Spektakuläre Notlandung eines Flugzeugs "Alles wirkte normal"

Nach der spektakulären Notlandung einer Southwest-Maschine in Philadelphia haben sich die Piloten in einem Interview geäußert. Kapitänin Tammi Jo Shults hätte an dem Tag eigentlich gar nicht an Bord sein sollen.

Thomas P. Milne/U.S. Navy/REUTERS

Sie gelten als Helden: Tammie Jo Shults und ihr Co-Pilot Darren Ellisor. Nach einem Triebwerksschaden gelang es den beiden, ihr Flugzeug sicher notzulanden - und das Leben von etlichen Passagieren zu retten.

Nun haben sich Shults und Ellisor in einem TV-Interview geäußert. Alles habe normal gewirkt, als sie am 17. April in New York starteten, sie waren auf dem Weg nach Dallas.

Nach 20 Minuten habe es einen lauten Knall gegeben, auch im Cockpit sei es sehr laut gewesen. "Wir haben uns per Handzeichen verständigt", sagte Shults dem Sender ABC. Das Interview soll am Freitagnacht (Ortszeit) in den USA ausgestrahlt werden.

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Flug Southwest 1380: Heldin am Himmel

Das linke Triebwerk ihrer Boeing 737-700 wurde schwer beschädigt. Trümmerteile durchschlugen die Außenhaut des Jets. Eine Passagierin wurde teilweise durch ein beschädigtes Fenster nach draußen gerissen. Sie erlag ihren schweren Verletzungen an Kopf, Nacken und Torso.

Nach der Explosion steuerte Ellisor den Flieger; Shults sprach per Funk mit den Fluglotsen. Sie ließen den Flieger aus knapp 10.000 Meter Höhe sinken, damit die Fluggäste ohne Sauerstoffmasken atmen können. Für die Notlandung übernahm Shults wieder das Steuer, sie brachte den Flieger in Philadelphia sicher zu Boden. An Bord befanden sich 144 Passagiere und fünf Crewmitglieder.

Risse an einer Triebwerksschaufel

Beim Unglück von Flug 1380 vermuten Unfallermittler unterdessen Materialermüdung als Ursache. Mikroskopisch kleine Risse an einer Triebwerksschaufel hätten unter Belastung womöglich zu einem Bruch des Bauteils führen und hätten das Triebwerk durchschlagen können. Die US-Aufsichtsbehörde FAA hat deshalb nun auch offiziell eine Untersuchung aller Triebwerk-Modelle angeordnet, wie sie auf dem Southwest-Flug verwandt wurden.

Shults indes verriet, dass sie eigentlich gar nicht für den Dienst an Bord der Maschine vorgesehen war. Sie habe mit ihrem Ehemann getauscht, auch ein Southwest-Pilot. Ihr Mann wollte den Leichtathletikwettkampf des gemeinsamen Sohnes sehen.

Video: Notlandung von Flug 1380

NTSB / REUTERS

jpz/AP



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