Nach Frühgeburt Gestrandet in New York

Ein britisches Paar sitzt nach der Frühgeburt seines Sohnes in New York fest. Ob die Versicherung den Aufenthalt zahlt, ist unklar. Nun haben die Eltern des kleinen Dax einen Spendenaufruf im Internet gestartet.

Katie Amos und Lee Johnston: Sohn Dax kam viel zu früh zur Welt
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Katie Amos und Lee Johnston: Sohn Dax kam viel zu früh zur Welt


New York - Die Britin Katie Amos ist gerade mit ihrem Verlobten Lee Johnston auf einer Sightseeing-Tour durch New York, als bei ihr die Wehen einsetzen - elf Wochen zu früh, mitten im Urlaub, mehr als fünftausend Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. Die 30-Jährige wird in das Lenox Hill Hospital in Manhattan eingeliefert, wie unter anderem der "Daily Mirror" berichtet. Wenige Minuten nach Ankunft in der Klinik kommt Dax Johnston zur Welt, er wiegt nur drei Pfund.

Die Ärzte erklären den frischgebackenen Eltern, dass ihr Sohn erst im März so stabil sein werde, dass er nach Großbritannien zurückfliegen könne. Bis dahin sei er auf ärztliche Hilfe angewiesen. Katie Amos und ihrem Verlobten gehen etliche Fragen durch den Kopf: Wo sollen wir wohnen? Bezahlt die Krankenversicherung den unvorhergesehenen Klinikaufenthalt? Wer bezahlt Essen und Unterkunft?

Die beiden haben nach eigenen Angaben weder Freunde noch Familie in New York. "Es ist ein großer Schock, aber wir sind froh, dass Katie und das Baby wohlauf sind", sagte der Bruder von Lee Johnston dem Blatt. Vor ihrer Reise hatte sich Mutter Amos demnach bei ihrer Krankenkasse gemeldet und sich für den fünftägigen Trip nach New York abgesichert. Ob die Versicherung jetzt auch den verlängerten Aufenthalt bezahle, sei jedoch unklar.

Kosten in Höhe von 200.000 Dollar

Deshalb hat das Paar im Internet eine Crowdfunding-Kampagne gestartet und sammelt dort unter der Überschrift "Dax' Märchen von New York" Spenden. Sollte die Versicherung nicht einspringen, kämen auf sie Kosten in Höhe von 200.000 Dollar zu, heißt es dort. Aus Sicht ihres Sohnes schreiben Amos und Johnston: "Wir brauchen eure Hilfe, weil Mama und Papa kein Geld haben, keine Kleidung, keine Freunde und keine Familie - nicht einmal ein bekanntes Gesicht, dem sie Hallo sagen können."

Die Geschichte des Paares macht derzeit vor allem in den USA und Großbritannien die Runde. Knapp 700 Menschen spendeten inzwischen umgerechnet 9600 Dollar.

Auch die britische Botschaft ist inzwischen in den Fall involviert und hilft dem Paar, wie ein Sprecher des Außenministeriums in London der Nachrichtenagentur dpa sagte. Zudem werde die Familie von der Ronald-McDonald-Stiftung unterstützt, berichtet der "Independent". Die Organisation hilft Eltern, deren Kinder fernab ihres Zuhauses in Krankenhäusern behandelt werden. Amos und Johnston kamen dem Bericht zufolge in einem Haus der Stiftung unter.

jbe/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 40 Beiträge
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Seite 1
spmc-128065598660769 02.01.2015
1. unverantwortlich
gerade weil, in der letzten Phase der Schwangerschaft so viel passieren kann, sollte man Flugreisen in weit entfernte Länder eigentlich bleiben lassen.
nic 02.01.2015
2.
Manchmal, wenn Gründe vorliegen, kann man auch mal auf der Urlaub verzichten.
eifelhippe 02.01.2015
3. Versicherung
Wenn die Versicherung doch zahlt, was passiert dann mit den Spenden? Wobei ich auch nicht ganz verstehe, wieso man bei fortgeschrittener Schwangerschaft noch nach New York fliegen muss.
DerSponner 02.01.2015
4. Reiseversicherung
Kann doch eigentlich nicht sein daß die Versicherung nicht zahlt wenn die "Krankheit" länger dauert als die ursprüngliche Reise. Das wäre ziemlich sinnlos da fast jede Krankheit länger als 5 Tage dauern wird.
gladwyne 02.01.2015
5. heimflug im speziellem Flugzeug
ist wahrscheinlich billiger. das krankenhaus MUSS sogenannte "charges" verlangen, die hyperastronomisch hoch sind. Von diesen zahlen werden die erstattungsraten berechnet, die dann vielleicht 10% dieser Charges sind. Werden aber unversicherten patienten lebensnahe rechnungen gestellt, kommen die versicherungen und klagen die krankenhaeuser auf falschangaben bei den charges an. eine schreckliche situation auch fuer unversicherte US buerger
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