Silvesterfeiern 2007 Konfettiregen und Glitzerhimmel

In Berlin läuft die größte Open-Air-Silvesterparty der Welt. Hunderttausende Besucher feiern zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule - nun wurde die Festmeile wegen Überfüllung geschlossen. In Metropolen wie Sydney, Tokio und Moskau wurde bereits auf das neue Jahr angestoßen.


Berlin - Mehrere hunderttausend Besucher feiern in Berlin auf der nach Angaben der Organisatoren weltweit größten Silvesterparty unter freiem Himmel. Um 18 Uhr hat das Fest rund um das Brandenburger Tor begonnen. Schon vorher hatten sich laut Veranstalter zwischen Pariser Platz und Siegessäule über 100.000 Besucher getummelt. Zwei Stunden vor dem Jahreswechsel wurde die Partymeile dann wegen Überfüllung geschlossen. Aus Sicherheitsgründen werden keine Menschen mehr auf die zwei Kilometer lange Feierstrecke gelassen. Eine Sprecherin des Veranstalters rief die Menschen auf, nicht mehr in Richtung des Festgeländes zu strömen.

Auf drei Bühnen entlang der Berliner Festmeile sollen mehr als ein Dutzend Bands und zahlreiche DJs auftreten, darunter die Bands Monrose, Marquess und Rapsoul. Zusätzlich gibt es unter anderem acht Partyzelte und ein Riesenrad. Um Mitternacht wird das traditionelle Feuerwerk gezündet. Den Jahreswechsel 2006/2007 hatten etwa eine Million Menschen rund um das Brandenburger Tor gefeiert.

Die Polizei ist bei der Veranstaltung nach eigenen Angaben mit rund 500 Beamten im Einsatz. Dazu kommen etwa 500 Ordner und rund 140 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes. Schwere Zwischenfälle hatte es in den vergangenen Jahren nicht gegeben.

Auch in London werden Hunderttausende Nachtschwärmer zu einem Megafeuerwerk erwartet. Das Feuerspiel an der Touristenattraktion "London Eye" am Themseufer für umgerechnet rund 1,8 Millionen Euro soll etwa 350.000 Schaulustige anlocken. Am Neujahrstag erwartet die britische Metropole dann eine halbe Million Zuschauer beim jährlichen Neujahrsumzug. Millionen werden das Straßenspektakel voraussichtlich am Fernseher verfolgen. Mehr als 8000 Bands, Tanzgruppen und Schausteller aus zahlreichen Ländern ziehen dabei von Mittags an vom Big Ben bis zum Piccadilly Circus, vorbei an einigen der berühmtesten Wahrzeichen.

Erst einige Stunden später werden die USA das neue Jahr begrüßen. Zum 100. Jahrestag der großen Silvesterparty in New York gibt es dieses Jahr erstmals einen Konfettiregen mit guten Wünschen aus aller Welt. Die Botschaften, die auf einer virtuellen Pinnwand im Internet (www.timessquarenyc.org) gesammelt wurden, schweben um Punkt Mitternacht als bunte Papierschnipsel auf den Times Square im Herzen von Manhattan hernieder. Zu der Jubiläumsparty werden mehr als eine Million Menschen erwartet, über eine Tonne Konfetti ist vorbereitet.

Einige der Wünsche sind vorab schon im Internet nachzulesen. "Ich wünsche mir im April ein gesundes Mädchen", "Das allerbeste für meine Mutter" oder "Es regelmäßig zur Gymnastik schaffen", heißt es da beispielsweise. Eine Sara appelliert an US-Präsident George W. Bush: "Bring unsere Soldaten heim!" Und eine Catherine fordert dazu auf: "Lasst uns zusammenarbeiten, um unseren Kindern morgen eine schönere Welt zu hinterlassen."

Auch im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad haben sich am Abend Tausende Menschen zu einer Silvesterfeier im Freien versammelt. Laut Berichten der Nachrichtenagentur AFP sang und tanzte die Menschenmenge, in der viele junge Iraker zu sehen waren, aber auch Familien. Zuvor hatte die Polizei die Zufahrtstraßen zur Innenstadt des seit Jahren von Gewalt geprägten Bagdad aus Sicherheitsgründen abgesperrt. Seit dem US-Einmarsch im Irak 2003 hat es zu Silvester keine so große Menschenansammlung in der Stadt gegeben.

In anderen Teilen der Welt ist 2008 jetzt bereits ein paar Stunden alt. In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ist das neue Jahr traditionell mit 33 Glockenschlägen eingeläutet worden. Mehr als 50.000 Menschen trotzten in der Nacht zum Dienstag den eisigen Temperaturen, um den Klang der über drei Meter hohen Bosingak-Glocke zu hören. Die Bronzeglocke im Bosin-Pavillon im Zentrum der Millionenmetropole ist nur zum Jahreswechsel zu hören. Die Zahl 33 symbolisiert in Korea Glück.

In Moskau haben mehrere zehntausend Menschen das neue Jahre auf dem Roten Platz begrüßt - zwei Stunden früher als in Deutschland. Feuerwerk erleuchtete die alten Paläste und Kirchen des Kremls und die Basilius-Kathedrale. Viele Moskauer rutschten in einer Eisarena auf dem Roten Platz mit Schlittschuhen ins Jahr 2008. In ganz Russland waren mehr als 300.000 Sicherheitskräfte auf den Beinen, um vor allem Angetrunkenen auf dem Weg nach Hause zu helfen und sie vor dem Erfrierungstod in der Kälte zu bewahren.

Um sich bei etwa drei Grad unter Null warm zu halten, begingen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia Tausende Menschen den Jahreswechsel tanzend vor dem ehemaligen Königsschloss.

Im australischen Sydney prosteten sich die Menschen unter einem riesigen bunten Glitzerhimmel bereits um 14 Uhr deutscher Zeit zu. Bei sommerlichen 26 Grad und mit einem gigantischen Feuerwerk begrüßten mehr als eine Million Menschen in der größten Stadt des Kontinents das Neue Jahr. Über der weltberühmten Harbour Bridge funkelten die Feuerwerkskörper in rot, grün, blau und silber, an der Brücke blinkte ein vierblättriges Kleeblatt in allen Farben und im Hafen der Millionenmetropole waren 4000 Boote unterwegs. In der Südsee lag der Jahreswechsel da schon drei Stunden zurück. Auf den östlichen Inseln von Kiribati, zwischen Hawaii und Australien gelegen, hatte das Jahr 2008 schon um 11 Uhr deutscher Zeit begonnen.

ler/ddp/dpa/AFP



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