Späte Reue Telekom-Werber Krug entschuldigt sich bei den Kleinanlegern

Als "Tatort"-Kommissar war der Schauspieler Manfred Krug ungleich erfolgreicher, denn als Anlageberater. Dass er mit seiner Werbung erheblich zum Verkaufserfolg der Telekom-Aktie beigetragen hat, macht ihm inzwischen schwer zu schaffen.


"Habe mir selbst eine Watschen verpasst": Schauspieler Krug
DDP

"Habe mir selbst eine Watschen verpasst": Schauspieler Krug

Berlin - In einem Interview der "Bild am Sonntag" (BamS) zeigte er sich bestürzt über den Kursverfall und die Verluste der Anleger. "Ich kann mich überhaupt nicht darüber freuen, dass ich mich verwendet habe für eine Sache, die nicht geklappt hat. Das ist kein gutes Gefühl." Als Selbstbestrafung habe er seine eigenen T-Aktien behalten. "Das ist die Watschen, die ich mir selbst verpasst habe", sagte Krug. Er wirbt seit 1996 für die Telekom.

In dem laut "BamS" ersten größeren Interview seit Jahren äußert sich Krug auch zu den Folgen seines Schlaganfalls vor fünf Jahren. Er schleppe ein Bein etwas nach und leide gelegentlich unter leichten Stotteranfällen. Auf das Auswendiglernen von Textpassagen wirke sich dies jedoch nicht aus: "Ich habe vor dem Schlaganfall ungefähr 25 Jahre lang keinen einzigen Text mehr gelernt", sagte der langjährige "Tatort"-Kommissar. Er habe sich die Seiten immer aus dem Drehbuch gerissen und in die Dekoration geklebt.

Ein Riesen-Kompliment macht der 65-Jährige seiner Frau Ottilie, mit der er seit über 40 Jahren zusammenlebt, für ihre Toleranz gegenüber seinem unehelichen Kind. "Es gibt zwei Geheimnisse: Intelligenz und Toleranz. Und zwar auf Seiten meiner Frau. Ein Dummkopf ist nie tolerant. In vielen Ehen, die so lange bestehen, knallt es doch auseinander wegen so was." Seine heute vierjährige Tochter mache ihm viel Freude, bekannte Krug. "Wenn das Kind seinen Vater sehen will, sagt es Bescheid. Wenn der Vater Sehnsucht hat, sagt er Bescheid."



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