelmann. Die komplette Jugendstudie soll am Montag veröffentlicht werden.



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