Hamburg - In Deutschland ist es in diesem Jahr zu einem Beinahe-Absturz einer Maschine des irischen Billigfliegers Ryanair gekommen. Der Vorfall ereignete sich nach SPIEGEL-Informationen bereits am 23. September dieses Jahres beim Anflug einer Boeing 737 auf den Airport Memmingen.
Die Maschine mit 141 Menschen an Bord kam aus Manchester. Etwa sieben Kilometer vom Flugplatz entfernt bemerkten die Piloten, dass sie in einer Höhe von 140 Metern viel zu schnell sanken. Ihnen gelang es gerade noch, den Jet nach oben zu ziehen. Laut den Flugschreiberdaten ertönte im Cockpit um 16.39 Uhr und 42 Sekunden die automatische Warnstimme "Terrain, Terrain. Pull up".
Das Anflugmanöver gestaltete sich offenbar chaotisch. Die Piloten hatten offensichtlich den Autopiloten mit einer falschen Höhenangabe programmiert. Die Maschine fiel zwischenzeitlich mit einer Sinkrate von fast 1000 Metern pro Minute gen Boden. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig stufte den Vorfall als "schwere Störung" ein.
Der Pilot gibt an, unter Zeitdruck gestanden zu haben. Um eine knapp 30-minütige Verspätung aufzuholen, habe man sich dazu entschieden, die Landebahn von einer anderen Richtung als geplant anzufliegen. So wollte man am Boden Zeit beim Rollen zum Gate sparen.
Ryanair ist bereits wegen des Vorwurfs von Sicherheitsmängeln unter Druck. Im Juli war der Billigflieger nach mehreren Notlandungen in die Kritik geraten. Im September kam es in Spanien zu weiteren Zwischenfällen. Spanische Ermittler nahmen die Fluggesellschaft daraufhin ins Visier. Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte sich vehement gegen den Vorwurf von Sicherheitsmängeln zur Wehr gesetzt.
mmq
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