Sieg im Halbfinale: Was wir von den Italienern lernen können

Da haben es uns die Azzurri aber mal richtig gezeigt. 2:1 im EM-Halbfinale. Und dann auch noch der Erfolg beim EU-Gipfel in Brüssel. Wie machen die das bloß? 13 Dinge, die wir von den Italienern lernen können.

1. Ruhe bewahren!

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Mag passieren was will, der Italiener nimmt es gelassen - wie Mario Balotelli das Training seiner Teamkollegen. Was wirklich zählt, ist wahres Können. Und das bedarf oft keiner großen Anstrengung.

2. Geben Sie sich nicht mit kleinen Dingen zufrieden!

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Deutsche Ultras freuen sich, wenn es ihnen gelingt, Bengalos ins Stadion zu schmuggeln. Kinderkram! In Italien brachten Fans von Inter Mailand 2001 gleich eine ganze Vespa ins Stadion und schmissen sie vom Oberrang. Ja, eine Vespa.

3. Stehen Sie zu Ihrem Humor (auch wenn er platt ist)!

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Man könnte meinen, das Bild sei ein Zufallstreffer, geschossen aus einem günstigen Winkel. Doch Mario Balotellis Freude verrät etwas anderes: Hier tut man nicht einem Arglosen Unrecht, wenn man annimmt, er habe die Fahne bewusst so platziert. Er HAT sie bewusst so platziert und großen Spaß an der eindeutigen Zweideutigkeit. Glück kann so einfach sein.

4. Pflegen Sie Kontakte!

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Ruby hat genetzwerkt und es weit gebracht. Aus der Villa San Martino nach Wien zum Opernball. Von Berlusconi, der als Ministerpräsident Italien als "Scheißland" titulierte, zu zwei Männern ähnlichen Alters, die ebenfalls wissen, wo es langgeht. Larry Hagman in Dallas, Richard Lugner im Zoo. Mit Katzi, Mausi, Hasi. Beim Opernball sagte Ruby: "Ich kann keinen Walzer. Nur Bauchtanz." Gestört hat es die Herren nicht.

5. Lassen Sie es krachen!

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Bunga, Bunga! Warum eigentlich nicht? Während wir schon eine gepflegte Polonaise für wahre Extase halten, wissen die Italiener, was es wirklich zum Feiern braucht. Frauen (vorzugsweise schön und jung, siehe oben), Geld (vorzugsweise viel, woher ist wurscht) und Macht (vorzugsweise erlangt durch ein politisches Amt).

6. Vertrauen Sie auf die Kraft der Worte!

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Helmut Etzkorn

Capitano Schettino hat es vorgemacht: Keine Ausrede ist so plump, dass man sie nicht bringen kann. Das kann er sich doch nicht ausgedacht haben, dachte man. Hat er aber offenbar. Als er viel zu früh vom sinkenden Schiff floh, wusste er hinterher zu berichten, er sei rein zufällig ins Rettungsboot geplumpst. Huch!

7. Keine falsche Scheu!

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Ihr Chef ist ein pedantischer Besserwisser? Ihr Nachbar ein nichtsnutziger Idiot? Raus damit! Was gesagt werden muss, muss gesagt werden. Das wusste bereits Mario Balotelli bei seinem Tor gegen die Iren und hob zu einer Tirade gegen seinen Trainer an. Teamkollege Leonardo Bonucci verhinderte beherzt, dass alle Welt erfährt, was der Stürmer wirklich über seinen Chef denkt.

8. Geizen Sie nicht mit Ihren Reizen!

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Ein Schuss, ein Tor - und dann: die Pose. Mario Balotelli baute sich auf dem Spielfeld auf, 189 Zentimeter und 88 Kilogramm Testosteron. An mir kommt keiner vorbei, sollte das wohl heißen. Subtil war es nicht, aber eindrucksvoll. Küchenpsychologisch lässt sich da einiges draus machen, aber wir beschränken uns auf das Wesentliche und die Botschaft: So sehen Sieger aus. Wenn Ihnen also die nächste Präsentation im Job gelungen ist, nur zu. Krawatte ab, Hemd auf. Nicht auszudenken, was wir zu sehen bekommen hätten, wäre Balotelli auch ein dritter Treffer gelungen.

9. Schmieden Sie Pläne!

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Im Sommer 2011 wurde Silvio Berlusconi abgehört, als er sagte: "Ich bin sauber in allem, was ich tue. Man kann mir nichts vorwerfen. Dass ich herumbumse, das ist das Einzige. In ein paar Monaten werde ich abhauen und mich um meinen eigenen Kram kümmern." Zu dem Zeitpunkt war er noch als Ministerpräsident im Amt.

10. Werden Sie Ihre Probleme los!

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Im europäischen Vergleich sind die Deutschen Sorgenmeister: Sie zerbrechen sich parallel den Kopf über 3,7 Probleme. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung geht es den Italienern deutlich besser: Sie haben nur 2,8 Probleme zur Zeit.

11. Nehmen Sie sich, was Ihnen gefällt!

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In italienischen Supermärkten wird kein Produkt so häufig geklaut wie Parmesan. Den braucht man nicht zum Überleben, aber er macht viele Dinge im Leben besser. In Deutschland verkaufen sich hingegen Lebensmittel mit italienischem Namen besonders gut.

12. Improvisieren Sie!

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Luciano Pavarotti war einer der bekanntesten und erfolgreichsten Tenöre der Welt. Noten lesen konnte er nicht.

13. Mutti ist immer noch die Beste!

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Corbis

Die Zahl der Muttersöhne, die weder arbeiten, noch studieren und bei ihren Eltern wohnen, ist in Italien in den vergangenen Jahren nach Angaben des italienischen Statistik-Instituts massiv gestiegen. Ihr Anteil unter den 15- bis 29 Jährigen liegt bei über 20 Prozent, der europäische Durchschnitt liegt bei rund 15 Prozent.

hut/han

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