Sigi Maurer Initiative gegen Hass im Netz sammelt 100.000 Euro

Die Ex-Politikerin Sigi Maurer wehrt sich gegen Belästigung im Internet - und will mit einem Crowdfunding auch andere Betroffene unterstützen. In nicht einmal zwei Tagen hatte sie das Geld zusammen.

Sigi Maurer
imago/ Eibner Europa

Sigi Maurer


Sigi Maurer wurde im Internet belästigt, veröffentlichte die Nachrichten und wurde wegen übler Nachrede verurteilt. Die ehemalige österreichische Grünen-Politikerin rief danach gemeinsam mit der Initiative "Zara" (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) ein Crowdfunding ins Leben. Die Ziel von 100.000 Euro für einen "Rechtshilfefonds gegen Hass" sei innerhalb von nicht einmal zwei Tagen erreicht worden, hat die 33-Jährige auf Twitter mitgeteilt.

Mit dem Geld ist zum einen geplant, die Kosten von Maurers Prozess zu zahlen. Zum anderen sollen andere Betroffene unterstützt werden. Das Beratungsangebot von "Zara" soll der Beschreibung des Crowdfundings zufolge gesichert und ausgebaut werden. Außerdem wolle man die Klagen von weiteren Betroffenen von Belästigung und Stalking im Internet finanzieren. "Niemand soll solchen Hass wehrlos aushalten müssen!", heißt es.

Maurer hatte im Mai bei Twitter zwei obszöne Nachrichten samt Absender veröffentlicht, die ihr vom Facebook-Profil des Wiener Bierladenbesitzers Albert L. geschickt worden waren. Die 33-Jährige begründete ihren Schritt damit, dass solche Nachrichten nach österreichischem Recht nicht strafbar seien. Sie habe sich nicht anders zu helfen gewusst.

L. verklagte Maurer wegen übler Nachrede und Kreditschädigung und forderte 60.000 Euro. Er habe die Botschaften nicht verfasst und wisse auch nicht, wer dahinterstecke. Sein Computer stehe in seinem Laden und sei öffentlich zugänglich gewesen.

Das Landesgericht für Strafsachen in Wien verurteilte Maurer zu einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro sowie zu einer Zahlung an L. "wegen erlittener Unbill" in Höhe von 4000 Euro. Wegen Kreditschädigung wurde Maurer nicht verurteilt. Die ehemalige Politikerin kündigte an, in Berufung zu gehen.

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