Unfälle an Silvester Zwei Männer in Brandenburg sterben durch Böller

Erneut haben sich in Deutschland viele Unfälle beim Silvesterfeiern ereignet. In Brandenburg starben zwei Männer durch Böller. Einen ernsten Zwischenfall gab es auch in der Oberpfalz, als eine Familie Fondue machte.

Illegale Böller
DPA

Illegale Böller


Zwei Brandenburger sind in der Silvesternacht durch Böller ums Leben gekommen. Ein 35 Jahre alter Mann starb in Gusow-Platkow (Märkisch-Oderland), als er Knaller zündete, wie ein Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums sagte. Trotz sofortiger Erster Hilfe erlag der Mann noch vor Ort seinen schweren Verletzungen. Die Kriminalpolizei ermittelt.

In Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) starb ein 19-Jähriger. Er wollte nach Polizeiangaben ein selbstgebautes Feuerwerk zünden. Er wurde am Kopf getroffen und starb.

Im Unfallkrankenhaus Berlin sind in der Silvesternacht etliche Menschen nach Unfällen mit Feuerwerk und Böllern behandelt worden. In der Silvesternacht seien bis 7 Uhr am Montagmorgen 21 Verletzte gezählt worden, teilte das Krankenhaus am Morgen mit. Das Team der Handchirurgie sei durchgehend in drei Operationssälen beschäftigt gewesen. Mindestens fünf Patienten hätten schwere Amputationsverletzungen erlitten.

Im thüringischen Triptis erlitt eine 14-Jährige durch einen explodierenden Böller schwere Augenverletzungen. Der Feuerwerkskörper war in der Silvesternacht von einer unbekannten Person in die Menschengruppe geworfen worden, in der das Mädchen stand, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Wucht der Explosion habe ihr die Brille "weggesprengt". Ihr Augenlicht sei gefährdet. Ein gleichaltriger Junge wurde an Gesicht und Hand verletzt. Die beiden Jugendlichen kamen in ein Krankenhaus. Bei dem Sprengkörper soll es sich ersten Ermittlungen zufolge um einen sogenannten Polenböller handeln, wie der Sprecher sagte. Die Kriminalpolizei ermittelt.

In Gelsenkirchen fuhr ein betrunkener Autofahrer einen Mann an, der ein Kind auf dem Arm hielt. Der 42-Jährige und das drei Jahre alte Kind wurden schwer verletzt und kamen ins Krankenhaus. Sie hätten am Fahrbahnrand gestanden und das Feuerwerk beobachtet, als sie von dem Auto erfasst wurden, teilte die Polizei mit. Zeugen zufolge soll der Fahrer mit seinem Wagen zu schnell gewesen sein. Die Polizei ordnete bei dem 28-Jährigen eine Blutprobe an und stellte seinen Führerschein sicher.

In Düsseldorf soll ein Autofahrer am frühen Neujahrsmorgen versucht haben, Gäste und Türsteher einer Diskothek gezielt zu überfahren. Ein Mann wurde von dem Auto erfasst und schwer verletzt. Zeitweise schwebte er in Lebensgefahr, wie die Polizei mitteilte. Der Autofahrer konnte fliehen, die Polizei ermittelt.

Bei einer Verpuffung beim Silvesterfondue sind in der Oberpfalz mehrere Menschen verletzt worden - zwei von ihnen schwer. Fünf Mitglieder einer Familie und ein Gast saßen am Sonntagabend in einem Mehrfamilienhaus in Weiden zusammen, als es zu der Verpuffung und einer Stichflamme kam.

Eine 50-Jährige und ein 22-Jähriger erlitten schwere Verbrennungen und wurden mit Rettungshubschraubern in Kliniken nach München und Nürnberg geflogen, wie die Polizei mitteilte. Auch eine 53-Jährige wurde bei dem Unfall verletzt: Sie hatte in der Küchenspüle den Heizbehälter des Fondues mit Spiritus nachfüllen wollen und löste dabei die Verpuffung aus. Die Frau, Schwester und Mutter der beiden Schwerverletzten, rannte durch eine Glastür und erlitt Schnittverletzungen im Gesicht. Die schwangere 22-jährige Tochter wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Ein 24 Jahre alter Sohn sowie ein Gast blieben unverletzt.

Bei einem Feuer im westfälischen Selm ist in der Silvesternacht eine vierköpfige Familie verletzt worden. Vermutlich sei eine Silvesterrakete durch das geöffnete Fenster ins Schlafzimmer der Leute geflogen und habe den Brand verursacht, teilte die Polizei mit. Die Mutter sei mit den beiden Kindern ins Freie geflohen, während der Vater vergeblich versucht habe, das Feuer selbst zu löschen. Als die Feuerwehr eintraf, stand das Zimmer jedoch voll in Flammen. Alle vier Familienmitglieder atmeten Rauchgase ein und kamen deswegen in Krankenhäuser. Das Haus wurde so stark beschädigt, dass es zunächst nicht mehr bewohnbar ist.

In Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern haben Unbekannte in der Silvesternacht einen historischen Brunnen im Stadtzentrum schwer beschädigt. Sie brachten einen Feuerwerkskörper am Borwinbrunnen an und ließen ihn explodieren, so die Polizei. Fast die Hälfte des oberen Ablaufbeckens sei abgesprengt worden, sagte ein Sprecher. "Da war schon richtig Sprengkraft dahinter." Den Schaden schätzt die Polizei auf mehrere zehntausend Euro.

Der sechseckige Borwinbrunnen aus Sandstein stammt aus dem Jahr 1889; er soll an die Gründung der Stadt und an deren Stifter Fürst Heinrich Borwin II. erinnern. Die Statue des Fürsten steht in der Mitte des Brunnens.

VIDEO: New York, Rio, Paris - So feierte die Welt Silvester

REUTERS

pad/dpa

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