Haushaltsstreit in den USA US-Fluglotsen und Piloten warnen vor unkalkulierbaren Risiken

In einem Brandbrief haben die Gewerkschaften der Fluglotsen, Piloten und Flugbegleiter in den USA vor den Folgen des Shutdowns gewarnt. Es seien so wenig Lotsen im Dienst wie seit 30 Jahren nicht.

Kontrollturm am Ronald Reagan Washington Flughafen in Arlington, Virginia
AFP

Kontrollturm am Ronald Reagan Washington Flughafen in Arlington, Virginia


Gewerkschaftsvertreter haben sich besorgt über die Sicherheit im US-amerikanischen Flugverkehr geäußert. "Wir können weder das Risiko kalkulieren, noch vorhersagen, an welchem Punkt das System zusammenbricht", heißt es in einem offenen Brief, über den der "Guardian" und die "New York Times" berichten. Der Text ist von den Chefs der Gewerkschaften der Fluglotsen, Piloten und Flugbegleiter unterzeichnet.

Seit mittlerweile 34 Tagen stehen in den USA Teile des Regierungsapparats still. 800.000 Bundesbedienstete bekommen seit Wochen kein Gehalt. Hintergrund ist der Streit um den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. US-Präsident Donald Trump verlangt dafür 5,7 Milliarden Dollar, die Demokraten lehnen das ab. Trump ist auf ihre Stimmen im Kongress angewiesen.

In ihrem Schreiben warnen die Gewerkschaftsvertreter vor den Folgen des Shutdowns: Immer mehr Bedienstete würden sich krank melden, Kontrollstellen an Flughäfen müssten schließen. Es seien so wenig Fluglotsen im Dienst wie seit 30 Jahren nicht. Die Lotsen arbeiteten in zehnstündigen Schichten, sechs Tage die Woche.

Wegen des Haushaltsstreits stelle die Bundesluftfahrtbehörde kein neues Personal ein, die Ausbildung sei zum Erliegen gekommen. Beinahe 20 Prozent der Lotsen hätten das Ruhestandsalter erreicht. "Wenn sie sich entscheiden, in Rente zu gehen, ist das gesamte System lahmgelegt."

jpz

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insgesamt 8 Beiträge
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dereuropaeer 24.01.2019
1. Shutdown in USA
Wenn es nun aufgrund dieses Shutdowns und der daraus folgenden Konsequenzen, naemlich das die Flugsicherheit nicht mehr 100%ig gegeben ist, zu einem Flugzeugunglueck mit vielen Toten kommt, dann sind lt. Trump mit Sicherheit die Demokraten Schuld. Dieser Wahnsinnige sollte aus dem Amt gejagt werden und zwar so schnell wie moeglich. Aber wahrscheinlich muss es erst Tote geben, bevor die Amerikaner merken, wen sie gewaehlt haben
Johann Dumont 24.01.2019
2. ein Lehrstück für uns
in den USA lebt man von der Hand in den Mund - jedenfalls die Mehrheit. Wie Hamster im Rad die ohne Futter nicht mehr laufen können. Ein Fehler in der Internetkommunikation hätte bei uns die gleiche fatalen Wirkungen,
skell100 24.01.2019
3. Was sagt uns das?
Wenn so viele Fluglotsen aktuell fehlen und der Flugbetrieb trotzdem noch läuft, dann heißt das nichts anderes, als dass im Normallbetrieb einfach zu viele Fluglotsen engestellt sind, die man schleunigst entlassen sollte. So geht ökonomische Logik.
barrakuda64 24.01.2019
4. Oha!
Zitat von dereuropaeerWenn es nun aufgrund dieses Shutdowns und der daraus folgenden Konsequenzen, naemlich das die Flugsicherheit nicht mehr 100%ig gegeben ist, zu einem Flugzeugunglueck mit vielen Toten kommt, dann sind lt. Trump mit Sicherheit die Demokraten Schuld. Dieser Wahnsinnige sollte aus dem Amt gejagt werden und zwar so schnell wie moeglich. Aber wahrscheinlich muss es erst Tote geben, bevor die Amerikaner merken, wen sie gewaehlt haben
Bei uns gibt´s bereits Tote - durch Feinstaub und Stickoxide! Die Schuldige? Angela Merkel, auf deren Anweisung die ehemaligen und der aktuelle Bundesverkehrsminister nur allzu willig blockieren und verzögern. Also, nicht immer mit dem Finger auf die Amis zeigen, wir haben selbst genug vor unserer eigenen Türe zu kehren und am deutschen Wesen wird die Welt garantiert nicht genesen!
Galluss 24.01.2019
5. Quark
Kein Pilot und kein Fluglotse geht ein "unkalkulierbares Risiko" ein. Dann werden eher die Flughäfen dicht gemacht. Es ist erstaunlich, dass in der Zeit bester Kommunikationsmöglichkeiten die US-Businessmen immer noch glauben, dass ihr persönliches Erscheinen so wichtig ist. Und ob US-Amerikaner andere Verkehrsmittel wählen müssen, ist mir Hekuba. Ich weise darauf hin, dass dadurch weniger vom Ozongürtel der Erde zerstört wird: dass die Einstellung des Flugverkehrs sogar einen positiven Effekt hat. An dem vorurteilsbelasteten Gejammere hier sieht man nur, dass den Spiegelredakteuren in Wirklichkeit die Umwelt völlig egal ist. Aus diesen shutdowns werden sich keine wesentliche Beeinflussung des NIP ergeben. Das ist Unsinn.
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