Sri Lanka Massaker an Singhalesen

In der Nacht zum Samstag überfielen Unbekannte drei Dörfer im Osten Sri Lankas und metzelten die Einwohner mit Äxten nieder - mehr als 60 Singhalesen starben. Die Tat war wahrscheinlich ein Racheakt tamilischer Rebellen.


Colombo - Die meisten Opfer, unter ihnen auch viele Frauen und Kinder, seien Singhalesen, berichtete die Polizei am Samstag.

Die Täter waren in der Nacht in drei Dörfer im Distrikt Ampara eingedrungen und hatten auf die Bewohner geschossen und sie mit Äxten niedergemetzelt. Die Singhalesen stellen 74 Prozent der Bevölkerung Sri Lankas, sind im Norden und Osten des Landes jedoch gegenüber den Tamilen in der Minderheit.

Opfer der Rebellen in der Stadt Gonagalla.
AP

Opfer der Rebellen in der Stadt Gonagalla.

Beobachter halten einen Racheakt der Untergrund-Miliz "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) für wahrscheinlich. Bei einem Luftangriff der Armee auf ein Dorf im Norden des Landes waren am Mittwoch 22 tamilische Zivilisten getötet worden.

Die LTTE kämpft für einen eigenen Staat für die tamilische Minderheit. In dem Krieg, der 1983 begann, kamen mehr als 55.000 Menschen ums Leben. In den vergangenen Jahren hatte die LTTE, abgesehen von Bombenanschlägen, Zivilisten nicht mehr gezielt angegriffen.



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