Vermisster Zweijähriger in Bohrloch Noch 27 Meter

Seit einer Woche versuchen spanische Helfer, einen Zweijährigen aus einem 110 Meter tiefen Bohrloch zu holen, in das er mutmaßlich gefallen ist. Doch der Bau eines Rettungstunnels geht langsamer voran als geplant.

ALVARO CABRERA/ EPA-EFE/ REX

Die Rettungskräfte kommen bei der Suche nach dem zweijährigen Julen langsamer voran als erhofft. Der Junge ist vor einer Woche offenbar in einen Schacht gefallen. Bei der Bohrung eines Rettungstunnels stießen die Einsatzkräfte in der Nacht zum Sonntag erneut auf einen Felsbrocken.

Man habe deshalb bis sieben Uhr morgens nur 33 von insgesamt 60 Metern geschafft, teilten die Helfer mit. Am Samstag hatte man noch gehofft, diesen Zugang unter günstigen Bedingungen in 15 bis 16 Stunden gebohrt zu haben. Der Tunnel verläuft senkrecht zu dem Schacht, in den Julen gestürzt sein soll.

Von dem Jungen gibt es seit dem 13. Januar kein Lebenszeichen. Er ist in Totalán nahe der Küstenstadt Málaga verschwunden. Der Schacht, in den er offenbar fiel, ist rund 110 Meter tief. Bei Kameraaufnahmen wurde in einer Tiefe von gut 70 Metern eine Tüte mit Süßigkeiten entdeckt, die Julen bei sich hatte. Lose Erde verhinderte, mit der Kamera tiefer vorzudringen.

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Spanien: Dramatische Suche nach Zweijährigem in Bohrloch

Die Retter halten es daher für denkbar, das Kind in einer Tiefe von 70 bis 80 Metern finden zu können. Da die Helfer bei der Aufstellung einer Plattform zur Stabilisierung der Hauptbohrmaschine schon knapp 20 Meter tief vorgedrungen sind, müssen sie noch weitere 60 Meter tief graben. 33 Meter davon haben sie inzwischen zurückgelegt - theoretisch fehlen also noch rund 27 Meter.

Anschließend sollen zwei oder drei Minenarbeiter mit Spitzhacken und Presslufthämmer eine horizontale, etwa vier Meter lange Verbindung zum Schacht graben, in dem Julen vermutet wird. Man werde dafür mindestens 20 weitere Stunden benötigen, sagte der Sprecher der Einsatzkräfte, Ángel García Vidal. Wegen der Sicherheit des Kindes und auch der Helfer müsse man mit äußerster Vorsicht arbeiten.

Das Kind soll den Eltern zufolge bei einem Ausflug mit seiner Familie in das Loch gefallen sein, das einen Durchmesser von nur 25 bis 30 Zentimetern hat. Der Schacht wurde nach Medienberichten auf der Suche nach Wasser in der von Dürre geplagten Region gebohrt.

jpz/dpa

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