Spektakuläre Modenschau: Bahnsteig frei für Louis Vuitton

Ein Bahnsteig, Gepäckträger und eine schnaufende Dampflok: Das Modehaus Louis Vuitton hat für seine Modenschau bei der Pariser Fashion Week ordentlich aufgefahren. Allerdings gerieten auch die Klamotten eine Spur zu nostalgisch.

Schau von Louis Vuitton: Mit Volldampf auf den Laufsteg Fotos
DPA

Paris - Üppige Stickereien, goldglänzende Stoffe, tulpenförmige Mantelschöße und hohe Hutkappen. Auf diese Elemente setzt das Modehaus Louis Vuitton in seiner Damenkollektion für Herbst und Winter 2012/13, die es am Mittwoch in Paris präsentierte.

Doch manches wirkte etwas hausbacken. Die Entwürfe von Designer Marc Jacobs erinnerten zum Teil an den Modemacher Paul Poiret, der von 1879 bis 1944 lebte. Geometrische Muster, Metallplättchen und scharf geschnittene Hosenanzüge fügten einen Schuss sechziger Jahre hinzu.

Designer Marc Jacobs wollte die "Romantik einer besseren Zeit" auf die Bühne bringen. "Kleidung lebt niemals wirklich in der Vergangenheit. Sie wird jetzt getragen, also ist sie auch jetzt modern." Der Designer, der dafür bekannt ist, (Schotten-)Röcke zu tragen, hatte auch diesmal ein knielanges, kleidartiges Gewand an. "Oh keine Sorge. Ich hab Boxershorts drunter!"

Fast mehr Aufmerksamkeit als den Entwürfen kam bei dieser Schau dem Drumherum zu: Louis Vuitton setzte auf eine ausgefallene Inszenierung und ließ eine Dampflok einfahren. Die Models entstiegen dem nostalgischen Zug, auf dem nachgebauten Bahnsteig eilten Gepäckträger mit Taschen am Arm herbei.

Im Anschluss präsentierte das Münchner Designer-Duo Johnny Talbot und Adrian Runhof seine Kollektion, die dem Thema Garten gewidmet war. Zarte Seidentülloberteile waren mit Blättern bestickt. Zudem wurden schimmernde Satinkleider in hellem Grün und tannengrüne, schmale Lederhosen präsentiert. Die auf Figur geschnittenen, silbern schimmernde Paillettenkleider waren von sattgrünen Chiffonumhängen umweht.

Jacobs' Inszenierung erinnerte in ihrer Opulenz an Karl Lagerfelds Schauen für Chanel, die jede Saison aufs Neue mehr Bühnenbild als gewöhnlicher Laufsteg sind. In diesem Jahr lud der Modezar in die "Halle des Bergkönigs" ein. Große künstliche Kristalle in Violett und Silbergrau waren auf einem mit weißem Glitzersand bestreuten Grund aufgetürmt. Die Kollektion schien von winzigen Kristallsplittern erleuchtet. Schmale Kostüme und lockere Mäntel in glitzerndem schwarzen oder dunkelgrauen Tweed kombinierte Lagerfeld mit Samtleggins in Flaschengrün, "Elektrisch-Blau" oder schlichtem Schwarz.

Die Mischung aus Glamour und Underground-Szene passte perfekt zu Sängerin Katy Perry, die in der ersten Reihe saß und ihre blau gefärbten Haare mit einer Perlenschnur verzierte hatte.

News verbreitete Yves Saint Laurent: Die französische Luxusmode-Marke stellte Hedi Slimane, 43, als seinen neuen Chefdesigner vor. Das Modehaus bestätigte am Mittwoch zum Ende der Pariser Prêt-à-porter-Herbst-Winter-Schauen entsprechende Branchengerüchte. Damit wird der ehemalige Dior-Kreativdirektor künftig für die Herren- wie auch die Damen-Kollektion bei Yves Saint Laurent tätig sein. Parallel zu seinen neuen Aufgaben wolle er seine Karriere als Fotograf fortsetzen, teilte das Modehaus mit.

siu/dpa/AP

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1. Seien Sie bitte nett zu mir
favela lynch 07.03.2012
The days of chic and elegance are over - so einst Helmut Newton. Da hilft natürlich nur noch die Nostalgie einer aristokratischen Oberschicht, um die erste Reihe bei Chanel überhaupt ertragen zu können. Diese Neigung zum Billigen dort ist, sagen wir mal, eklatant deutsch. Ach, die LV Taschen. Sie sind eine Cashcow. Denn groß ist die Zahl stilistisch Hilfsbedürftiger. Natürlich mit der weltweiten Gewähr, vor allem eines mitzuteilen: Ich bin alt. Ich habe es nötig. Seien Sie bitte nett zu mir.
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