Loch in Flugzeug in Somalia Anzeichen auf Bombe an Bord verdichten sich

Ein Flugzeug musste in Somalia mit einem Loch in der Außenwand notlanden - ein Passagier soll herausgerissen worden sein. Nun haben Ermittler offenbar Reste von Sprengstoff gefunden.

Loch in Daallo-Airbus: Pilot konnte Maschine notlanden
AP/Awale Kullane

Loch in Daallo-Airbus: Pilot konnte Maschine notlanden


Nach der Explosion an Bord eines Passagierflugzeugs in Somalia verdichten sich die Anzeichen auf einen Anschlag. Wie der Chef der betroffenen Fluglinie Daallo mitteilte, sollen Ermittler Überreste von Sprengstoff gefunden haben. Hundertprozentige Sicherheit gebe es aber noch nicht, sagte Mohammed Ibrahim Yassin.

Zuvor hatte unter anderem der Pilot von einer Bombe gesprochen. Somalias Transportminister Ali Jama Jangali bestätigte einen verdächtigen Fund. Es seien weitere Untersuchungen nötig.

Das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf einen westlichen Diplomaten, der mit den Ermittlungen vertraut ist, dass ein Passagier in einem Rollstuhl eine Bombe an Bord geschmuggelt haben könnte.

Die Nachrichtenagentur dpa zitiert einen ranghohen Geheimdienstmitarbeiter mit den Worten, der Sprengsatz sei vermutlich von einer Person an Bord gezündet worden. Offenbar sei dem Attentäter ein Fehler unterlaufen, da die Explosion nur ein kleines Loch in die Hülle des Flugzeugs gerissen habe.

Der Zwischenfall hatte sich am Dienstag rund 15 Minuten nach dem Abflug von Mogadischu in Richtung Dschibuti ereignet. Ein Passagier wurde offenbar durch das Loch in der Flugzeughülle nach außen gezogen und starb. Die somalische Regierung bestätigte inzwischen, dass es einen Toten gibt.

Der Pilot konnte die Maschine in Mogadischu notlanden. Zwei der mehr als 70 Passagiere wurden verletzt.

Amateurvideo zeigt Situation an Bord der Maschine:

Awale Kullane

hut/dpa/AP



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