Umstrittener Bikini in "Star Wars" Immer die alte Leia

Selten war ein Film-Outfit so umstritten: Prinzessin Leia trägt im dritten "Star Wars"-Film einen goldenen Bikini - für viele der Inbegriff der Herabwürdigung. Nun überlegt Disney angeblich, den Metall-Zweiteiler aus dem Merchandise zu verbannen.

picture alliance/ Mary Evans Picture Library

Es ist eine ikonische Szene aus dem "Star Wars"-Film "Die Rückkehr der Jedi-Ritter": Prinzessin Leia, die einzige weibliche Hauptfigur des Films, wird von Jabba the Hutt entführt und als Sklavin gehalten. Mit der Gefangenschaft geht ein neues Outfit einher: Leia muss ihre lockeren Gewänder gegen einen goldenen Metall-Bikini eintauschen. Um den Hals trägt sie eine schwere Kette, die sie an ihren Peiniger fesselt.

In den fast 40 Jahren, die seit dem Erscheinen des ersten Films vergangen sind, hat kaum eine Szene aus dem "Star Wars"-Universum eine solche Kontroverse ausgelöst. Kurz bevor der siebte Film in die Kinos kommt, lodert die alte Debatte nun erneut auf.

An Leias Sklaven-Outfit scheiden sich seit Jahrzehnten die Geister. Für viele Fans der Reihe ist der goldene Zweiteiler ein Kultobjekt. Es gibt Action-Figuren im Mini-Bikini, Spielkarten mit der halbnackten Prinzessin, Karnevals-Kostüme inklusive Halsband und Kette. Der Original-Bikini wurde im Mai für 96.000 Dollar versteigert.

Warnung an die Nachfolgerin

Andere sehen in ihm die Objektifizierung der Frau. Schauspielerin Carrie Fisher, die als Leia im Film 1983 den Bikini trug, hat sich selbst zu mehreren Gelegenheiten abfällig über die Szene geäußert. Bereits zum Erscheinen des Films bezeichnete sie im "Rolling Stone" die "Star Wars"-Reihe als "Jungen-Fantasie". Demnach hätten die Filmemacher Leia einfach ausgezogen, um sie weiblicher zu machen. In einem Gespräch mit "Interview" gab sie nun Daisy Ridley, der Heldin des neuesten "Star Wars"-Films den Rat: "Sei keine Sklavin, wie ich es war. Kämpf gegen das Sklaven-Outfit!"

Doch kämpfen muss Ridley vielleicht gar nicht. Im Netz sickerte durch, Disney wolle sich von Sklaven-Leia verabschieden und das Merchandise einstellen. Das Gerücht geht auf Marvel-Zeichner J. Scott Campbell zurück, der in einem Facebook-Post schrieb: "Disney ist schon dabei, das Sklaven-Outfit endgültig aus allen zukünftigen Produktlinien zu streichen." Diese Information habe er aus zwei Quellen. Bei Marvel dürfe man Leia nicht einmal mehr in einer sexy Pose zeichnen, schon gar nicht in dem berüchtigten Outfit.

Auch darüber wird schon wieder heftig diskutiert. Im "Guardian" stellt Autor Noah Berlatsky Disneys mutmaßliche Entscheidung infrage. Die Szene, wenn auch ungeschickt und sexistisch, solle Antwort auf schwierige und relevante Fragen liefern, wie: Was tut man für die Liebe und wer will man dafür sein? Berlatsky mutmaßt, dass Disney genau mit solchen relevanten Themen nichts zu tun haben will.

"Slate"-Autorin Laura Bradley hingegen befürwortet die Entscheidung, sollte sie denn stimmen. Das Outfit im Film würdige Leia herab. Das hieße aber nicht, dass Frauen es nicht mehr als Cosplay-Kostüm tragen sollen. Im Gegenteil: So könnten sie ihm eine neue Botschaft geben.

Disney hat das Gerücht um den Bikini bisher nicht bestätigt. Der Trailer für "Das Erwachen der Macht" zeigt Daisy Ridley alias Rey zumindest recht bedeckt.

kes



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insgesamt 90 Beiträge
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Seite 1
partey 06.11.2015
1. doof
interessanter Artikel aber schwachsinniges Thema. Für mich als 11-jährigen war sofort klar, dass die Prinzessin dort erniedrigt wird, ja dass sie wehrlos ist und umso dringender einer Rettung bedarf. In vollständiger kampfmontur, würde sie nicht so hilflos wirken. Das als Sexismus zu bezeichnen finde ich sehr traurig. Und nein ich hatte keinerlei Hintergedanken, mir war nur wichtig, dass Leia gerettet wird.
987leo123 06.11.2015
2.
natürlich war das outfit heabwürdigend aber sie war eine sklavin! und wurde von einer männlichen gruppe wesen festgehalten... absolut lächerliche diskussion
silverhair 06.11.2015
3. Es ist schon interessant welche Geistigen ...
Verirrungen in der Heutigen Zeit wieder aufkommen. Aus dem Viktorianschen Zeitalter entkommen, in den 60 - 80 Jahren, wo Frau frei war auch ihre Sexualität, wie immer sie war ausleben zu können, und auch die evolutionären Voraussetzungen das es Menschen überhaupt gibt , nämlich sex und körperliche Attraktivität wollen wohl einige wieder die Frau zum Reinen Objekt machen , dem es nicht erlaubt ist Frau zu sein, sondern ein sehr künstliches Bild eines angeblichen Rationalen Illusionsgeschöpfes zu entsprechen! Im Grunde sind diese Leute nicht weit davon entfernt die ach doch so gehaßte Burka einzuführen den wenn Sex aus der Welt der Menschen verbannt werden soll, dann muß man natürlich wieder alles verhüllen, es könnte ja, ach wie dumm die Evolution sich regen und man eben kein illusiorischen ökonomischen Objekt sein , sondern einfach nur Mensch mit all seinen Fehlern und ach dem Vergnügen an sex und sexualtiät! Eine Hoffnung haben wir - den all diese Leute werden einfach aussterben , ihre Gene werden verschwinden und damit ihre Vorstellungen, weil sie unfähig geworden sind sich als das zu sehen was alle sind - nämlich Menschen mit Sex, sesapell sexualität und dem Reiz den dieser auslöst . Angeblich rein geistige Wesen haben nämlich keine Nachkommen mehr - deshalb sind sie letztlich die Verlierer dieses Unsinns!
jbkdge14.god 06.11.2015
4.
Das war endlich mal eine Bikini-Szene, wo klar war, dass es um Frauen als Objekte ging. Habe ich mit 6 Jahren kapiert und fand ich als kleiner Barbie-Fan toll - auf einmal gab's ein Gegenmodell! Nebenbei wurde Leia nicht entführt, sondern gefangengenommen, und trug vorher auch keine Gewänder, sondern eine etwas martialischere Verkleidung, liebe Redaktion ... ihr kennt doch die Filme?
n8nebel 06.11.2015
5. Dafür...
... dass Carrie Fisher damals den Bikini verlangte weil ihr die üblichen, weiten Gewänder nicht weiblich genug waren, hat sie ihr Fähnchen jetzt aber ganz schön nach dem Wind der Zeit gedreht.
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