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Slowakei: Behörden schmuggeln Passagier Sprengstoff ins Gepäck

Ungewöhnlicher Sicherheitstest slowakischer Behörden: Berichten zufolge wurde am Flughafen von Bratislava dem Passagier eines Fluges nach Dublin Sprengstoff untergejubelt. Der Mann passierte sämtliche Kontrollen. Erst drei Tage später informierte die Slowakei die irische Polizei.

Hamburg - Inmitten der Debatte um Nacktscanner an Flughäfen hat sich die Slowakei gründlich blamiert: Beamte haben demnach vergangenes Wochenende am Flughafen von Bratislava heimlich acht Pakete Schmuggelware in das Gepäck ahnungsloser Passagiere gemogelt, um die Sicherheitslage zu überprüfen. Das berichtet BBC mit Bezug auf den Rundfunksender RTE.

Sieben Fluggäste wurden bei den Kontrollen "erwischt". Nicht jedoch ein 49-Jähriger, der in Dublin lebt und über die Weihnachtstage seine Familie in der Slowakei besucht hatte. Ihm war Sprengstoff in seinen Koffer gepackt worden. Nichts ahnend brachte der Mann 90 Gramm des explosiven Materials durch sämtliche Sicherheitsschleusen in Bratislava und Dublin, ohne aufzufallen, und fuhr in seine Wohnung nahe des Stadtzentrums der irischen Hauptstadt.

Erst am Dienstagmorgen verständigte die slowakische Polizei dann ihre Kollegen auf der grünen Insel. Das Gebäude musste weiträumig abgesperrt werden. Sprengstoffexperten waren im Einsatz. Der 49-Jährige wurde kurzzeitig festgenommen - bis sich das Missverständnis aufklärte.

Irlands Justizminister Dermot Ahern zeigte sich besorgt darüber, dass die irische Polizei aus der Slowakei keine notwendigen Informationen über diese Art eines Sicherheitschecks erhalten habe und erst so spät alarmiert worden sei.

Der slowakische Innenminister hat sich nach Angaben von "Ireland On-Line" und BBC für den Vorfall entschuldigt und eine umfassende Untersuchung des Falls angekündigt.

jjc

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Forum - Besserer Terrorschutz durch Nacktscanner?
insgesamt 537 Beiträge
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1. Restrisiko
Was-weis-Duden 29.12.2009
Zitat von sysopDie Bundesregierung ist nach dem vereitelten Terroranschlag auf ein US-Passagierflugzeug alarmiert: Deutschland erhöht die Sicherheitskontrollen auf Flughäfen. Sind Nacktscanner nötig zum Schutz der Passagiere?
Sie sind NICHT nötig, wenn wir das Rest-Risiko, dass ein potentieller Angreifer ohne sie Sprengstoffe am/im Körper ins Flugzeug transportieren kann, zu tragen bereit sind.
2.
shatreng 29.12.2009
Hallo lieber Spiegel, welche "Experten" und welche "Sicherheitsexperten"? Bitte Namen und Arbeitgeber. Danke! Bei den Sicherheitsdebatten wird immer von "Experten" gesprochen, die noch nie jmd gesehen hat... Oder solche Experten wie der Kriminologe Pfeiffer mit seiner "Killerspielphobie". Solche und ähnliche "Experten" darf man getrost nicht zur Kenntnis nehmen..
3. Experten
Was-weis-Duden 29.12.2009
Zitat von shatrengHallo lieber Spiegel, welche "Experten" und welche "Sicherheitsexperten"? Bitte Namen und Arbeitgeber. Danke! Bei den Sicherheitsdebatten wird immer von "Experten" gesprochen, die noch nie jmd gesehen hat... Oder solche Experten wie der Kriminologe Pfeiffer mit seiner "Killerspielphobie". Solche und ähnliche "Experten" darf man getrost nicht zur Kenntnis nehmen..
Volle Zustimmung!! Gerade Pfeiffer ist zu aller erst mal *Politiker* und *Selbstdarsteller*. Dann "Experte" in eigener Sache - als ernst zu nehmender Wissenschaftler rangiert er (auch mit seinem Institu KFN) ganz weit hinten.
4.
Gofio 29.12.2009
Zitat von sysopDie Bundesregierung ist nach dem vereitelten Terroranschlag auf ein US-Passagierflugzeug alarmiert: Deutschland erhöht die Sicherheitskontrollen auf Flughäfen. Sind Nacktscanner nötig zum Schutz der Passagiere?
Wir können uns nur durch neueste Technik von perfiden Terroristen schützen. Wenn die Nacktscanner halten was sie versprechen schnellstens einsetzen. Ich habe nichts zu verbergen und bin froh wenn ich mit mehr Sicherheitsgefühl in ein Flugzeug steigen kann. Das Nacktscannen ist allemal besser als das oftmals langwierige Herumgefummele und es ist mir absolut nicht vermittelbar wie dabei in Persönlichkeitsgefühle oder die Intimsphäre eingegriffen werden könnte. Das muss doch nicht personalisiert ablaufen.
5. ...
Vex 29.12.2009
Zitat von GofioWir können uns nur durch neueste Technik von perfiden Terroristen schützen. Wenn die Nacktscanner halten was sie versprechen schnellstens einsetzen. Ich habe nichts zu verbergen und bin froh wenn ich mit mehr Sicherheitsgefühl in ein Flugzeug steigen kann. Das Nacktscannen ist allemal besser als das oftmals langwierige Herumgefummele und es ist mir absolut nicht vermittelbar wie dabei in Persönlichkeitsgefühle oder die Intimsphäre eingegriffen werden könnte. Das muss doch nicht personalisiert ablaufen.
Wer nichts zu verbergen hat brauch keine Privatsphäre das ist der typisch faschistoide Trick. Hier wird einfach die Beweislast umgekehrt. Man muss nicht mehr die Schuld einer Person nachweisen sondern die Person muss ihre Unschuld beweisen.
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Nacktscanner
Was ist der Vorteil eines Nacktscanners?
Körperscanner sind Geräte, mit denen die Oberfläche des menschlichen Körpers unter der Kleidung abgebildet werden kann. So sollen versteckte Gegenstände sichtbar gemacht werden - etwa Sprengstoff oder sogenannte Nichtmetallwaffen wie Keramikmesser, die bei herkömmlichen Scannern unerkannt bleiben.
Wie funktioniert das Gerät?
REUTERS/ TSA
Für die Nacktscanner gibt es zwei technische Methoden: Röntgenstrahlen und die Terahertzstrahlen. Bei der Röntgenmethode ist die mittlere Gesamtstrahlenbelastung geringer als beim konventionellen Röntgen. Die dabei anfallende Strahlung entspricht nach Angaben der US-Flugsicherheitsbehörde TSA in etwa der Dosis, der ein Passagier innerhalb von zwei Minuten in einem Flugzeug auf Reiseflughöhe ausgesetzt ist.

Die Terahertzmethode setzt elektromagnetische Strahlung im Grenzbereich zwischen Infrarotlicht und Mikrowellenstrahlung ein. Die sogenannten T-Wellen sind Teil der natürlichen Wärmestrahlung. Bis vor wenigen Jahren waren diese technisch noch gar nicht zugänglich. Die Terahertzmethode wird untergliedert in eine aktive und eine passive Form. Bei der aktiven Methode scannt ein fokussierter Strahl den Körper ab und konstruiert aus der Rückstreuung ein Bild. Bei der passiven Methode wird nur die natürliche Wärmestrahlung des menschlichen Körpers erfasst, wodurch ein Bild ohne anatomische Details erzeugt wird. Im Vergleich zur Röntgenmethode ist die auf den menschlichen Körper wirkende Energie bei der aktiven Terahertzmethode wesentlich geringer, im Passivmodus wirkt sogar überhaupt keine Strahlenquelle auf den Körper.
Warum ist der Scanner umstritten?
Datenschützer halten den flächendeckenden Einsatz von Scannern für unverhältnismäßig. Besonders kritisiert wird an den Geräten, dass die erzeugten Nacktbilder die Privatsphäre oder sogar die Menschenwürde verletzen. Außerdem können die Scanner keine Substanzen oder Gegenstände erkennen, die in Körperöffnungen wie Mundhöhle, Gehörgang oder Rektum eingeführt wurden.
Wird der Körperscanner in Europa eingesetzt?
Sogenannte Nacktscanner werden in der EU bislang nur zu Testzwecken eingesetzt. Die EU-Kommission erklärte zwar im Herbst 2008, den Einsatz dieser Geräte an Flughäfen zulassen zu wollen, doch das Europaparlament stoppte das Vorhaben. In Deutschland begannen im Dezember 2008 Laborversuche bei der Bundespolizei, ab September 2010 sollen erste freiwillige Tests am Hamburger Flughafen stattfinden.

DPA
Eine neue Generation von Scannern wird derzeit in Amsterdam, London und Zürich getestet - ebenso wie in Moskau und US-amerikanischen Städten. Laut Experten sind diese Geräte vollkommen automatisiert. Die Scanbilder von unbekleideten Körpern bekommt - angeblich zumindest - kein anderer Mensch mehr zu sehen, sondern nur noch der Computer. Sobald dem Rechner an einem Körper etwas gefährlich erscheint, sendet er eine Warnmeldung.


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