20 statt 30 Schuss Sportschützen wehren sich gegen kleinere Magazine

Pistolenmagazine für Sportschützen sollen auf 20 Schuss begrenzt werden. Der Deutsche Schützenbund findet das nach Informationen des SPIEGEL "vollkommen unnötig" und "nicht hinnehmbar".

Pistolenmunition
imago/ Frank Müller

Pistolenmunition


Der Deutsche Schützenbund (DSB) kämpft dafür, dass Sportschützen weiterhin für ihre Pistolen Magazine mit 30 Schuss Munition verwenden dürfen. Eine derartige Waffe hatte etwa auch der Massenmörder von Utøya verwendet. Zur geplanten Änderung des Waffenrechts äußert der DSB, wesentliche Teile des Gesetzentwurfs seien "vollkommen unnötig". Das berichtet der SPIEGEL. Laut DSB würde die Neuerung Sportschützen "unverhältnismäßig weiteren Belastungen bei der Ausübung ihres Sports aussetzen".

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Insbesondere die geplante Begrenzung der Pistolenmagazine auf 20 Schuss sei "nicht hinnehmbar". Wer ein größeres Magazin vor dem Stichtag 13. Juni 2017 erworben hat, könnte dessen Besitz zwar legalisieren lassen - doch das reicht dem DSB nicht.

Zudem protestiert der Verband dagegen, dass künftig regelmäßig kontrolliert werden müsste, ob die Sportschützen mit ihrer Waffe tatsächlich trainieren oder nur Vereinsmitglied sind, um die Waffe behalten zu können. Die im Entwurf vorgesehene Prüfung, ob das "Bedürfnis" für den Sportwaffenbesitz besteht, sei nämlich mit einem hohen Verwaltungs- und Kostenaufwand für die Sportschützen verbunden, so der DSB.

Der Publizist Roman Grafe, der seit Jahren Gewalttaten von Sportschützen dokumentiert, kritisiert den Schützenbund: "Genau jene laschen Waffenrechtsregeln, die der DSB gern erhalten würde, haben das Morden vielfach begünstigt oder sogar erst ermöglicht." Die Entwürfe folgen einer EU-Richtlinie, die die missbräuchliche Verwendung von Feuerwaffen deutlich erschweren will.

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insgesamt 54 Beiträge
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Seite 1
hileute 15.02.2019
1. 20 oder 30 schuss
das macht doch keinen großen Unterschied. Es kann aber auch keine unzumutbare Belastung sein wenn ich beim Training 2 statt einmal nachladen muss
usa911 15.02.2019
2. Die illegalen Waffen sind das Problem
und nicht die Waffen der registrierten und überprüften Nutzer! Da wird wieder Sicherheit vorgegaukelt, ohne das die Sicherheit der Bürger erhöht wird. Die gewalt Taten mit registrierten Waffen und von überprüften Personen (Waffenschein, Waffenbesitzkarte...) ist um einiges geringer als die Taten von unüberprüften Personen sowie illegale (unregistrierte) Waffen!
zaplata 15.02.2019
3. sehe auch keinen Sinn darin
letzendlich ist es doch wohl egal ob jemand 2 mal 30 oder 3 mal 20 Patronen laden könnte. Oder auch sechs Magazine je 10 Schuss. Wer bereit ist, ein Verbrechen mit derartigen Munitionsvorräten ( Massenmord, Amoklauf ) zu begehen, hat mit seinen Leben abgeschlossen und geht davon aus, diese Aktion nicht zu überleben, Der Wechsel eines Magazines dauert nur Sekunden. Dem klassischen Verbrecher reicht jede Pistole mit wenigen Patronen um sein Verbrechen zu begehen. Also was verspricht sich der Gesetzgeber von deser Auflage ?
DJ Doena 15.02.2019
4.
Das ist weder in die eine noch in die andere Richtung irgendeine Hilfe. Wenn ein School Shooter jetzt 3 statt 2 Magazine einpackt, hat er immer noch 60 Schuss. Wenn ein Sprtschütze dreimal nachladen muss, dann macht das nur einen Unterschied bei Geschwindigkeitswettbewerben, bei denen ein Magazinwechsel vorgesehen ist.
static_noise 15.02.2019
5.
Netter Aktionismus, als ob es in Missbrauchs Situationen einen Unterschied macht ob der Täter 3*20 Schuss oder 2*30 als Magazine dabei hat. Herr Grafe, so ehrenwert seine Motivation ist, hat leider die Bodenhaftung verloren und agiert irrational und blindwütig, das macht ihn dann in Fachkreisen unseriös und daher seine teilweise ja berechtigte Kritik lächerlich. Für Laien: Ein Magazin ist ein "nicht wesentlicher" Teil einer Pistole, da es für die Grundfunktion nicht notwendig ist. Daher unterliegen diese aktuell nicht der Kontrolle der Waffebehörde. Magazine allein kann man überall kaufen, selber importieren. Theoretisch kann man diese auch selber verlänger. Führt man diese Regel ein müsste man als erstes Verwaltungsprozesse dafür schaffen. Man wird damit garnichts erreichen. Nachweis des Schießtrainings für Sportschützen(bin selber einer) fände ich eigentlich auf Anhieb garnicht so schlimm sofern man sinnvolle Regeln wählt. Aber genau da liegt der Teufel im Detail. Reicht einmal im Monat? Muss ich wöchentlich? Wer legt das fest, mit welchem Sinn/Konzept dahinter? Muss man auf Olympia trainieren oder reicht Vereinsmeisterschaft? Was ist wenn jemand aus persönlichen, beruflichen, krankheits Gründen mal ein paar Monate nicht kann oder wegen Auslandsaufenthalt? Führen wir das auch für Führerscheine ein? Wieso darf jeder 2Tonnen Stahl mit 200km/h durch die Gegend 'schießen' nur weil er irgendwann mal nen Führerschein gemacht hat? Wo ist da Nachweis der Befähigung und Bewilligung? Je länger ich drüber nachdenke: Ne eigentlich docb nur populistischer Quatsch um Scheinsicherheit vorzugaukeln. Passend dazu die Kolumne von Herrn Fischer i. SPON von heute, anderes Thema, gleiche Methode: http://m.spiegel.de/panorama/justiz/cdu-und-csu-wollen-schaerfere-gesetze-gegen-sexuellen-missbrauch-kolumne-a-1253362.html
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