Klage gegen "Star Trek"-Fans Hollywood-Studios beanspruchen Klingonisch für sich

Ein Rechtsstreit dringt in juristische Welten vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat: Zwei Filmstudios verklagen Macher eines "Star Trek"-Fanfilms. Es geht um Fragen wie: Wem gehört die Sprache Klingonisch?

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"Star Trek"-Fans in den USA haben mehr als eine Million Dollar gesammelt, um die Science-Fiction-Saga um ihren eigenen Film zu erweitern. "Axanar" soll er heißen und 21 Jahre vor der ersten Folge mit Captain Kirk aus der Originalserie spielen. Produzent Alec Peters sagt, der Fanfilm sei ein Liebesbrief an die "Star Trek"-Welt.

Vorerst wird aus dem Projekt aber nichts. Zwei große Filmstudios sehen durch das Projekt ihre Urheberrechte massiv verletzt. Laut "Entertainment Weekly" hatten Paramount Pictures und CBS Studios schon im Dezember "unzählige" entsprechende Vergehen der "Axanar"-Macher moniert. Die Beklagten verlangten konkrete Beispiele. Die haben die Filmstudios nun nachgelegt. Das lese sich wie "die detaillierteste 'Star Trek'-Enzyklopädie der Geschichte", schreibt die Zeitschrift. Die Kläger monieren unter anderem

  • den Gebrauch der Sprache Klingonisch - diese sei erstmals im ersten "Star Trek"-Film von 1979 gesprochen worden
  • die Nutzung von Ausdrücken wie Phaser, Beamen oder Warp-Antrieb
  • Nachahmungen bei Kostüm und Maske, etwa bei den spitzen Ohren von Vulkaniern
  • den Filmnamen "Axanar": Der Begriff sei erstmals in einer "Star Trek"-Folge von 1967 aufgetaucht

Die Kläger führen zudem eine Aussage von Peters an, die belege, dass er selbst Urheberrechtsverletzungen zugebe. In einem Interview hatte Peters gesagt, das Projekt verletze die Rechte von CBS "weniger als jeder andere Fanfilm".

Manche Kritiker meinen allerdings, dass die Filmstudios die Sache entspannter sehen sollten. Hollywood-Macht gegen Fans - es sei ziemlich klar, wie da die Sympathien verteilt sein dürften. Adam Feuerberg, der einen "Star Trek"-Podcast betreibt und die "Axanar"-Macher unterstützt, sagte, die Klage sei aus geschäftlicher Sicht gut, aber aus PR-Sicht furchtbar.

Inzwischen haben die Macher des Fanfilms einen prominenten Unterstützer gewonnen: Justin Lin, Regisseur von "Star Trek Beyond", der in diesem Jahr in die Kinos kommt, twitterte, er unterstütze die Fans. "Trek gehört uns allen."

Die "Axanar"-Macher wollen sich nicht unterkriegen lassen. Sie arbeiten an einer juristischen Antwort. Vermutlich nicht auf Klingonisch. Wie der "Independent" notiert, sei die Sprache zwar geeignet, um über intergalaktischen Krieg oder Blutfehden zu sprechen. Aber mit nur etwa 3000 Begriffen lasse sich im Alltag wenig damit anfangen.

ulz

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