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01. Januar 2013, 13:53 Uhr

Silvester-Bilanz

Der Morgen danach

Auf die Knallerei folgt Sirenengeheul: Tausende Male rückten Polizei und Feuerwehr in der Silvesternacht deutschlandweit aus. In Berlin mussten die Einsatzkräfte 200 Brände mehr als im Vorjahr löschen. Und in Cuxhaven legte ein Hausverwalter ein Feuer - obwohl er eigentlich aufräumen wollte.

Berlin/Cuxhaven/Düsseldorf - Alle Jahre wieder hat die Feuerwehr an Silvester viel zu tun: Allein in Berlin rückte sie in diesem Jahr 1800-mal aus. 607 Brände löschte die Feuerwehr - rund 200 mehr als vor einem Jahr. Wegen des milden Wetters brannte es vor allem im Freien, darunter zahlreiche Müllcontainer, Sträucher und sogar die Tartanbahn eines Sportplatzes. Mindestens sechs Pkw brannten aus.

20 Menschen verletzten sich mit Silvesterböllern und kamen in das Berliner Unfallkrankenhaus, einige hatten abgerissene Finger. Außerdem hätten die Ärzte 18 Verbrennungen und zahlreiche Patienten mit ausgeschlagenen Zähnen behandelt, sagte eine Sprecherin des Krankenhauses. Unter den Patienten sei eine Frau gewesen und zwei Kinder, die von Querschlägern verletzt wurden. Die übrigen Patienten: Männer zwischen 20 und 30 Jahren.

Um Mitternacht startete in Berlin ein zehnminütiges Feuerwerk. Insgesamt haben die Deutschen in diesem Jahr 115 Millionen Euro für Silvesterknaller ausgegeben. Dementsprechend sehen die Straßen aus: In Hamburg waren 60 Mitarbeiter der Stadtreinigung ab 3 Uhr im Einsatz und räumten rund 30 Tonnen Silvestermüll weg. In Berlin arbeiteten rund 600 Reinigungskräfte.

Hausverwalter entfacht ein Feuer

In Cuxhaven fasste ein Hausverwalter selbst mit an: Er sammelte Silvesterböller ein und verursachte damit ein Brand in einem Mehrfamilienhaus. Zehn Menschen kamen deswegen mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Der Verwalter hatte nach der Böllerei abgebrannte Feuerwerkskörper eingesammelt und in einen Müllbeutel gepackt, den deponierte er vor seiner Tür im Keller des Hauses. "Leider waren nicht alle Knaller aus, und der Beutel fing an zu brennen", sagte ein Sprecher der Polizei Oldenburg. Wegen der starken Rauchentwicklung konnten die Bewohner ihre Wohnungen nicht verlassen und mussten von der Feuerwehr gerettet werden.

In Nordrhein-Westfalen rückten die Polizeibeamten über tausendmal aus: Es seien etwa so viele Einsätze wie im Vorjahr gewesen, teilte die Polizei am Neujahrstag mit. Über 900-mal schalteten sich die Beamten wegen Körperverletzungen ein, über 400-mal wegen Sachbeschädigungen, fast 800-mal wegen Ruhestörung. Daneben mussten sich die Polizisten um über 300 meist betrunkene hilflose Menschen kümmern. Mehr als 500-mal halfen die Polizeibeamten der Feuerwehr bei Bränden. Zudem verzeichnete die Polizei 74 Fälle von häuslicher Gewalt, 77 Hausfriedensbrüche sowie knapp 300 Fälle von Diebstahl und Raub.

fln/dpa/dapd

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