Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Schlammlawinen in Sri Lanka: Bis zu 150 Tote nach Erdrutschen befürchtet

Sri Lanka: Verheerende Erdrutsche Fotos
DPA

Bei verheerenden Erdrutschen sind in Sri Lanka vermutlich Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Suche nach den Vermissten musste wegen schlechten Wetters unterbrochen werden.

Colombo - Heftiger Monsunregen hat im Osten Sri Lankas verheerende Erdrutsche ausgelöst. Bis zu 150 Menschen könnten ums Leben gekommen sein, sagte Katastrophenschutzminister Mahinda Amaraweera nach einem Besuch in der Region. Am schwersten betroffen war demnach eine Arbeitersiedlung auf einer Teeplantage rund 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Colombo. Rund 140 Häuser seien fortgerissen worden, als der Berghang mit der Siedlung nach heftigem Monsunregen plötzlich wegbrach.

Die Behörden waren zunächst von rund 300 Vermissten ausgegangen. Laut dem Minister waren viele von ihnen aber bereits bei der Arbeit oder in der Schule, als der Hang am Morgen ins Rutschen kam. Einige aber wurden von dem Unwetter aufgehalten. Das erschwere es, die genaue Zahl der Vermissten zu ermitteln, sagte Amaraweera. Zudem sei das Büro zerstört, in dem die Einwohnerlisten aufbewahrt wurden. Bis zum Abend wurden nach Behördenangaben 16 Leichen geborgen. Einige Häuser waren Zeugenberichten zufolge unter bis zu neun Metern Schlamm und Geröll begraben.

Rund 500 Soldaten beteiligten sich nach Angaben des zuständigen Generals Mano Perera an der Suche nach den Vermissten. Bis schweres Gerät eintraf, gruben sie sich teilweise mit den Händen durch die Schlammmassen, in der Hoffnung, doch noch auf Überlebende zu stoßen. Es dauerte bis zum Abend, bis die dringend benötigten Bagger über die teils zerstörten Straßen in der Region eintrafen. Wegen schlechten Wetters und der Gefahr weiterer Erdrutsche habe die Suchaktion vorübergehend ausgesetzt werden müssen, sagte Minister Amaraweera.

Mehr als 300 Bewohner der Region fanden unterdessen Unterkunft in zwei nahe gelegenen Schulen, wie General Perera mitteilte. Unter ihnen waren auch 75 Schüler. Augenzeugen berichteten vom Ausmaß der Verwüstung: "Die Häuser, Tempel und Geschäfte, die hier vorher standen, sind nicht mehr zu sehen. Es ist sehr schwer, sich vorzustellen, dass hier jemand überlebt hat", sagte der Angestellte Ragunathan Sundaram. Unter heftigem Donner seien die Häuser mitsamt den Erdmassen den Hang heruntergestürzt, sagte der Ladenbesitzer Kandasamy Prabhakaran. "Das alles geschah sehr schnell."

Die Gegend um die Teeplantage gilt als besonders erdrutschgefährdet. Laut Katastrophenschutz wurden die Bewohner deshalb wiederholt aufgefordert, sicherere Gebiete aufzusuchen. Viele aber hätten die Warnungen nicht ernst genommen.

wit/dpa/AFP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 65.525 km²

Bevölkerung: 20,675 Mio.

Hauptstadt: Colombo

Staatsoberhaupt:
Maithripala Sirisena

Regierungschef: Ranil Wickremesinghe

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Sri-Lanka-Reiseseite



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: