Silvesterfeiern Die Welt begrüßt das neue Jahr mit Raketengewitter und Konfetti-Orgien

Unzählige Sektkorken knallten, Raketen verwandelten den Himmel in ein Farbenmeer: In Berlin feierten rund eine Million Menschen die größte Open-Air-Silvesterparty der Welt. Auch in anderen Ländern begrüßten Millionen das neue Jahr 2008 mit Feuerwerk und Konfetti. Sogar in Bagdad feierten Tausende auf den Straßen.


Berlin/Hamburg - Etwa eine Million Menschen haben in Berlin rund um das Brandenburger Tor das neue Jahr gefeiert - nach Angaben der Organisatoren die weltweit größte Silvesterparty unter freiem Himmel. Als um Mitternacht das insgesamt zwölfminütige Feuerwerk gezündet wurde, erstrahlte das Brandenburger Tor im Licht der Raketen, während sich die Menschen in den Armen lagen. Vorher hatten schon Dutzende Bands und DJs auf drei Bühnen und in Festzelten entlang der Festmeile den Feiernden den Abend über eingeheizt - darunter die Musiker von Monrose, Marquess und Rapsoul.

Zwei Stunden vor dem Jahreswechsel musste die Partymeile zwischen Pariser Platz und Siegessäule sogar wegen Überfüllung für neue Besucher geschlossen werden. Die Polizei war bei der Veranstaltung nach eigenen Angaben mit rund 500 Beamten im Einsatz. Dazu kamen etwa 500 Ordner und rund 140 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes. Die Polizei zeigte sich mit dem Verlauf der Feier "absolut zufrieden" - bis kurz vor Mitternacht gab es keine größeren Zwischenfälle oder Festnahmen.

In Wien ist genau acht Sekunden nach Mitternacht das vermutlich erste österreichische Neujahrsbaby des Jahres 2008 geboren worden. Die Mutter des kleinen Brian, der durch einen Kaiserschnitt das Licht der Welt erblickte, ist selbst erst 16 Jahre alt, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Der kleine Junge sei bereits ein echter "Wonneproppen".

In anderen Teilen der Welt begrüßten die Menschen schon vorher das Jahr 2008. In Moskau feierten Zehntausende auf dem Roten Platz. Ein gigantisches Feuerwerk erleuchtete die alten Paläste und Kirchen des Kreml und die Basilius-Kathedrale. Viele Moskauer rutschten in einer Eisarena auf dem Roten Platz mit Schlittschuhen ins Jahr 2008. In ganz Russland waren mehr als 300.000 Sicherheitskräfte auf den Beinen, um vor allem Angetrunkenen auf dem Weg nach Hause zu helfen und sie vor dem Erfrierungstod in der Kälte zu bewahren.

Um sich bei etwa drei Grad unter Null warm zu halten, begingen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia Tausende Menschen den Jahreswechsel tanzend vor dem ehemaligen Königsschloss.

In Bagdad feierten Tausende Menschen auf den Straßen

Auf der Mittelmeerinsel Zypern haben mehrere tausend Menschen bei Silvesterpartys neben dem neuen Jahr auch den Beitritt der Republik Zypern ins Euroland begrüßt. Feuerwerk erleuchtete den Himmel über der Inselhauptstadt Nikosia. Auch in den Hafenstädten Limassol und Larnaka wurde gefeiert. Der zyprische Präsident Tassos Papadopoulos bezeichnete die Einführung des Euro in seinem Land als ein "Wunderwerk".

In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul wurde das neue Jahr traditionell mit 33 Glockenschlägen eingeläutet. Mehr als 50.000 Menschen trotzten in der Nacht den eisigen Temperaturen, um den Klang der mehr als drei Meter hohen Bosingak-Glocke zu hören. Die Bronzeglocke im Bosin-Pavillon im Zentrum der Millionenmetropole ist nur zum Jahreswechsel zu hören. Die Zahl 33 symbolisiert in Korea Glück.

Sogar in der seit Jahren von Gewalt geprägten irakischen Hauptstadt Bagdad feierten am Abend Tausende Menschen im Freien. Laut Berichten der Nachrichtenagentur AFP sang und tanzte die Menschenmenge im Zentrum der Stadt, in der viele junge Iraker zu sehen waren, aber auch Familien. Zuvor hatte die Polizei die Zufahrtstraßen zur Innenstadt aus Sicherheitsgründen abgesperrt. Seit dem US-Einmarsch im Irak 2003 hat es zu Silvester keine so große Menschenansammlung in der Stadt gegeben.

Im australischen Sydney prosteten sich die Menschen unter einem riesigen bunten Glitzerhimmel bereits um 14 Uhr deutscher Zeit zu. Bei sommerlichen 26 Grad und mit einem gigantischen Feuerwerk begrüßten mehr als eine Million Menschen in der größten Stadt des Kontinents das Neue Jahr. Über der weltberühmten Harbour Bridge funkelten die Feuerwerkskörper in den Farben Rot, Grün, Blau und Silber, an der Brücke blinkte ein vierblättriges Kleeblatt in allen Farben und im Hafen der Millionenmetropole waren 4000 Boote unterwegs. In der Südsee lag der Jahreswechsel da schon drei Stunden zurück. Auf den östlichen Inseln von Kiribati, zwischen Hawaii und Australien gelegen, hatte das Jahr 2008 schon um 11 Uhr deutscher Zeit begonnen.

New York will 2008 mit Konfettiregen begrüßen

Auch in London werden Hunderttausende Nachtschwärmer zu einem Megafeuerwerk erwartet. Das Feuerspiel an der Touristenattraktion "London Eye" am Themseufer für umgerechnet rund 1,8 Millionen Euro soll etwa 350.000 Schaulustige anlocken. Am Neujahrstag erwartet die britische Metropole dann eine halbe Million Zuschauer beim jährlichen Neujahrsumzug. Millionen werden das Straßenspektakel voraussichtlich am Fernseher verfolgen. Mehr als 8000 Bands, Tanzgruppen und Schausteller aus zahlreichen Ländern ziehen dabei von mittags an vom Big Ben bis zum Piccadilly Circus, vorbei an einigen der berühmtesten Wahrzeichen.

Erst einige Stunden später werden die USA das neue Jahr begrüßen. Zum 100. Jahrestag der großen Silvesterparty in New York gibt es dieses Jahr erstmals einen Konfettiregen mit guten Wünschen aus aller Welt. Die Botschaften, die auf einer virtuellen Pinnwand im Internet (www.timessquarenyc.org) gesammelt wurden, schweben um punkt Mitternacht als bunte Papierschnipsel auf den Times Square im Herzen von Manhattan nieder. Zu der Jubiläumsparty werden mehr als eine Million Menschen erwartet, über eine Tonne Konfetti ist vorbereitet.

Einige der Wünsche sind vorab schon im Internet nachzulesen. "Ich wünsche mir im April ein gesundes Mädchen", "Das allerbeste für meine Mutter" oder "Es regelmäßig zur Gymnastik schaffen", heißt es da beispielsweise. Eine Sara appelliert an US-Präsident George W. Bush: "Bring unsere Soldaten heim!" Und eine Catherine fordert dazu auf: "Lasst uns zusammenarbeiten, um unseren Kindern morgen eine schönere Welt zu hinterlassen."

tno/ler/ddp/dpa/AFP



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