Rekorddiamant Wie dieser Stein fünf Arbeiter zu reichen Leuten machte

Ein Kaufangebot über acht Millionen Dollar war den Besitzern eines Rekorddiamanten im Mai zu wenig, nun wurde der Stein verkauft - für deutlich weniger Geld. Ein Happy End hat die Geschichte trotzdem.

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Es war die Geschichte eines Sensationsfundes, die weit über das westafrikanische Sierra Leone hinaus die Menschen bewegte: Im Frühjahr entdeckten die Mitarbeiter eines Pastors in einer Mine einen rekordverdächtigen Diamanten. Mit 706 Karat und etwa 141 Gramm ist der Edelstein einer der größten, die je entdeckt wurden.

Kein Wunder, dass die Erwartungen an die Versteigerung des Steins groß waren. Doch die erste Auktion im Mai ging trotz eines Gebots von 7,8 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 7,2 Millionen Euro) ergebnislos zu Ende. Sierra Leones Regierung hatte auf mehr Geld gehofft und das Kaufangebot abgelehnt.

Nun haben es sich die Verantwortlich noch einmal anders überlegt. In New York ersteigerte der britische Juwelier Laurence Graff den "Friedensdiamant" für 6,5 Millionen Dollar (umgerechnet knapp 5,5 Millionen Euro). Das teilte die Rapaport-Gruppe mit, welche die Auktion im Auftrag der Regierung Sierra Leones organisierte.

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Riesendiamant: Ein paar Millionen für 141 Gramm

Den Edelstein, der zu den 15 größten jemals gefundenen Diamanten zählen dürfte, hatten im März Mitarbeiter der Bergbaufirma des Predigers Emmanuel Momoh in der östlichen Provinz Kono gefunden. Der evangelikale Geistliche, der zunächst selbst als Finder des Steins gegolten hatte, übergab den Fund der Regierung in Freetown. Die sagte zu, diesen unter transparenten Bedingungen versteigern und den Erlös den Menschen in Sierra Leone zugute kommen zu lassen.

Präsident Ernest Bai Koroma gab als Ziel aus, mit dem Verkauf des "Friedensdiamanten" ein Zeichen zu setzen und die verhängnisvolle Zeit der "Blutdiamanten" hinter sich zu lassen. In den Neunzigerjahren wurde mit dem illegalen Schürfen, dem Schmuggel und dem Verkauf von Edelsteinen der Bürgerkrieg im rohstoffreichen Sierra Leone finanziert.

Von der jetzigen Auktion dürfte tatsächlich ein bemerkenswertes Signal ausgehen. Denn ein beachtlicher Teil des Erlöses geht direkt an die Finder: 26 Prozent der Gesamtsumme, etwa 1,69 Millionen Dollar, erhalten die fünf Mitarbeiter, die den Stein im März gefunden hatten - das sind für jeden umgerechnet 285.000 Euro. Der Rest geht nach Angaben der Regierung in Freetown an die Finanzverwaltung sowie einen Fonds zur Entwicklung der Schürfregionen des Landes.

In Sierra Leone war schon 1972 mit dem "Stern von Sierra Leone" ein Riesendiamant aufgetaucht. Der 969 Karat schwere Edelstein wurde in 17 Teilstücke aufgeteilt. An einen Rekordfund vor etwa zwei Jahren kommt jedoch selbst er nicht heran: 2015 war in Botswana ein 1111 Karat schwerer Diamant entdeckt worden - es war der größte Fund seit mehr als einem Jahrhundert.

mxw/AFP



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