Superhelden-Verschnitt: Der slowakische Batman

Er sammelt Müll und hilft den Menschen in der Nachbarschaft: In der Slowakei will ein 26-Jähriger im Batman-Kostüm die Gesellschaft ein Stückchen besser machen. Mit seinem Comic-Vorbild hat er jedoch nicht all zu viel gemeinsam.

Zoltan Kohari: Batman räumt auf Fotos
REUTERS

Hamburg - Bevor man über die Gemeinsamkeiten von Zoltan Kohari und Bruce Wayne spricht, dem fiktiven Charakter hinter der Maske des Comic-Helden Batman, sollte man vielleicht die Unterschiede benennen.

Bruce Wayne beherrscht ein Firmenimperium und ist Milliardär. Zoltan Kohari saß im Gefängnis und ist arbeitslos. Der eine lebt auf einem luxuriösen Anwesen, der andere in einem verlassenen Apartmentkomplex ohne Strom und fließendes Wasser. Wayne fährt sein futuristisches Batmobil, Kohari geht zu Fuß. Der eine sorgt im Sündenpfuhl Gotham City schlagkräftig für Recht, der andere sanftmütig in der slowakischen Stadt Dunajska Streda für Ordnung.

Wie sein Vorbild trägt Kohari bei seiner Tätigkeit ein Batman-Kostüm. In der Aufmachung des berühmten Superhelden macht er die Straßen sauber, geht Leuten zur Hand und ruft die Polizei, wenn er etwas Verdächtiges sieht. So berichtet es die Nachrichtenagentur Reuters. "Ich habe mich entschieden, Gutes zu tun", sagt Kohari. "Ich sorge für Ordnung und helfe, die Umwelt zu säubern, damit wir noch länger auf diesem Planeten leben können."

Der slowakische Batman steht damit in der Tradition selbsternannter Superhelden, die in den USA ihrer Mission nachgehen. Dass es auch Probleme geben kann, wenn die Maskenmänner zu weit gehen, zeigte sich unter anderem im Fall von Phoenix Jones in Seattle.

Niemals würde er körperliche Gewalt anwenden, sagt Kohari, ein gelernter Maler. Warum er im vergangenen Jahr acht Monate im Gefängnis verbrachte, ist nicht bekannt. Er habe nach seiner Freilassung einen Suizidversuch begangen, ehe er beschlossen habe, das Leben in der Gemeinschaft zu verbessern, berichtet Reuters.

In Dunajska Streda sind die Anwohner dem Sonderling offensichtlich wohlgesonnen. "Er hatte ein hartes Leben, aber er ist sehr zuverlässig, und wir mögen ihn", sagt Jana Kocisova, die in der Nachbarschaft lebt. "Für meinen Sohn und seine Klassenkameraden ist er ein Held."

hut/Reuters

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