Spielverderber: Texas will bravere Cheerleader

Das texanische Parlament hat einem Gesetzentwurf zugestimmt, der dem Auftritt von weiblichen Tanzgruppen bei Sportfesten enge Grenzen setzt. Statt die Sportler mit aufreizenden Tänzen anzuspornen, sollten sich die Mädchen auf züchtigere Darbietungen beschränken, fordern die Abgeordneten.

Cheerleader-Auftritt: "Peinlich und beleidigend"
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Cheerleader-Auftritt: "Peinlich und beleidigend"

Austin - Bei der Abstimmung habe es zwar viel Gelächter gegeben, aber der Entwurf wurde mit 65 zu 56 Stimmen verabschiedet, schreibt die Lokalzeitung "Star Telegram" in ihrer heutigen Ausgabe. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, muss der Senat noch zustimmen. Mit dem Gesetz würde den Cheerleadern, die Zuschauer bei schulischen Sportveranstaltungen in den Pausen mit Tanzdarbietungen unterhalten, aufreizendes Tanzen verboten werden.

"Das Gesetz würde letztlich verlangen, dass wir aufhören unsere jungen Mädchen auszubeuten", hatte der Initiator des Gesetzes, der demokratische Abgeordnete Al Edwards, gestern seinen Entwurf verteidigt. Der Pastor gilt als rigoroser Kämpfer gegen den moralischen Verfall. So habe er sich schon einmal dafür eingesetzt, Drogendealern Finger abzuhacken, berichtete der "Houston Chronicle".

Kritik kam prompt von mehreren Seiten. Edwards Parteifreundin Senfronia Thompson nannte das Gesetz "peinlich und beleidigend". Will Harrel, Direktor der Amerikanischen Bürgerrechtsorganisation in Texas, sagte dem "Star Telegram": "Diese umfassende und moralisch restriktive Gesetzgebung erinnert mich an die Taliban."

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