South Carolina Dammbrüche treiben Hunderte Menschen in die Flucht

Hurrikan "Joaquín" hat die US-Ostküste zwar verfehlt, aber seine Ausläufer sorgen in South Carolina für Überschwemmungen. Mindestens zehn Menschen starben, Hunderte mussten vor den Wassermassen fliehen, Zehntausende sind ohne Strom.

AP

Hunderte Straßen sind überflutet, Brücken eingestürzt: Der US-Bundesstaat South Carolina kämpft mit den Folgen tagelanger Regenfälle, unter anderem ausgelöst von Ausläufern des Hurrikans "Joaquín". Die schweren Überschwemmungen und Dammbrüche haben Hunderte Anwohner in Teilen des US-Bundesstaats in die Flucht getrieben.

Rettungskräfte gingen laut einem Bericht der Lokalzeitung "The State" nahe Columbia von Tür zu Tür. Sie forderten Anwohner auf, ihre Häuser umgehend zu verlassen und höhere Lagen aufzusuchen. Straßen und Häuser standen unter Wasser.

Offiziellen Angaben zufolge starben in South Carolina mindestens zehn Menschen infolge der Überschwemmungen, im benachbarten North Carolina kamen zwei Menschen ums Leben. Obwohl der Regen in South Carolina nachließ, blieb die Lage vielerorts gefährlich.

"Wir müssen auf der Hut bleiben", sagte Leroy Smith von South Carolinas Ministerium für öffentliche Sicherheit. Etwa 30.000 Menschen sind ohne Stromversorgung, knapp 40.000 ohne Trinkwasser. 1300 Mitglieder der Nationalgarde sind im Einsatz. "Dies ist der schlimmste Regen seit 1000 Jahren", hatte Gouverneurin Nikki Haley am Sonntag gesagt.

"Wir gehen davon aus, dass das Schiff gesunken ist"

Insgesamt sind sieben US-Bundesstaaten betroffen. Neben South und North Carolina riefen Virginia und New Jersey vorsorglich Katastrophenalarm aus.

Für die 33 Crewmitglieder des vermissten Containerschiffs "El Faro" schwindet unterdessen die Hoffnung auf Rettung. Einsatzkräfte fanden eine Leiche in einem Kälteschutzanzug im Suchgebiet nahe der Bahamas. "Bei Betrachtung aller Fakten gehen wir davon aus, dass das Schiff gesunken ist", sagte Mark Fedor von der US-Küstenwache. Die Suche nach möglichen Überlebenden gehe dennoch weiter.

Suchmannschaften und die Besatzungen anderer Schiffe hatten zuvor Trümmer gefunden, die auf die seit Donnerstag vermisste "El Faro" hinwiesen. Das unter US-Flagge fahrende Schiff war wohl in den Hurrikan "Joaquin" geraten. Das Suchgebiet entspricht mit 240.000 Quadratkilometern etwa der Größe Großbritanniens.

Im Video: Drohne filmt Überschwemmungen

wit/dpa/AP



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