Milliarden-Ausschüttung bei Weihnachtslotterie: Spanische Gemeinde im Glück

Die spanische Weihnachtslotterie hat Gewinne in Höhe von mehr als 2,5 Milliarden Euro ausgezahlt: Zehntausende Menschen sind so in dem krisengeplagten Land auf einen Schlag ihre finanziellen Sorgen losgeworden. Das Glück traf insbesondere die Stadt Alcalá de Henares.

AP

Madrid - In Spanien hat die traditionelle Weihnachtslotterie Zehntausenden Menschen einen Geldsegen beschert. Bei der Ziehung der Glückslose wurden Gewinne in Milliardenhöhe ausgeschüttet. Der Hauptgewinn von jeweils vier Millionen Euro fiel auf die Losnummer 76058. Alle Losnummern wurden jeweils 180 Mal verkauft. Daher wird auch der Hauptgewinn - genannt "El Gordo" (der Dicke) - 180-mal ausgezahlt.

Das Glück traf insbesondere die östlich von Madrid gelegene Stadt Alcalá de Henares. Dort waren 130 Serien von jeweils zehn Losen des Hauptgewinns verkauft worden. Wert insgesamt: 520 Millionen Euro.

Ein Rentner der 200.000-Einwohner-Stadt hatte für seine Familie zehn Lose des "Dicken" gekauft und somit vier Millionen Euro gewonnen. Auch die Arbeiter eines örtlichen Unternehmens, das Insolvenz angemeldet hatte, jubelten ausgelassen: Sie hatten in den vergangenen fünf Monaten kein Gehalt mehr bekommen und sind jetzt als Hauptgewinner mit einem Schlag ihre finanziellen Sorgen los.

"Vor der Krise wurden mit den Lotteriegewinnen eine Wohnung oder ein Auto gekauft", sagte der 39-jährige Miguel Angel Ruiz, der an der Weihnachtslotterie teilnahm. "Heute begleicht man damit Schulden."

Gewinne zum letzten Mal steuerfrei

Der mit 1,25 Millionen Euro dotierte zweite Preis entfiel auf die Nummer 42260. Alle Lose mit dieser Gewinnzahl waren in der nordspanischen Stadt Aranda de Duero verkauft worden. Weil viele Menschen in Tippgemeinschaften spielen, gehen die größten Preise oft an Gewinner in einer Stadt.

Die traditionelle Lotterie ist die größte und älteste der Welt. Sie schüttet Gewinne von insgesamt mehr als 2,5 Milliarden Euro aus. Da es auch viele kleinere Gewinne gibt, dauerte die Ziehung mehr als drei Stunden. Dabei singen Waisenkinder die Gewinnzahlen der Weihnachtslotterie vor. Die Zeremonie wurde live im Fernsehen übertragen.

Die Weihnachtslotterie feiert in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Zum letzten Mal sind die Gewinne steuerfrei. Das wird sich mit den Sparmaßnahmen ändern, die das von einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise betroffene Spanien umsetzen muss, um seine Staatsfinanzen in den Griff zu bekommen. Vom nächsten Jahr an fallen auf alle Gewinne über 2500 Euro 20 Prozent Steuern an.

Der staatlichen Lotteriegesellschaft LAE zufolge gaben die Spanier in diesem Jahr offenbar wegen der gravierenden Euro-Krise acht Prozent weniger Geld für Lose aus als 2011. Auf jeden Bewohner des Landes kam im Schnitt ein Einsatz von 52,26 Euro. Am 6. Januar folgt in Spanien eine weitere große Lotterie, genannt "El Niño".

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde Alcalá de Henares als Kleinstadt bezeichnet. Diese Angabe wurde korrigiert, da in der Stadt rund 200.000 Menschen leben. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

wit/dpa/dapd

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Per Lose gerechter verteilen
Babaji 22.12.2012
klingt fast schon nach nem Konzept?
2. Glückwunsch
morphium84 22.12.2012
und ein frohes Fest. Apropos welche sechs Zahlen sollte ich gleich nochma aufschreiben tstststs
3. na, prima
neu_ab 22.12.2012
Dann braucht Spanien ja keinen "Rettungsschirm" mehr.
4. optional
MoorGraf 22.12.2012
das Konzept ist, dass alle (knapp 50 Mio Leute) in Spanien gut 50€ in einen Topf legen, davon kommen dann 2,5 Milliarden zusammen, davon geht 15% für die Verwaltung (Fernsehen, Papierkram, Bankgebühren etc.) drauf, der Rest wird an ein paar Tausend Spanier ausgeschüttet. ein paar (eben 180 Hauptgewinner ein paar hundert zweitplatzerte...) sind damit alle finanzilellen Sorgen los, ein paar Tausend haben ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk und die restlichen knapp 50 Millionen hoffen auf das nächste Jahr... also ich persönlich spiele kein Lotto, weil ich meine 52€ lieber für mich und meine Familie Freunde ausgebe, also ein Dorf weit weg glücklich zu machen, aber das ist ja ein freies Land und wenn die Spanier da drauf stehen, wünsche ich ihnen viel Spaß dabei
5. Gier
farview 22.12.2012
Die Staatsgier ist schier unerschöpflich. Warum wohl ist Lotto staatlich ? Weil man einfach 50 % der Einnahmen für sich behält und nur die andere Hälfte ausschüttet - die Lizenz zum Gelddrucken schlechthin und für Private verboten. Dass man nun auf die ausgeschütteten 50 % nun noch einmal 20 % Steuern erhebt, zeigt schon, wie verkommen die Staaten mittlerweile sind: Man kriegt den Hals einfach nicht voll. Man könnte natürlich auch eleganterweise die Ausschüttungsquote auf 40 % senken, dann würden aber die ausgewiesenen Hauptgewinne vermutlich weniger Spielsüchtige und Gierige in dieses System locken - und das will man ja schließlich verhindern !
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